GENERALSANIERUNG LÄUFT PLANMÄßIG

Schön Klinik-Gruppe saniert mit Millionenaufwand Stammhaus der Klinik Roseneck in Prien

Die Schön Klinik Roseneck entstand Mitte der 1980er Jahre. Das U-förmige Haus A (im Vordergrund) aus dieser Zeit wird in zwei Bauabschnitten für einen zweistelligen Millionenbetrag generalsaniert.
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Die Schön Klinik Roseneck entstand Mitte der 1980er Jahre. Das U-förmige Haus A (im Vordergrund) aus dieser Zeit wird in zwei Bauabschnitten für einen zweistelligen Millionenbetrag generalsaniert.

Das älteste Haus einer der drei großen Priener Reha-Kliniken wird generalsaniert. Haus A der Schön Klinik Roseneck stammt aus den 1980er-Jahren. Spaziergänger am Roseneck in Richtung Herrnberg sehen nur einen Bauzaun. Was sich im Innern abspielt lässt sich nicht erahnen.

Prien - Die Chiemgau-Zeitung hat bei Klinik-Geschäftsführer Sven Schönfeld nachgefragt, ob das Groß-Projekt trotz Corona planmäßig vorankommt und wie die Klinik durch die Pandemie kommt. Die Schön Klinik Roseneck ist das älteste Haus der Gruppe. Heute hat sie über 400 Betten.

Wie ist zu Corona-Zeiten seit Ausbruch der Pandemie die Belegungssituation, auch am zweiten Standort in Rosenheim?

Sven Schönfeld ist Klinikgeschäftsführer der Schön Klinik Roseneck.

Sven Schönfeld: Wir haben als Schön Klinik Roseneck auch während der Corona-Pandemie zu jeder Zeit unseren Versorgungsauftrag erfüllt und uns dabei an die Vorgaben der Allgemeinverfügungen gehalten. Die Belegungssituation ist an beiden stationären Standorten der Schön Klinik Roseneck gut, auch unter Einhaltung aller Hygieneregeln. Dies haben wir unserem sehr gut durchdachten Hygienekonzept zu verdanken.

Wie hat sich die Pandemie finanziell niedergeschlagen?

Schönfeld: Wirtschaftlich ist die Corona-Pandemie für jedes Krankenhaus in Deutschland eine enorme Herausforderung, so auch für die Schön Klinik Roseneck. Vor allem weil die Situation unberechenbar ist und man immer damit rechnen muss, dass die gefühlte Stabilität schnell kippen kann. Das haben auch wir bei dem Teilausbruch im Spätherbst 2020 gespürt.

Gab es denn staatliche Unterstützung und wenn Ja, in welcher Höhe?

Schönfeld: Auch für die Schön Klinik Roseneck gab es die bekannte Unterstützung aus dem Rettungsschirm, der bis zum 30. Juni und 30. September 2020 unterschiedlich gestaffelt war. Auch die teilweise Finanzierung von Covid-19-Tests für Patienten und Mitarbeiter helfen uns, die Ausgaben in dem Bereich teilweise zu kompensieren.

Gab oder gibt es auch Auswirkungen auf die Therapie-Angebote?

Schönfeld: Die Therapieangebote wurden sehr schnell auf die jeweils aktuelle Situation und damit einhergehenden Hygienevorgaben angepasst. Dabei haben sich Patienten und Mitarbeiter vorbildlich verhalten und so dazu beigetragen, dass auch während der Corona-Pandemie ein individuelles Therapieangebot stattfinden konnte.

Da, wo es Auswirkungen hatte, zum Beispiel in der Gruppentherapie, haben wir flexible Lösungen definiert, sodass die Patienten im gewohnten Setting ihre Therapie verfolgen konnten. So haben wir zum Beispiel die Gruppengrößen reduziert, zusätzliche Räume für Gruppentherapien genutzt, Lüftungskonzepte für Gruppenräume entwickelt, digitale Therapiemöglichkeiten genutzt oder auch die Speisenzeiten in unseren Patientenrestaurants ausgeweitet.

Welche Auswirkungen hat das auf die Investitionen? Für die Sanierung von Haus A sollte ein zweistelliger Millionenbetrag ausgegeben werden.

Schönfeld: Die Sanierung von Haus A lief und läuft wie geplant. Auch wenn es aus verständlichen Gründen bei Mitarbeitern zum Teil Irritationen ausgelöst hat, warum nun gerade in Corona-Zeiten auch noch umgebaut wird, wollten wir mit dem Festhalten an dem Sanierungsplan ein deutliches Signal setzen.

Denn die Pandemie ändert nichts daran, dass wir für die Patienten eine gute Atmosphäre während ihres Aufenthaltes und den Mitarbeitern gute Arbeitsbedingungen schaffen wollen. Und gerade deswegen wollen wir gut für die Zukunft vorbereitet sein und haben an den Sanierungsplänen festgehalten. Alle dafür benötigten Gebäude wurden darüber hinaus ja bereits errichtet und warteten auf die Inbetriebnahme.

Von außen ist Haus A nicht anzusehen, dass es modernisiert wird. Was tut sich im Innern, wie weit sind die Arbeiten fortgeschritten?

Schönfeld: Wie bei jeder Kernsanierung fangen die Arbeiten im Inneren des Gebäudes an. Nach einer Zeit des Entkernens (Entfernen alter Leitungen, Fußböden, Wandbeläge etc.) befinden wir uns aktuell in der Phase des Innenausbaus (Raumstrukturen, Wasser, Abwasser, Heizung, Lüftung etc.).

Der erste Bauabschnitt (der Ostflügel vom Haus A) läuft planmäßig und wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres abgeschlossen. Dann beginnt der zweite Bauabschnitt, der Westflügel des Hauses A. Am Ende der jeweiligen Bauabschnitte wird dann auch die Außenhülle des jeweiligen Gebäudeteils saniert, wobei der Charakter des Hauses im Grundsatz erhalten bleibt und sich die Ansicht damit nicht wesentlich ändern wird.

Inwieweit wirken sich Verzögerungen aus? Der Ersatzbau an der Seestraße neben Haus B soll ja zeitlich befristet stehen bleiben und das Grundstück ist auch nur gemietet?

Schönfeld: Wie schon erwähnt haben wir aktuell keine Verzögerungen zu verzeichnen und gehen von einer planmäßigen Fertigstellung Ende 2022 aus. Somit passt auch weiterhin alles in die zeitliche Planung zu den Ersatzbauten und den dafür gemieteten Grundstücken. 

Über die Schön-Klinik Roseneck

Die Ursprünge der psychosomatischen Schön-Klinik Roseneck reichen zurück bis ins Jahr 1985. Über die Jahrzehnte sind die Patientenzahlen kontinuierlich gestiegen. Die inhabergeführte Gruppe hat den Roseneck-Komplex, der nur einen Steinwurf vom Chiemseeufer entfernt ist, schrittweise erweitert. Die Klinik gilt als eine der renommiertesten ihres Fachgebiets in ganz Deutschland.

Zuletzt entstand 2013/14 Haus B an der Nordseite der Seestraße als Neubau.

Heute hat die Klinik über 400 Betten und rund 630 Mitarbeiter. Davon arbeiten 470 im Haupthaus in Prien, die übrigen in der Außenstelle Rosenheim und einer angegliederten Tagesklinik in München. Damit der Betrieb während der Modernisierung von Haus A in vollem Umfang weitergehen kann, entstand auf der Nordseite der Seestraße ein dreigeschossiges Bettenhaus in Modulbauweise, das Platz für 80 Patienten bietet.

Der Bau auf einem eigens angemieteten Grundstück, unmittelbar östlich ans Haus B anschließend, ist mit einer Blendfassade versehen, die den optischen Eindruck eines Provisoriums verdeckt. So fügt sich die Übergangslösung in diesen Bereich ein, der in touristischen Zeiten stark frequentiert ist.

Zur Schön-Gruppe, die aus der Klinik Roseneck erwachsen ist, gehören heute mehr als zwei Dutzend Kliniken in Deutschland und Großbritannien mit mehr als 10.000 Mitarbeitern. Sie behandeln über 300.000 Patienten im Jahr.

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