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"Schmuckkasterl" am Wanderweg

Die Antoniuskapelle steht jetzt am Wanderweg auf den Balsberg.  Foto Flug
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Die Antoniuskapelle steht jetzt am Wanderweg auf den Balsberg. Foto Flug

Trotz sengender Hitze fanden sich mehrere 100 Gäste ein, die feierliche Weihe der neuen Antoniuskapelle am Wanderweg zum Balsberg zu erleben. Ein "Schmuckkasterl" nannten sie einige Redner.

Unterwössen - Ein schmiedeeisernes Kreuz ziert jetzt den Giebel. Hinter der besonders geschnittenen Eichentür im Sandsteinrahmen stehen schlichte Kirchenbänke. Durch bunte Fenster fällt das Sonnenlicht ein. Auf der schweren marmornen Altarplatte steht eine einzigartige, in Holz gearbeitete Antoniusskulptur des Nachbarn und international renommierten Bildhauers Andreas Kuhnlein. Innen hängt eine Glocke neben der Tür. Zwei Ruhebänke stehen im Außenbereich, Beete mit frischen Blumen schmücken den Eingang.

Im großen Rund hatten sich viele Gäste im Schatten von Bäumen und Zelten versammelt. Mit einem Salut eröffnete die Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental die Feier. Die Schlechinger Alphornbläser und die Blechbläser der Musikkapelle Wössen unter Leitung von Jochen Langer stimmten auf die Feier ein.

Für die Erbauer und Stifterfamilien der Kapelle, die Familien Manfred und Hans Höglauer, übernahm Hans Höglauer die Begrüßung. Er verwies auf das Jahr 1791, als die Unterwössner den heiligen Antonius zum Zweitpatron ihrer Pfarrkirche erkoren.

Höglauer wusste um das Ansehen des 1231 verstorbenen Heiligen, Patron des Franziskanerordens und Schutzheiligen. Höglauer sah aber auch die Bedeutung seiner Botschaft für das 21. Jahrhundert zu Freiheit, Humanität, Bescheidenheit, Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Bernhard Greimel, Kirchenpfleger der Pfarrkirche St. Martin, hatte die Baupläne der Kapelle entworfen. Er erläuterte den architektonischen Reiz und verwies auf die besonders abgesetzte Apsis. Dieser halbkreisförmige Gewölbeteil am vom Weg abgewandten Kapellenende birgt den Altar mit der Antoniusfigur. Das Kreuz auf dem Dach ist dem Gipfelkreuz des Hohen Göll nachempfunden, trägt aber im Kern eine geschmiedete Lilie.

"Unterwössen ist um ein gottgefälliges Wahrzeichen reicher geworden", meinte Bürgermeister Hans Haslreiter. Auch diese Kapelle sei, wie alle anderen, Zeuge einer inneren Haltung in der Region, die sich deutlich zum christlichen Glauben bekenne. "Ich danke den beiden Familien Höglauer ganz herzlich. Ihr habt Eure Kapelle mit viel Herzblut und Liebe zum Detail gebaut."

Mit einem Dank an alle, die am Bau mitgewirkt und beeindruckende Handwerkskunst bewiesen haben, verband Hans Höglauer eine lange Reihe von Geschichten der Bauphase. Er nannte alle Beteiligten und hob sie mit Anekdoten heraus. Die Ehefrauen Regina und Karoline Höglauer schilderten in gesonderten Wortbeiträgen sehr persönliche Gedanken zu diesem Bauwerk. Sie fanden damit viel Sympathie.

Der von seinem Bruder Hans immer wieder für Unterstützung und Mitwirkung herausgehobene Miterbauer Manfred Höglauer erklärte die Idee zum Bau der Kapelle. Sie ist den Brüdern Höglauer auf den Wanderungen und Wegen gekommen, wenn sie dort Kapellen immer als besondere Wegpunkte empfunden hatten. Wenn die Menschen in weitaus schwierigeren Zeiten Kraft und Mut gehabt hätten, solche Kapellen zu errichten, müsse das erst recht heute möglich sein, dachten sich die Brüder.

Feierlich weihten Pfarrer Klaus Wernberger und Diakon Erik Oberhorner die Kapelle. Ein eindruckvolles Ave Maria, gesungen von Suzanne Calabro-Schmuck, schloss die Weiheandacht. Sigi Maier begleitete an der Harfe.

Munter ging es mit Musik und einem denkwürdigen Auftritt eines jungen, vielköpfigen Familienchores Höglauer im offiziellen Teil zu Ende.

Fast jeder der vielen hundert Gäste besichtigte im Anschluss die Kapelle. Alle zeigten sich tief beeindruckt. Innen verdeutlichte der Künstler Andreas Kuhnlein die Idee hinter seiner Altarfigur. Sie stellt den heiligen Antonius mit Admiralshut und Schwert dar. Das erinnert an die Sage von der kampflosen Einnahme der Festung Oran 1732 durch Admiral Don Mondemar. Der hatte im Anschluss an den Gottesdienst der Altarfigur des heiligen Antonius Admiralshut und Insignien aufgesetzt. Dazu sagte er angeblich " Du bist es, du, o heiliger Antonius, der Oran einnehmen kann, ich bin es nicht imstande." Am nächsten Tag sollen die Mauren vor einer Antoniuserscheinung geflohen sein.

Das Werk verdeutliche in seiner zerklüfteten Struktur darüber hinaus menschliche Gewalt, Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit, meinte Kuhnlein. lfl

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