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Zukunft des Vinzentinum

Schmerztherapie soll Ruhpoldinger Krankenhaus retten

Derzeit hat die Klinik in Ruhpolding mit 76 Betten ihren Schwerpunkt auf Geriatrie und Innerer Medizin.
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Derzeit hat die Klinik in Ruhpolding mit 76 Betten ihren Schwerpunkt auf Geriatrie und Innerer Medizin.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Kleine Krankenhäuser haben oft einen langen Leidensweg, bevor sie geschlossen werden. Das soll dem Ruhpoldinger Vinzentinum erspart werden. Schmerztherapie soll das Heilmittel für die Zukunft sein.

Traunstein/Ruhpolding – Die Kliniken Südostbayern AG (KSOB) hat ein umfassendes Zukunftskonzept für den Krankenhausstandort Ruhpolding beschlossen. Das Vinzentinum wird zu einem Kompetenzzentrum für Schmerztherapie entwickelt. „Es wird für die Menschen in der Region im Bereich Schmerztherapie ein Angebot auf höchstem Niveau schaffen und darüber hinaus überregionale Strahlkraft entfalten“, so Vorstandsvorsitzender der KSOB Dr. Uwe Gretscher.

Die Rahmenbedingungen für kleine Krankenhausstandorte sind laut Sabine Segerer-Utz, Sprecherin der KSOB, gesundheitspolitisch generell nicht einfach. Die bundesweiten Personal- und Qualitätsvorgaben werden immer anspruchsvoller. Für Standorte wie Ruhpolding sind diese Vorgaben immer schwerer umsetzbar – nicht zuletzt angesichts eines deutlich angespannten Personalmarkts bei Pflegekräften und Ärzten.

Neuausrichtung notwendig

Bei den laufenden Bau- und Sanierungsarbeiten seien die generellen baulichen und strukturellen Herausforderungen des Vinzentinums nochmals verstärkt zutage aufgefallen. Daher beschloss die Klinikleitung, die ursprünglich zu einem späteren Zeitpunkt angedachte Neuausrichtung sofort weiter zu forcieren, damit Ruhpolding schon nach Ende der Modernisierungsarbeiten mit der neuen Ausrichtung in Betrieb gehen kann.

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Dieses Konzept wurde nun vom Aufsichtsrat der KSOB AG beschlossen. Damit wird das Vinzentinum Ruhpolding nach Ende der Sanierungsarbeiten, bei denen die Kliniken insgesamt 4,5 Millionen Euro investieren, im 4. Quartal 2021 „als modernes, attraktives und hoch qualifiziertes Kompetenzzentrum für Schmerztherapie in Betrieb gehen – mit einem umfassenden Versorgungsangebot, das sicherlich auch überregional wirken wird“, so der Vorsitzende des Aufsichtsrats Landrat des Berchtesgadener Landes Bernhard Kern (CSU).

Spezialisierung ist der Weg

„Das Konzept für Ruhpolding ist der nächste Meilenstein bei unserem Weg, die Kliniken Südostbayern durch eine gezielte Schwerpunktbildung an den einzelnen Standorten zukunftsfähig aufzustellen“, findet auch der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch (CSU). Es sei angesichts der generellen Entwicklungen im Gesundheitswesen nicht möglich, an jedem Krankenhausstandort jede Leistung auf höchstem Niveau anzubieten.

Nur die Spezialisierung innerhalb des Verbunds kann Walch zufolge der Weg sein, um die Standorte zu erhalten. „Im Verbund der Standorte können wir für die ganze Region eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau anbieten“, so der Landrat.

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Von Synergie-Effekten mit den tagesklinischen und ambulanten Bereichen geht Elisabeth Ulmer, Vorstand der KSOB aus. „Dazu gehören verschiedene Therapiekonzepte, die bereits in Ruhpolding angesiedelt sind“, so Ulmer.

Zukunftsthema in der Medizin

Die Nachfrage nach professioneller Schmerztherapie ist laut Gretscher groß. „Gleichzeitig steigen angesichts der demografischen und medizinischen Entwicklung die Anforderungen in der ambulanten, tagesklinischen und multimodal stationären Schmerztherapie permanent“, so der Vorstand.

Bürgermeister froh über die Lösung

Diesen Anforderungen könne man nur mit einer gezielten Spezialisierung und Schwerpunktbildung gerecht werden. Zudem sei der Bereich Schmerztherapie für potenzielle Mitarbeiter sehr attraktiv.

Auch Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) zeigt sich begeistert vom Zukunftskonzept für das heimische Krankenhaus: „Das Kompetenzzentrum für Schmerztherapie passt hervorragend nach Ruhpolding.“ Derzeit laufen laut Pfeifer auch noch Gespräche mit heimischen niedergelassenen Ärzten, inwieweit künftig eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen Vinzentinum im Bereich der allgemeinmedizinischen Versorgung der heimischen Bevölkerung möglich ist.

Schmerzpatienten besonders von Covid-19 betroffen

Chronischen Schmerzpatienten geht es unter Pandemiebedingungen laut der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) schlechter. Dies ist das Ergebnis des Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2021 mit rund 4000 Teilnehmern.

Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen stellen eine große Belastung für die Bevölkerung dar. „Besonders chronischen Schmerzpatienten geht es schlechter und der Therapiebedarf erhöht sich“, sagte Dr. Thomas Cegla, Vizepräsident der DGS. Immerhin rund 17 Prozent der Bevölkerung seien von chronischen Schmerzen betroffen, bezogen auf ältere Menschen sogar 28 Prozent. Bei 44 Prozent der Patienten haben der DGS zufolge die Schmerzen zugenommen. Sind Patienten selbst von einer Covid-19-Infektion betroffen, verschlechtert sich die Situation zusätzlich. Menschen mit psychischen Erkrankungen, die bei chronischen Schmerzpatienten vermehrt auftreten, erkranken laut DGS häufiger an Covid-19 und in der Folge einer Infektion kommt es oft zu psychiatrischen Symptomen. Bereits während der akuten Infektion treten bei vielen Patienten Depressionen sowie Angst- und Schlafstörungen auf. Nach einer überstandenen Infektion leiden viele Patienten weiter, am häufigsten (19,3 Prozent) unter Fatigue (Ermüdung).

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