Schmerzhafter Start ins Amt für den Überseer Bürgermeister

Endlich wieder im Rathaus: Bürgermeister Eberhard Bauerdick hat seine Amtsgeschäfte nach der Genesung wieder aufgenommen.
+
Endlich wieder im Rathaus: Bürgermeister Eberhard Bauerdick hat seine Amtsgeschäfte nach der Genesung wieder aufgenommen.

Übersees Bürgermeister Eberhard Bauerdick war gerade vereidigt, als ihm im Rathaus ein folgenschwerer Unfall passierte. Sieben Wochen war er außer Gefecht gesetzt. Er erzählt, wie er seine Verletzungen gemeistert hat.

Interview: Bärbel vom Dorp

Übersee– Nach seinem Sieg über den damaligen Amtsinhaber Marc Nitsche (CSU) in der Stichwahl Ende März wollte der frisch gebackene Bürgermeister Eberhard Bauerdick (GfÜ) in seinem neuen Amt die Ärmel hochkrempeln. Doch es kam anders. Nur eine Woche nach seiner Vereidigung erlitt er bei einem Unfall im Rathaus ein Schädel-Hirn-Trauma: Und das, weil er über die Türschwelle seines Büros im Rathaus gestolpert und so unglücklich gefallen war, dass er einige Tage im Klinikum Traunstein verbringen musste. Sieben Wochen war er im Krankenstand. Nun hat er seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Die Chiemgau-Zeitung hat nachgefragt, wie er die schwierige Zeit überstanden hat.

Herr Bauerdick, wie geht es Ihnen?

Eberhard Bauerdick:Ich freue mich, hier wieder sitzen zu dürfen.

Über eine Türschwelle ist sicher jeder schon einmal gestolpert. Sie hatten dabei aber ganz schön Pech.

Bauerdick: Ich litt neben Doppelbildern und Sprachstörungen unter Schwindel und Gangunsicherheit, verbunden mit starken Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Die Symptomatik verstärkte sich durch jede Art von geistiger und körperlicher Aktivität.

Wie haben Sie es geschafft, wieder gesund zu werden?

Bauerdick:Die Maßnahmen bestanden in erster Linie in der Verordnung von konsequenter Schonung, sowohl körperlich als auch kognitiv. Später kamen leichte Übungen hinzu, bis zur Symptomfreiheit.

Sind Sie noch in irgendeiner Form eingeschränkt ?

Bauerdick: Nein, in keinster Weise. Deshalb haben meine betreuenden Ärzte jetzt auch grünes Licht zur Arbeitsaufnahme gegeben.

Lesen Sie auch: Nach dem schweren Sturz von Landrat Wolfgang Berthaler: Sein Stellvertreter räumt nun den Schreibtisch

Sie sind gern draußen in der Natur, können Sie denn schon wieder einem sportlichen Hobby nachgehen?

Bauerdick:Ich will es langsam angehen lassen, habe aber sogar schon eine kleine Radtour gemacht. Zur Zeit widme ich mich mehr meinem fotografischen Hobby.

Nach so langer Zeit stapelt sich sicher die Arbeit auf Ihrem Schreibtisch.

Bauerdick:Ja, es ist Einiges zu tun. Ich bekomme aber jede erdenkliche Unterstützung von der Rathausverwaltung und meinen Vertretern Margarete Winnichner und Herbert Strauch.

Was sind die dringendsten Probleme, die es anzupacken gilt?

Bauerdick: Vorrangig geht es darum, das Seeufer in punkto Verkehr und Parkplätzen zu regeln. Es muss 100-prozentig gewährleistet sein, dass die Rettungswege nicht zugeparkt sind und die Landwirte Zugang zu ihren Feldern haben. Ein guter Schritt ist kürzlich durch die Gründung einer Konzeptgruppe gemacht worden, die die Bedürfnisse von Bürgern und Gästen erarbeitet.

Das könnte auch interessant sein: Neubau des Rathauses in Übersee wird möglicherweise verschoben

Was sind weitere Handlungsschwerpunkte?

Bauerdick: Brandaktuell ist die Aufteilung des Gewerbegebietes Entenfeld. Und natürlich müssen die Finanzen hinsichtlich der wirtschaftlichen Einbrüche durch die Corona-Krise neu geordnet und bewertet werden.

Viel zu tun also.

Bauerdick: Ja, aber ich freue mich darauf, denn wir haben ein gutes Miteinander im Gemeinderat und in der Verwaltung. Und alle stehen „Gewehr bei Fuß“.

Kommentare