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Spendenprojekt trotz Corona auf Kurs

Es fehlen noch 70.000 Euro: Schlechinger sammeln für ihre neue Kirchenorgel

Organistin Maria Blank an der alten Orgel.
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Organistin Maria Blank an der alten Orgel.
  • VonSybilla Wunderlich
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Die alte Barockorgel in der Pfarrkirche St. Remigius ist von Bleifraß geplagt und laut Gutachten in einem katastrophalen Zustand. Seit fünf Jahren setzt sich ganz Schleching dafür ein, das Geld für eine neue Orgel zusammenzubringen, die rund eine Viertel Million Euro kostet. Jetzt fehlen noch 70.000 Euro.

Schleching – In Schleching steht „eine der feinsten und schönsten Bauschöpfungen auf dem Gebiet des ländlichen Kirchenbaus in der Barockzeit“, so steht es in einem Gutachten des Landesamts für Denkmalpflege geschrieben. Gemeint ist die Pfarrkirche St. Remigius. Vor bald 300 Jahren haben die Schlechinger, als Bewohner eines damals noch armen Gebirgstales, große Opfer für den Kirchenbau auf sich genommen. Jetzt ist das Engagement erneut groß, Spendengelder für eine neue Orgel aufzutreiben.

Bleifraß greift die Orgelpfeifen an

Ende der 90er Jahre wurde vom Orgelbeauftragten des Bistums, Friedemann Winkelhofer, der „katastrophale Zustand“ der Orgel dokumentiert – zum Beispiel Bleifraß an den Orgelpfeifen, die zur Zerstörung der Orgel führen. Ein erneutes Gutachten aus 2013 ergab, dass sich der Zustand weiter dramatisch verschlechtert hatte.

Nach kurzer Diskussion in der Pfarrei wurde der Gedanke an eine preiswertere Lösung mit einer elektronischen Orgel verworfen, die dieser außergewöhnlichen Kirche nicht gerecht werden würde. Vielmehr soll der Wert der kostbaren Barockkirche mit dem Einbau einer qualitätsvollen Orgel – an der noch viele Generationen Freude haben werden – erhalten bleiben.

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Die Vorstellung bei allen kirchlichen und weltlichen Anlässen auf die wunderschönen Klänge einer Orgel verzichten zu müssen, hatte keinem gefallen, denn mit der Musik der Orgel wird auch das Erbe vieler Generationen weiter getragen und die Klänge fördern Einkehr und Besinnung.

Vor fünf Jahren gründeten engagierte Bürger die Projektgruppe „Eine neue Orgel für Schleching“. In diesen fünf Jahren wurden viele Aktionen auf die Beine gestellt, um das nötige Geld zu beschaffen. Nachdem der „Orgel-Markt“ erkundet und die Entscheidung für den Orgelbauer Alois Linder gefallen war, konnte mit konkreten Summen gerechnet werden.

Fastensuppe, Nachlässe und Geburtstagssammlungen

Das Ziel von 250 000 Euro war festgelegt, zunächst eine sehr hohe Summe für einen kleinen Ort mit 1800 Einwohnern. Von Initiativen und Veranstaltungen wie Fastensuppen-Essen, Pfarrfesten, Christkindlmarkt, Verkäufen von Selbstgemachtem aus Küche und Keller sowie von feinem Olivenöl, Kirchen-Führungen bis hin zu Benefizkonzerten wurden keine Mühen gescheut. Großzügige Spenden aus Aktionen der Schlechinger Vereine, von Geburtstagen und Nachlässen haben zusammen mit Beitragsversprechen des erzbischöflichen Ordinariats München und der Schlechinger Gemeinde 70 Prozent des benötigten Kapitals erbracht. Jetzt fehlen noch rund 30 Prozent, also 70.000 Euro.

Lieferung und Bau in drei bis vier Jahren

Der Orgelbauer Alois Linder hat die Orgel in seine Terminplanung aufgenommen. Lieferung und Bau sind für 2024/25 geplant. Die nötigen „Formalitäten“ mit der Kirchenverwaltung und dem erzbischöflichen Ordinariat wurden im Hintergrund erledigt und der Weg für eine neue Orgel geebnet.

Die Projektgruppe um Cees de Wit ist im Gespräch mit Künstlern für weitere Benefiz-Konzerte, sobald die Corona-Beschränkungen dies zulassen. Trotz der Corona-Situation gab es aber keinen Stillstand. Es kamen weitere Spenden von Firmen, Vereinen und Bürgern. Dafür ist die Projektgruppe sehr dankbar und hofft aus tiefstem Herzen, dass auch das „letzte Stück des Weges“ nämlich die noch nötigen 70.000 Euro gemeinsam getragen werden. Der Kontakt zu Cees de Wit ist die Nummer 08649/986409 oder per E-Mail an dewitschleching@t-online.de.

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