Schlechinger nehmen Abschied von Pfarrer Simon Wieser

Pfarrer Simon Wieser ist tot. Das Bild zeigt ihn 2011 bei der Nachfeier des Diamantenen Priesterjubiläums in Schleching. bre

Pfarrer Simon Wieser, der am 21. Juni im Alter von 97 Jahren verstorben ist, wurde im Priestergrab in Schleching beigesetzt. Von 1971 bis 2005 prägte er Pfarrherr, anschließend als Ruhestandspfarrer das kirchliche und gemeindliche Leben im Ort.

Schleching – Die Eucharistiefeier in der Pfarrkirche St. Remigius zelebrierte Domvikar Monsignore Christoph Huber im Auftrag von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx. Die Beerdigung hielt Dekan Georg Lindl. Den Gottesdienst begleitete außerdem Pfarrer Martin Straßer, Ruhestandspfarrer, Josef Kreuzpointner, Kaplan Adrian Zessin und die Diakone Erik Oberhorner und Heiner Vogl. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Bläser der Musikkapelle Schleching, der Männerchor, der Kirchenchor sowie die Schlechinger Sänger.

Die Lesungen aus dem Buch Ezechiel und aus dem Evangelium nach Lukas mit dem Thema „sich um die Herde der Schafe zu kümmern und auch ein Verirrtes zu suchen“ beschrieben den Kern des priesterlichen Dienstes, so Monsignore Huber. Diesen Dienst habe Pfarrer Wieser mit großer Gewissenhaftigkeit erfüllt.

1951 wurde Simon Wieser zusammen mit Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI, und dessen Bruder Georg im Freisinger Dom von Michael Kardinal von Faulhaber, Erzbischof von München und Freising, zum Priester geweiht. 14 Jahre war er Kaplan in Unterstein am Königssee und in Garmisch, sechs Jahre Pfarrer in Flossing bei Mühldorf.

Nach dem Tod von Pfarrer Josef Riedl kam er 1971 nach Schleching. Wie vielfältig neben der Seelsorge die kirchlichen und gesellschaftlichen Aufgaben waren, so Huber, könnten sich viele nicht ausmalen. Mit festem Glauben an den Herrgott habe er sie alle gemeistert. „Er hat mitgestaltet, war mit euch und bei euch“, so Huber.

Pfarrer Wieser initiierte die Gründung des Männerchores. Die Sorge um die drei kostbare Kirchen – neben der Pfarrkirche auch die Streichen, die der Wallfahrtskirche in Raiten – lag ihm am Herzen.

Im Auftrag von den Kardinälen Reinhard Marx und Friedrich Wetter sowie dem emeritierten Papst Benedikt sagte Huber allen „Vergelt’s Gott“, die mit Wieser „Kirche waren in Schleching“ – Ehrenamtliche und Mitarbeiter. Ein Pfarrer allein sei hilflos, wenn ihm nicht Menschen zur Seite stehen und ihn nehmen, wie er ist.

Als er im fortgeschrittenen Alter im Caritas Altenheim in Kiefersfelden lebte, riss der Kontakt zu seinen Schlechingern nicht ab, insbesondere Jakob Riedlsperger betreute ihn und holte ihn oft nach Schleching. „Er wollte mit uns allen in den Himmel kommen. Es ist nun an uns, nicht nachzulassen, dass der Himmel für uns offensteht. Das ist sein Vermächtnis für uns“, schloss Huber.

2001, als Pfarrer Wieser sein Goldenes Priesterjubiläum feierte, ernannte ihn Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter zum Geistlichen Rat. Das Diamantene Priesterjubiläum folgte 2011 in Kiefersfelden mit einer Nachfeier in der Pfarrkirche St. Remigius in Schleching.

Pfarrer Straßer ergänzte noch einige Meilensteine vom Wirken Wiesers, etwa Wiederaufbau des Kirchenchores, die Gründung der Katholischen Frauengemeinschaft und der Marianischen Männerkongregation sowie die Betreuung der Bruderschaft vom guten Tod. Die große Statue der Muttergottes neben dem Altar der Pfarrkirche sei auf seine Initiative erworben worden.

Bürgermeister Josef Loferer würdigte die außerordentlichen Verdienste, unter anderem um die mit großem Kunstverstand renovierte Pfarrkirche. Pfarrer Wieser wurde 1995 zum Ehrenbürger der Gemeinde g ernannt.

Sebald Bachmann als Leiter des Männerchores hob besonders hervor, dass Pfarrer Wieser damals jeden Sänger persönlich ansprach, um die Gründung des Chores zu ermöglichen.

Nach den Reden übernahm Dekan Georg Lindl die Aussegnung in der Kirche. Der Leichenzug führte eine kurze Strecke durch das Dorf und endete am offenen Grab. Ein letztes Grußwort sprach KSK-Vorsitzender Emil Huber.

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