LESERFORUM

Schlamm aus dem Hafenbecken aufbereiten

Zum Bericht „Chiemseeschlamm als Präzedenzfall?“ im Lokalteil:

Warum ist die Petition der Bürgerinitiative „Rettet den Chiemsee“ von der Mehrheit im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags abgelehnt worden?

Weil noch kein Antrag des Chiemsee Yachtclubs vorliegen würde. Was ist denn das für eine tricky, formalistische Begründung, wenn für die Voruntersuchung bereits ein hoher fünfstelliger Betrag aufgewendet wurde? Denn das bedeutet doch, dass das Verfahren längst auf Hochtouren läuft.

Danach könnte die offizielle Begründung so schnell kommen, dass für Einwände und Alternativenüberlegungen kaum noch Zeit bliebe.

Doch solch Überlegungen sind gerade hier besonders wichtig, da es sich um einen dermaßen großen Eingriff handelt (Man spricht von 10 000 Kubikmetern Schlamm) und das dann als gigantische „Wolke“ im See verteilt – unvorstellbar.

Die harmlose Bezeichnung „Umschichtung“ erweckt ganz falsche Assoziationen. Dabei gibt es Schlammaufbereitungverfahren, bei denen die Mikrobiologie wieder angeregt und damit die Schlammmenge auf natürliche und nachhaltige Weise abgebaut wird.

Natürlich dauert so ein Verfahren sicher viel länger als eine Ex- und Hopp-Baggeraktion, aber der Respekt vor dem See sollte den Verein ermutigen, hier einmal ungewohnte Wege zu gehen. So könnte er auf positive Weise Vorreiter sein.

Irmgard Beckelmann

Prien

Kommentare