4,5 Millionen-Euro-Projekt

„Schieber auf, Wasser marsch“: Ruhpolding hat sein Leitungsnetz erweitert

Drehten symbolisch für die fertiggestellte Wasserversorgung West-Brand am Rad: Bürgermeister Justus Pfeifer (vorne) und Wassermeister Franz Astner.
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Drehten symbolisch für die fertiggestellte Wasserversorgung West-Brand am Rad: Bürgermeister Justus Pfeifer (vorne) und Wassermeister Franz Astner.

Ehrgeiziges Trinkwasser-Projekt für 4,5 Millionen Euro in Ruhpolding fertiggestellt: 131 Anwesen, sechs Gaststätten sowie die Talstation Unternberg-Sesselbahn und der Freizeitpark wurden ans öffentliche Wasserleitungsnetz angeschlossen.

Von Ludwig Schick

Ruhpolding– „Schieber auf – Gemeindewasser Marsch“ hieß es kürzlich, als Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer und Wassermeister Franz Astner vom gemeindlichen Wasserwerk wortwörtlich „am Rad“ drehten. Die symbolischen Handgriffe besiegelten eine technische Meisterleistung, die im Zusammenspiel mit sorgfältiger Planung sowie perfekter Ausführung nun nach zweieinhalbjähriger Bauzeit und ohne gravierende Zwischenfälle erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Erklärtes Ziel der Gemeinde war, mit der in drei Bauabschnitten durchgeführten Baumaßnahme „Ruhpolding West – Brand“ die bisher nicht von der Gemeinde versorgten Ortsteile an das öffentliche Trinkwassernetz anzuschließen. „Damit ist eine langfristig sichere Wasserversorgung mit einwandfreiem Trinkwasser sichergestellt worden“, so der Bürgermeister. Bisher war die Trinkwasserversorgung überwiegend aus Privatquellen erfolgt, bei der es aber immer wieder Probleme mit der Wasserqualität und -quantität gab. Wohl auch aus diesem Grund hatte sich die Gemeinde Ende 2015 zu dem ehrgeizigen Projekt entschlossen (wir berichteten).

Hochbehälter und Pumpstation erforderlich

Mit dem im Mai 2018 in Angriff genommenen ersten Bauabschnitt „Unternberg“ wurden die Ortsteile Guglberg, Geiern, Stocking, Stockreit, Bärngschwendt, Eisenberg, Raffner-Alm und Weingarten angebunden. Für diese Maßnahmen brauchte es einen Hochbehälter oberhalb der Raffner-Alm mit einem Volumen von 75 Kubikmeter sowie eine Pumpstation in Bärngschwendt.

Der zweite Bauabschnitt umfasste die Ortsteile Egg und Hinterreit. Das dritte Bausegment „Brand“ umfasste dann die Ortsteile Vorderbrand, Brand, Gruttau, Sulzen, Butzn, Glockenschmiede und Haßlberg. Auch hier erforderte es den Neubau eines Hochbehälters in Egg mit einem Volumen von 300 Kubikmeter, der das gesamte Brander Tal abdecken kann.

Verlegung der Rohre zum Teil schwierig

Für die Anbindung der Anwesen im höher gelegenen Weiler Butzn wurden die Stromleitung mit Trafostation sowie eine gänzlich neue, moderne Pumpstation an der Branderbrücke erforderlich.

Im Gesamten wurden 131 Anwesen, sechs Gaststätten sowie die Talstation Unternberg-Sesselbahn und der Freizeitpark Ruhpolding ans öffentliche Leitungsnetz angeschlossen, das sich insgesamt um 13,3 Kilometer erweiterte. Die Verlegung der Rohre gestaltete sich laut Bürgermeister an manchen unzugänglichen oder felsigen Passagen sehr schwierig und zeitaufwändig.

Unterstützt von auslaufendem Förderprogramm

Ein Teil der Kosten für den Bau der Wasserleitung wird durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein, das das Projekt fachlich begleitete, mit einem Anteil von 60 Prozent der förderfähigen Investitionskosten unterstützt. Wie Anton Resch vom Sachgebiet Wasserversorgung, Grundwasser- und Bodenschutz dazu mitteilte, diene die Maßnahme dem erstmaligen Anschluss bisher noch nicht versorgter Bebauung und wurde Ende 2015 noch knapp in das auslaufende Förderprogramm des Umweltministeriums aufgenommen.

Bürgermeister Pfeifer meinte dazu, er wolle sich nicht mit fremden Federn schmücken, zumal sein Vorgänger und alle Gemeinderatsmitglieder der vergangenen Legislaturperiode das Projekt angestoßen hätten. Trotzdem erfülle es ihn in seiner noch relativ frischen Amtszeit mit Stolz, so ein erfolgreiches und wichtiges Bauvorhaben zu Ende führen zu können.

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