100 Jahre alte Bäume

Vom Sturm entwurzelte Scheinzypressen aus Traunstein als Wertholz angeboten

Traunsteins Stadtförster Gerhard Fischer hat bei der Wertholzsubmission erfolgreich mehrere Stämme von Scheinzypressen angeboten.
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Traunsteins Stadtförster Gerhard Fischer hat bei der Wertholzsubmission erfolgreich mehrere Stämme von Scheinzypressen angeboten.

Von einem Sturm entwurzelte Bäume bringen bei der Wertholzsubmission in Waging bis zu 475 Euro je Festmeter. Rund 100 Jahre standen die Scheinzypressen bei dem Priesterkreuz auf dem Traunsteiner Waldfriedhof.

Waging – Mit zwei Dutzend Stämmen hat sich der Traunsteiner Stadtforst an der Wertholzsubmission in Waging beteiligt (wir berichteten).

Dabei konnte Stadtförster Gerhard Fischer eine Baumart anbieten, die hier nur selten zu sehen ist: Scheinzypressen. Die Bäume standen seit gut 100 Jahren beim Priesterkreuz auf dem Traunsteiner Waldfriedhof und fielen dem Sturm „Bianca“ Ende Februar vergangenen Jahres zum Opfer. Die Stämme, so dachte sich der Stadtförster, sind zu schade, um sie als Brennholz zu verwerten, und so brachte er sie zur Wertholzsubmission.

Bis zu 475 Euro pro Festmeter bringen die Bäume

Statt des Brennholzpreises, der bei rund 50 Euro pro Festmeter liegt, brachten die Bäume bis zu 475 Euro pro Festmeter. Aus Zypressen wurden früher unter anderem Holzschindeln geschnitten. Die Kapelle im Traunsteiner Stadtwald in Froschham, die auf Waginger Gemeindegebiet steht, so berichtet Fischer, war früher mit Schindeln aus Zypressenholz gedeckt.

Eine alte Bergulme, die in der Daxerau stand und abgestorben war, brachte dem Stadtforst bis zu 408 Euro pro Festmeter. Alte Fichten aus Froschham erzielten mit 322 Euro die höchsten Festmeterpreise aller 22 angebotenen Fichtenstämme. Mit 304 Euro kam auch einer der drei teuersten Tannenstämme aus dem Traunsteiner Stadtwald.

Bäume stammen aus dem Stadtwald und dem Stadtgebiet

Abnehmer fand außerdem eine ebenmäßig gewachsene rund 100 Jahre alte Tanne aus dem Bürgerwald. Mitarbeiter der städtischen Forstverwaltung haben sie in der Nähe der Schießstätte gefällt.

Ein Vogelbeerbaum aus dem Stadtwald in Froschham wurde ebenfalls angeboten. Das Holz ist bei Drechslern beliebt und wird zum Beispiel zu hochwertigen Tür- und Schubladengriffen verarbeitet. Auch mehrere andere Bäume aus dem Traunsteiner Stadtwald sowie dem Stadtgebiet wurden bei der Submission angeboten und fanden Abnehmer.

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Trotz der erfreulichen Preise, welche die Stämme erzielt haben: Ein großes Geschäft ist die Submission für die Stadt nicht, wie Förster Gerhard Fischer einräumt. Es gehe bei dieser Veranstaltung für ihn aber nicht in erster Linie darum, hohe Erlöse zu erzielen. Vielmehr wolle man zeigen, dass Waldbauern mit guter Pflege und gezielter Auslese Stämme erzeugen können, die weit höhere Preise erzielen als die übliche Schnittware, als die der allergrößte Teil des hiebsreifen Holzes vermarktet wird. obk

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