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Weitere Tänze fielen Dauerregen zum Opfer und werden später nachgeholt

Schäfflertänzer "flohen" ins Rathaus

In ihrem bunten Zunftgewand trat die Schäfflertanzgruppe der Kolpingsfamilie Traunstein nach zehn Jahren Pause wieder auf. Der Dauerregen ließ allerdings nur den einen Auftritt im Foyer des Traunsteiner Rathauses zu.  Foto buthke
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In ihrem bunten Zunftgewand trat die Schäfflertanzgruppe der Kolpingsfamilie Traunstein nach zehn Jahren Pause wieder auf. Der Dauerregen ließ allerdings nur den einen Auftritt im Foyer des Traunsteiner Rathauses zu. Foto buthke

Traunstein - So hatten sich die Mitglieder der Schäfflertanzgruppe der Kolpingsfamilie Traunstein den Auftakt ihrer Schäfflertänze während der Faschingszeit nicht vorgestellt: Am Samstag mussten sie den Ehrentanz für ihren Schirmherrn, Oberbürgermeister Manfred Kösterke, wegen des Dauerregens kurzfristig ins Rathausfoyer verlegen. Die restlichen Auftritte unter freiem Himmel fielen buchstäblich ins Wasser und wurden abgesagt, um die Schäfflertänzer und ihr neues Zunftgewand vor größerem Schaden zu bewahren. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, versprach Organisator Sebastian Eisenreich.

Zu der Musik der Stadtmusik Traunstein unter der Leitung von Augustin Spiel zogen die Schäfflertänzer in das Foyer des Rathauses ein, wo sie bereits von einer großen Schar von Zuschauern erwartet wurden. Der Schäfflertanz ist der Zunfttanz der Fassmacher beziehungsweise Fassbinder, die zur Musik festgelegte Figuren tanzen.

Das vom Glockenspiel am Münchner Rathaus bekannte Lied mit dem Refrain "Aba heit is koit" hätte man den Umständen entsprechend jedoch in "Aba heit is noss" umtexten können. Die Tänzer traten im traditionellen Zunftgewand mit grüner Kappe, roter Jacke, weißen Handschuhen, schwarzer Kniebundhose, Schurzleder, weißen Kniestrümpfen und schwarzen Schuhen auf.

Neben den Tänzern waren noch der Vortänzer, der Fassschlager, Kasperln und der Reifenschwinger dabei. Letzterer schwang in Person von Hannes Huber zwei Holzreifen, in denen jeweils ein volles Schnapsglas stand. Idealerweise soll dabei kein Tropfen verschüttet werden, was dem Huber Hannes auch glänzend gelang, sodass er dem Stadtoberhaupt ein Stamperl reichen konnte.

Huber ging anschließend kurz auf die Geschichte des Schäfflertanzes ein, der der Legende nach erstmals 1517 während einer Pestepidemie in München aufgeführt worden sein soll. Die Kolpingsfamilie Traunstein führte ihn zum ersten Mal 1953 zu ihrem 100. Jubiläum auf und wiederholt ihn seitdem im Zehn-Jahres-Rhythmus.

Der Erlös aus dem Obolus der Besteller für die Aufführungen, aus Spenden und dem Verkauf von Schnaps durch die Marketenderinnen bei den Zuschauern kommt wohltätigen Zwecken zugute. Dieses Mal werden der ambulante Hospizdienst der Caritas, der sich ehrenamtlich um die Hospizbetreuung kümmert, und das Familienpflegewerk des Katholischen Frauenbunds, das hilft, wenn die Mutter einmal krank wird, unterstützt. Zudem bekommt die Franz-von-Kohlbrenner-Schule einen Brotbackofen, bei dessen Aufstellen die Schäfflertänzer auch mithelfen werden.

Kösterke gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass er die Schirmherrschaft übernehmen durfte. Dass er jedoch gleich das große Dach des Rathausfoyers als Schirm hernehmen musste, damit hatte auch er nicht gerechnet.

Vor zehn Jahren kamen rund 15000 Euro zusammen. Gegen eine Spende von 150 Euro nimmt Sebastian Eisenreich, Telefon 0861/64957, Bestellungen entgegen. Die Schäfflertanzgruppe tritt noch bis zum 10. Februar samstags und sonntags sowie nach Vereinbarung auf. bjr

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