Sanierung der Alzbrücke in Seebruck verschoben auf Herbst 2021 – wohin mit dem Lastverkehr?

Zwischen Herbst 2021 und 2022 soll die Alzbrücke in Seebruck saniert werden. Während der Verkehr während der Bauphase umgeleitet werden muss, wird für die Fußgänger und Radfahrer an der Nordseite (rechts) eine Holz-Behelfsbrücke errichtet.
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Zwischen Herbst 2021 und 2022 soll die Alzbrücke in Seebruck saniert werden. Während der Verkehr während der Bauphase umgeleitet werden muss, wird für die Fußgänger und Radfahrer an der Nordseite (rechts) eine Holz-Behelfsbrücke errichtet.
  • vonGabi Rasch
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Dass die Sanierungsarbeiten an der Alzbrücke in Seebruck erst im Herbst 2021 statt schon im Frühjahr beginnen, hat mit der Komplexität des Vorhabens zu tun. Neben dem Bau einer Behelfsbrücke müssen auch Lösungen für die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern her.

Seeon-Seebruck– Sollte die Alzbrücke in Seebruck wie geplant zwischen dem Herbst 2021 und Herbst 2022 saniert werden, fordert der Seeon-Seebrucker Gemeinderat eine Beschränkung für den Lastverkehr auf der Brücke in Truchtlaching. Die Begründung: Der ohnehin durch die Umleitungen geplagte Ort Truchtlaching müsste während der rund einjährigen Brückensanierung zusätzlich den Schwerlastverkehr aus Seebruck aufnehmen. Aus Sicht des Gemeinderats „ein untragbarer Zustand“.

Naturschutz spielt eine Rolle

Deshalb beantragte Franz Wörndl (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass sich das Staatliche Bauamt Traunstein als Straßenbaulastträger rechtzeitig um eine Lösung dieses Problems bemüht. Sein Fraktionskollege Sepp Daxenberger schlug in die gleiche Kerbe und forderte „eine erträgliche und zukunftsweisende Lösung des Verkehrs“, nicht nur während der Zeit der Sanierung. Er kritisierte, dass sich der Beginn der Sanierung, die ursprünglich Anfang 2021 geplant war, um fast ein Jahr verschiebe.

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Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) ausführte, habe das Staatliche Bauamt erklärt, die Vorarbeiten zur Sanierung müssten aus Naturschutzgründen im Herbst nächsten Jahres durchgeführt werden, ehe im Frühjahr 2022 mit den Abbruch des Brückenüberbaus begonnen werden könne:

„Parallel zu den Vorarbeiten wird auch eine Behelfsbrücke für die Fußgänger und Radfahrer errichtet.“

Gefährliche Situation für Fußgänger und Radfahrer

Die drei Meter breite Holz-Behelfsbrücke soll auf der Nordseite stehen und während der Bauphase das Ost- mit dem Westufer für Radfahrer und Fußgänger verbinden. Wie Bartlweber dazu ausführte, sei dem Straßenbauamt bei einer Besichtigung auch die „vorherrschende und gefährliche Situation für die Radfahrer und Fußgänger bewusst geworden“. Deshalb sei auch hier nach vernünftigen Lösungen gesucht worden.

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Nach den Plänen des Bauamtes müssen zunächst südlich der Alzbrücke in der Flussmitte 20 Eisenrohre verlegt und auf das Geländeniveau des Krichmaier-Grundstücks aufgeschüttet werden, um den Brückenüberbau abbrechen zu können. Diese Aufschüttung bleibe solange erhalten, bis der Abbruch fertig sei.

Zwei Varianten sind möglich

Vom Bauamt wurden zwei Brückenbauvarianten aufgezeigt, die dem Gemeinderat jetzt präsentiert wurden: Bei der Variante eins handelt es sich um eine „Mininamllösung“: Hier würden 1,5 Meter breite Gehsteigklappen in beide Richtungen angebracht. Allerdings gewinne man hier nicht die benötigte Sicherheit für das hohe Verkehrsaufkommen beziehungsweise Sicherheit für die Radfahrer und Fußgänger, hieß es.

Bei dieser Variante müssten die angrenzenden privaten Grundeigentümer auf der Ostseite nur vorübergehend, beziehungsweise während der Bauphase Grund zur Verfügung stellen. Bei der Variante zwei spricht das Bauamt von einer „Mittellösung“: Auf der Nordseite würde eine 2,85 Meter breite Radfahrtrasse entstehen, die bis zur Einmündung in die Haushoferstraße führen würde. Hierfür wäre aber ein Grunderwerb von rund 150 Quadratmeter notwendig. Auf der Südseite könnte ein 2,35 Meter breiter Gehweg für Fußgänger entstehen.

Die Straßenbreite wird mit sechs Meter geplant. Um weiter planen zu können, benötigt das Bauamt bis Ende Oktober eine Entscheidung der Grundstückseigentümer.

Ort muss Umleitung „ausbaden“

Dr. Christine Kosanovic (FW) begrüßte die Pläne: „Vor allen ist es zu begrüßen, dass das Bauamt auch auf die Idee für einen dauerhaften Geh- und Radweg aufgesprungen ist.“ Aber auch sie erinnerte daran, dass Truchtlaching den Umleitungsverkehr „ausbaden“ müsste.

Ungeachtet dessen, läuft das Raumordnungsverfahren für eine Umgehungsspanne in Seebruck weiter.

Wie Bartlweber auf Anfrage von Martha Gruber (FW) erklärte, habe das Bauamt der Gemeinde mitgeteilt, dass Ende Oktober die fertige Analyse des Raumordnungsverfahrens vorliegen werde. Der Antrag von Franz Wörndl, eine Tonnage-Begrenzung der Brücke in Truchtlaching zu forcieren, soll erst in der nächsten Gemeinderatsitzung beschlossen werden. Der Grund: Der Gemeinderat war nicht vollständig. Drei Gemeinderäte waren nicht anwesend.

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