SCHNEE IN DER REGION

Samerberg: Seit Kurzem sind die Loipen gespurt – Gemeinde fürchtet sich nun vor Besucherandrang

Seit Dienstag, 19. Januar, sind die Loipen gespurt und rund 22 Kilometer befahrbar. Viele Freizeitsportler zieht es daher auf den Samerberg. Sehr zum Leidwesen der Gemeinde, die große Besuchermassen vermeiden möchte.
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Seit Dienstag, 19. Januar, sind die Loipen gespurt und rund 22 Kilometer befahrbar. Viele Freizeitsportler zieht es daher auf den Samerberg. Sehr zum Leidwesen der Gemeinde, die große Besuchermassen vermeiden möchte.
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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Glitzernder Schnee soweit das Auge reicht am Samerberg. Die Loipen sind gespurt und somit rund 22 Kilometer befahrbar. Aber die Gemeinde geht ungern damit hausieren. Ein großer Andrang an Freizeitsportlern soll nämlich vermieden werden.

Samerberg – Alles weiß am Samerberg. Seit Dienstag, 19. Januar, sind die Loipen gespurt und rund 22 Kilometer befahrbar. Ein absolutes „Winterwonderland“, sagt auch Samerbergs Bürgermeister Georg Huber. Und gleichzeitig wählt der Rathauschef seine Worte gegenüber den OVB-Heimatzeitungen mit Bedacht. Die latente Angst vor dem großen Ansturm hängt über der Gemeinde wie eine dunkle Wolke. Der Samerberg fürchtet sich in Zeiten von Corona vor einer Flut an Tagesausflüglern – und einem damit verbundenen Parkchaos.

Telefon steht nicht mehr still

Seit Freitag, 8. Januar, gilt auch für die Stadt Rosenheim die 15-Kilometer-Regelung. Die Warnmarke 200 (7-Tage-Inzidenz) ist schon seit Tagen überschritten. Das bedeutet: keine touristischen Tagesausflüge mehr, die über den Bewegungsradius von 15 Kilometer hinausgehen.

Service: Schnee- und Loipenbericht vom Samerberg

Der Samerberg mit seiner hügeligen Landschaft und seiner traumhaften Schneekulisse liegt gerade noch so in diesem Umkreis. Und wie Monika Schimanski, Leiterin der Gäste-Information Samerberg, auf Nachfrage berichtet: Das Telefon stehe seit Tagen nicht mehr still. Die Leute rufen an, um sich wegen der gespurten Loipen zu erkundigen. Seit etwa zwei Wochen seien die Loipen gespurt. Anfangs nur im oberen Bereich in Grainbach und für Skating-Läufer, seit den letzten ergiebigen Schneefällen aber auch „im vollen Umfang rund um den Samerberg“, sagt Schimanski. Sprich: „Auch klassische Langläufer kommen auf ihre Kosten.“ An sonnigen Tagen sowie am Wochenende sei der Andrang „enorm“, weil sich der Wintersport gerade jetzt „besonderer Beliebtheit“ erfreue.

Ausschließlich Wanderparkplätze nutzen

Bis dato verläuft das Parken noch in ruhigeren Bahnen. Zumindest ließ die Polizei Brannenburg auf Nachfrage nichts Gegenteiliges verlauten: „Momentan ist es relativ ruhig“, so Polizeibeamte Philipp Hillebrand. Von zugeparkten Zufahrten oder groben Parkverstößen sei ihm nichts bekannt.

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Und der Gemeinde Samerberg liegt viel daran, dass das auch so bleibt. Monika Schimanski weist ausdrücklich darauf hin, ausschließlich die ausgewiesenen Wanderparkplätze zu nutzen. Diese wären zum Beispiel der Parkplatz Grainbach unterhalb der Talstation, der Parkplatz am Naturbad Samerberg, der Parkplatz am Lehrbienenstand und die Parkplätze Schilding und beim Badwirt Rossholzen.

Dringender Appell: Hygieneregeln einhalten

Schimanski bittet Freizeitausflügler darum, keinesfalls auf Nebenstraßen oder Privatstraßen zu parken. Das werde sonst zur „Belastungsprobe“ für den Rettungs- und Winterdienst. Sowohl Gemeinde als auch Gäste-Info appellieren an die Besucher, sich an die Hygieneregeln zu halten. Zudem wird um Rücksichtnahme gegenüber der Ortsansässigen und Grundstücksbesitzer gebeten: „Nicht jede Wiese und jeder Abhang eignet sich für den Freizeitsport“, warnt Schimanski.

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Ohne Frage sei Sport und Bewegung an der frischen Luft als positiv zu werten –. „besonders in diesen virenhaften Zeiten“, sagt Schimanski. Und dennoch, so hat es den Anschein, wäre es der Gemeinde am liebsten, wenn Besucher einen Bogen um die Loipen und generell um den Samerberg machen würden. Oder, wie die Gäste-Info-Leiterin anregt, die Loipe wenigstens zu etwas untypischen Zeiten aufzusuchen: „Der ganz frühe Morgen oder spätere Nachmittag haben durchaus ungeahnte Reize.“

Bürgermeister fordert Rücksichtnahme

„Wenn die Parkplätze voll sind, dann sind sie voll“, so Bürgermeister Huber. Sein Appell an die Besucher: „Seien Sie rücksichtsvoll, parken Sie nicht auf Privatgrundstücken oder einfach nur am Straßenrand. Sie behindern damit im schlimmsten Fall den Rettungsweg. Nehmen Sie Rücksicht auf die einheimische Bevölkerung.“

Mit einem „verständnisvollen, rücksichtsvollen Miteinander“, so Huber, würden sich alle leichter tun: „Das ist mein großes Anliegen.“

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