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Der Corona-Jahrgang

„Sakrisch stolz“ – 20 Absolventen feiern ihren Abschluss an der Wössner Mittelschule

Antonia Aberger (1,5), Kevin Braun (1,8), Melina Craemer (1,7) und Marco Nohl (1,7) (von links) verabschiedeten sich von Schulrektor Otto Manzenberger (Zweiter von links) und Klassenlehrer Josef Parzinger (Mitte). Im Namen des Elternbeirates belohnte Angela Lorang-Borgmann (Zweite von rechts) die vier Besten des Jahrgangs mit einem Geschenkgutschein.
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Antonia Aberger (1,5), Kevin Braun (1,8), Melina Craemer (1,7) und Marco Nohl (1,7) (von links) verabschiedeten sich von Schulrektor Otto Manzenberger (Zweiter von links) und Klassenlehrer Josef Parzinger (Mitte). Im Namen des Elternbeirates belohnte Angela Lorang-Borgmann (Zweite von rechts) die vier Besten des Jahrgangs mit einem Geschenkgutschein.
  • VonLudwig Flug
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Ein Zuckerschlecken ist er zwar nie, aber in der Pandemie war es der Schulabschluss an der Mittelschule Unterwössen erst recht nicht. Trotz der schweren Zeit gab es bei der Abschlussfeier viel zu Lachen.

Unterwössen – Mit einer Feier in der Achentalhalle des Alten Bades setzten die Schüler der neunten Klasse der Grund- und Mittelschule Unterwössen den Schritt in die Freiheit, wie einer es nach der letzten Prüfung ausrief. Zwanzig junge Leute empfingen ihre Abschlusszeugnisse. Schulrektor Otto Manzenberger und Klassenlehrer Josef Parzinger verbanden den Abschied mit dem Aufruf, etwas aus dieser Freiheit zu machen.

Wie jedes Jahr versuchte Manzenberger den Zuhörern – neben den Eltern und Geschwistern auch Bürgermeister Ludwig Entfellner, sein Stellvertreter Johannes Weber und Pfarrer Martin Straßer - den Charakter der Klasse zu beschreiben, im Rückblick Stärken und Schwächen erkennen zu lassen.

+++ In unserem Dossier finden Sie alle Artikel zum Schulabschluss 2021 in der Region. +++

Olympioniken aus dem Achental?

Die „Neun“ sei keine verschworene Gemeinschaft, sie setze sich aus Kleinstgruppen und Einzelgängern zusammen, die Manzenberger tagesaktuell mit einer Nationalmannschaft zu Olympia verglich. Er beschrieb sie als Teams der Mannschaftssportarten und Einzelkämpfer, die alle nur ein Ziel eint: bei Olympia und in der Schule gut abzuschneiden.

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Manzenberger sah Klassenleiter Josef Parzinger als Trainer, die Fachlehrer als Trainer der Einzeldisziplinen eines Mehrkampfes, die Eltern als Heimtrainer. Klassenlehrer und „Taktikfuchs“ Parzinger nannte der Rektor einen Jogi Löw der Quali-Optimierung, denn 85 Prozent der Klasse gelang der qualifizierte Hauptabschluss. „Eine sehr hohe Quote“, sieht Manzenberger und krönte Parzinger auf der Bühne mit einem Siegerkranz.

Ein Kirschbaum für die Schule

Der Schulleiter freute sich mit vier Schülern über eine Eins vor deren Notenschnitt, aber sein Lob galt allen: „Auf Euren Abschluss könnt ihr stolz sein. Ihr werdet gesucht und gebraucht.“

Mit dem Rest aus der Klassenkasse spendet die Neunte der Schule einen Kirschbaum. Das nütze nicht nur Schule und Umwelt, sondern hinterlasse bleibende Erinnerung an diesen Jahrgang.

Klassenleiter Parzinger nutzte die Gelegenheit zu einer humorvollen Einzelabrechnung mit seinen Schülern. Er erzählte vom Pechvogel, dessen nächste Aktion alle schon kannten, bevor er sie sich ausdachte, oder vom Ausredenkönig. Der Wellenbrecher, hielt jeden Ansturm aus, sorgte mit Gelassenheit für Ruhe, bis er auf einmal sein Quali-Ergebnis erfuhr und unerwartet ausflippt.

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Parzinger sah die Sphinx mit ihrem Pokerface, die Modische. Er warnte den Lehrernachwuchs vor dem Professor, der den auf 45 Minuten vorbereiteten Unterrichtsstoff in fünf Minuten herunter referierte. „So einen in der Klasse braucht es immer einen Plan B, C und D.“ Parzinger erzählte vom Schlitzohr und der Sittsamen, vom Diener, der Sportlerin oder der Pferdefreundin. Mit jedem Beitrag hatte er lachende Schüler wie Eltern auf seiner Seite.

„Sind wir noch Vorbilder?“

Er zeigte aber auch seine nachdenkliche Seite: Mit Corona, Naturkatastrophen, Kirchenkrisen, Geschäftemachereien sieht er Deutschland in einer schweren Krise. „Sind wir da als Erwachsene noch Vorbilder“, fragt er kritisch. In solchen Zeiten sieht Parzinger die Schule als Schutzraum für den Nachwuchs und den Humor als wichtiges Element der Gemeinschaft.

Als unerlässlich für neun Jahre Schülerzeit sieht Parzinger die Kollegen, die Eltern und den Elternbeirat, die Elternsprecher, die vielen Helfer vom Hausmeister bis zur Raumpflegerin. Für sie alle hat Parzinger einen herzlichen Dank.

„Es waren drei schöne Jahre mit Euch“, zieht er die Bilanz als Klassenlehrer. Parzinger ruft die Schüler auf: „Wenn ihr morgens in den Spiegel schaut, muss euch ein anständiges Gesicht anschauen.“

Mit Optimismus raus aus der Schule

Für den verspäteten Bürgermeister überbrachte sein Stellvertreter Johannes Weber die besten Wünsche. „Unterwössen ist sakrisch stolz auf Euch. Als Rat möchte ich euch mitgeben: Lasst euch nicht zurückwerfen. Wenn einmal etwas nicht funktioniert, bleibt dran. Das wird schon. Alles Gute für Euch.“

Die Schüler zeigten sich dankbar für ihre Eltern und alle Wegbegleiter rund um die Schule, dankten vor allem ihrem Klassenlehrer und überreichten ihm einen Geschenkkorb. Die Veranstaltung lockerten sie mit eigener Musik, einem Ratespiel und einem Plattlerauftritt auf und abends wurde noch gefeiert.

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