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Ortsverein und Kreisverband Traunstein feiern das 150. Jubiläum der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Rund 80 Karikaturen über Willy Brandt

Die Karikaturen über Willy Brandt betrachteten (von links) der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, der SPD-Kreisvorsitzende Dirk Reichenau, Brandts Büroleiter Klaus-Henning Rosen und die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler.  Foto  buthke
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Die Karikaturen über Willy Brandt betrachteten (von links) der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, der SPD-Kreisvorsitzende Dirk Reichenau, Brandts Büroleiter Klaus-Henning Rosen und die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler. Foto buthke

Traunstein - Mit der Ausstellung "Willy Brandt - Man hat sich bemüht" im Städtischen Kulturzentrum feiern der Ortsverein und der Kreisverband Traunstein der SPD das 150. Jubiläum der Partei. Gezeigt werden rund 80 Karikaturen von 40 namhaften Zeichnern, die die politischen Stationen von Willy Brandt, der heuer 100 Jahre alt geworden wäre, von 1957 als Regierender Bürgermeister von Berlin, als Kanzler und als Parteivorsitzender bis zu seinem Tod 1992 dokumentieren. Zur Eröffnung berichtete Klaus-Henning Rosen, Büroleiter von Brandt und Leiter des Willy-Brandt-Forums Unkel, über dessen Leben und Wirken.

Brandt sei nach seiner Flucht vor den Nationalsozialisten 1933 vom skandinavischen Sozialismus geprägt worden und dadurch bereit gewesen, über neue Ziele nachzudenken. Zunächst als Präsident des Abgeordnetenhauses und dann als Regierender Bürgermeister von Berlin habe er sich mit unheimlichem Nachdruck für die Bürger der geteilten Stadt stark gemacht. "Er hat der Bevölkerung klar gemacht, ich stehe zu Euch", sagte Rosen.

Mit seinem Wort "Mehr Demokratie wagen" habe Brandt als Bundeskanzler den Wunsch der 68er-Generation zum Ausdruck gebracht, die Menschen mehr zu beteiligen. "Bis heute sind wir leider nicht weiter gekommen", bedauerte Rosen. Wichtig sei Brandt die Aussöhnung mit dem Osten und die Diskussion über die NS-Zeit gewesen. Den Kniefall in Warschau habe er daher aus innerer Überzeugung gemacht. Der Spionagefall Günter Guillaume sei nicht der Grund für seinen Rücktritt gewesen, weil dieser kein großer Spion gewesen sei. Der Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner und die Bundestagsbürokratie, aber auch das, was in der Partei abgegangen sei, hätten ihn müde gemacht.

"Willy Brandt hat sich nie an Karikaturen gestört", so Rosen. Die Ausstellung zeige, wie die Karikaturisten Brandt fast freundschaftlich dargestellt haben. Es gebe kaum bösartige Karikaturen über ihn. Der Titel der Ausstellung "Man hat sich bemüht" sei übrigens die Antwort auf die Frage an Brandt, was einmal auf seinem Grabstein stehen könnte.

SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler sprach von der Ausstellung als eine besondere Art, das 150-jährige Bestehen der SPD in einem anderen Rahmen zu begehen. Brandts Aussöhnung über Grenzen, seine Friedenspolitik und sein "Mehr-Demokratie-Wagen" hätten noch heute Aktualität.

Brandt sei im Widerstand gegen die Nationalsozialisten und als Berichterstatter im spanischen Bürgerkrieg gewesen, habe konservative Staatsstrukturen aufgerissen und sei für den Frieden mit dem Osten zuständig gewesen, umriss der SPD-Kreisvorsitzende Dirk Reichenau dessen Lebenswerk. Dafür sei er mit dem Friedensnobelpreis belohnt worden. Karikaturen seien nur in Demokratien möglich, in denen Hohn und Spott über die Politiker ausgeschüttet werden dürfe.

Brandt sei ein Kopf gewesen, der zu Karikaturen geradezu eingeladen habe, sagte Oberbürgermeister Manfred Kösterke. "Viele solcher Köpfe gibt es in der Bundespolitik nicht mehr." Brandt sei sowohl streitbar als auch umstritten gewesen. Davon zeuge die große Bandbreite von Themen, die in der Ausstellung dargestellt werde.

Die Ausstellung kann bis 10. Mai besichtigt werden. Geöffnet ist sie Montag bis Donnerstag von 9 bis 16.30 Uhr und am Freitag von 9 bis 12 Uhr. bjr

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