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Rund 7000 stationäre Patienten

Ein Blick in die Zukunft: Das Modell zeigt links das Gesundheitszentrum, das seit Ende 2009 in Betrieb ist. Rechts hinten ist das Seebettenhaus zu sehen, das derzeit in Bau ist. Rechts vorn, angegliedert an den Funktionstrakt mit dem bisherigen Haupteingang, der als einziger Bau stehen bleibt, ist ein weiteres Bettenhaus dargestellt, das im dritten und letzten Bauabschnitt entstehen wird.  Foto berger
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Ein Blick in die Zukunft: Das Modell zeigt links das Gesundheitszentrum, das seit Ende 2009 in Betrieb ist. Rechts hinten ist das Seebettenhaus zu sehen, das derzeit in Bau ist. Rechts vorn, angegliedert an den Funktionstrakt mit dem bisherigen Haupteingang, der als einziger Bau stehen bleibt, ist ein weiteres Bettenhaus dargestellt, das im dritten und letzten Bauabschnitt entstehen wird. Foto berger

Die Romed-Klinik Prien hat 2010 rund 7000 Patienten stationär behandelt. Trotz der räumlichen Einschränkungen durch den Neubau des Seebettenhauses sind das nur vier Prozent weniger als im Rekordjahr zuvor. Wie schon seit Jahren stieg die Zahl der ambulanten Patienten wieder deutlich um 16 Prozent auf über 9150.

Prien - Die Zahlen nannten Vertreter der Klinikleitung im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Dass wiederum mehr ambulante Behandlungen und Eingriffe durchgeführt wurden, hängt auch mit der Inbetriebnahme zweier ambulanter Operationssäle im Gesundheitszentrum (GHZ) zusammen, das Ende 2009 in Betrieb genommen worden war. Dort operieren auch gut 15 selbstständige Mediziner - vom Urologen über den Hals-Nasen-Ohren- (HNO-) und Augenarzt bis zum Orthopäden. Laut kaufmännischem Leiter Klaus Papke bieten die Säle Kapazitäten für etwa 1000 weitere, also rund 2500 Operationen im Jahr.

Die stationären Patienten bleiben im Durchschnitt knapp sechs Tage in der Klinik. "Wir lassen uns nicht hinreißen, vorschnell zu entlassen", betont Papke, wenn die Rede auf die baubedingte Enge kommt. Auch nach dem Abriss des alten Seebettenhauses aus den 1960er Jahren verfügt die Klinik über 150 so genannte Planbetten. Das Haus ist zumeist voll und stößt in Spitzenzeiten an seine Kapazitätsgrenzen. "Die Notfallversorgung ist aber immer gewährleistet", betont Ärztlicher Leiter, Professor Dr. Christoph von Ritter. Vor allem in seinem Verantwortungsbereich, der Inneren Medizin, kommen etwa vier Fünftel der Patienten als Notfälle oder sehr kurzfristig in die Klinik. Während der Bauzeit werden die Stationen in den beiden oberen Etagen des GHZ, die später für Privatpatienten gedacht sind, zusätzlich genutzt.

160 Pflegekräfte auf 126 Vollzeitstellen

Dass die Versorgung und Behandlung gewährleistet werden kann, ist auch eine Folge der Fusion der drei Kreiskrankenhäuser Prien, Wasserburg und Bad Aibling mit dem Klinikum Rosenheim zu den Romed-Kliniken. Der interdisziplinäre Austausch mache im Verbund noch differenziertere Einzelfallentscheidungen möglich, sagt von Ritter.

Neben knapp 40 Medizinern sind in Prien 160 Schwestern und Helfer auf 126 Vollzeit-Planstellen in der Pflege tätig, so viele wie noch nie und "das war auch notwendig", sagt RoMed-Pflegedirektor Peter Tischer. In allen vier Häusern sei der Personalstand in der Pflege so hoch wie noch nie.

Dass im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Krankenhäusern bisher alle Stellen besetzt werden konnten, schreibt er auch dem großen Aus- und Fortbildungsangebot zu als "entscheidendem Standortvorteil". Für heuer hat Romed ein über 150 Seiten starkes DIN A4-Heft als "Bildungsprogramm 2011" mit Angeboten aufgelegt. Fast zwei Drittel des Personals habe jetzt bereits Zusatzqualifikationen, betonen Tischer und die Priener Pflegedienstleiterin Doris Hoffmann. Um die Pflegekräfte zu entlasten, wurden Hoffmann zufolge Stationssekretärinnen für administrative Aufgaben installiert.

Auch für Mediziner ist Prien attraktiv. Als Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und dank einer Kooperation mit der Technischen Universität (TU) München könne die Klinik gute Weiterbildungsmöglichkeiten bieten, so von Ritter.

Ihr medizinisches Leistungsspektrum hat die Klinik, wie zuletzt unter anderem mit der Einrichtung eines speziellen Darmzentrums, auch 2010 wieder erweitert. Neu sind eine Spezialsprechstunde für die Hand- und Fußchirurgie sowie ambulante Operationen in der plastischen und ästhetischen Chirurgie.

Auch technisch wird weiter aufgerüstet. Die Röntgenabteilung wird heuer baulich saniert und gerätetechnisch modernisiert. Auch ein Kernspintomograph, der wohl knapp eine Million Euro kosten wird, soll in diesem Jahr angeschafft und in Zusammenarbeit mit einem niedergelassenen Arzt betrieben werden.

Nach einer Grundsatzentscheidung, dass die Klinik auch weiterhin die Zubereitung der Speisen im Haus gewährleisten will, werden nun Küche und Speisesaal reorganisiert und neu gestaltet.

Klinik bekommt von Patienten Note 1,65

Synergieeffekte nach der Romed-Fusion bestehen nach Angaben der Klinikleitung in den administrativen Bereichen, in der Zusammenführung der so genannten zentralen Dienste. Das betrifft vor allem die Personalabteilung, die Buchhaltung, das Qualitätsmanagement und die EDV mit einer Vereinheitlichung der Systeme. Im Moment werde ein zentrales Controlling aufgebaut.

Um die Anbindung an das Zentrallager in Großkarolinenfeld zu gewährleisten, wird die Lagerhaltung heuer auf so genannte Modulsysteme umgerüstet.

Sehr zufrieden sind die Verantwortlichen mit dem Bild, das die Patienten von der Priener Klinik haben. Die Patientenzufriedenheit, die mit Fragebögen ermittelt wird, sei gleichbleibend gut. Sie liege bei einer Durchschnittsbewertung von 1,65 auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend).

Die Bauarbeiten für das neue Seebettenhaus haben sich witterungsbedingt etwas verzögert. Das Richtfest ist für Mai geplant, die Fertigstellung für den Herbst 2012. Bis Ende 2014 soll dann auch der Neubau des Südbettenhauses als letzter Bauabschnitt der Generalsanierung abgeschlossen sein.

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