Ruhpoldings Tourismus-Chef zieht Bilanz: „Wir sind in der Ersten Liga!“

Seit einem Jahr hat der Pfälzer Frank Oette das Ruder im Ruhpoldinger Tourismus übernommen.
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Seit einem Jahr hat der Pfälzer Frank Oette das Ruder im Ruhpoldinger Tourismus übernommen.

Seit einem Jahr ist er Geschäftsführer der Ruhpoldinger Tourismus GmbH: Frank Oette ist „o‘kema“. Trotz Corona und Biathlon-Absage.

Von Ludwig Schick

Ruhpolding – „O’kema“ titelt in dicken Lettern das aktuelle Magazin, in dem Ruhpoldings Gäste wichtige Infos für ihren Aufenthalt erhalten. O’kema, also richtig angekommen ist mittlerweile auch Frank Oette, und das schon seit einem Jahr. Allerdings nicht als Urlauber. Seit einem Jahr ist er Tourismus-Chef in Ruhpolding.

Ein FCK-Fan in Bayern

Der Pfälzer ist aufgewachsen in Kaiserslautern und, wie sollte es auch anders sein, bekennender 1. FCK-Fan. Er müsse nicht arbeiten, sonder er dürfe: In Ruhpolding hat er nämlich seinen Traumjob gefunden. Seit September vergangenen Jahres ist der 47Jährige als Geschäftsführer der Ruhpoldinger Tourismus GmbH. (RTG).

Ein Traumjob

Für das Kurhaus, die Bäder und die Eishalle, ebenso die Dorflinie, ist er verantwortlich. Nicht zu vergessen das Tagesgeschäft mit dem Gästeservice, der Tourist-Info und dem Marketing, wo er zusammen mit seinem Stellvertreter Herbert Ringsgwandl und dem Team neue Ideen im touristischen Kerngeschäft ausarbeitet und vorantreibt.

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Er kann auf einen reichen Erfahrungsschatz in leitender Position zurückgreifen, darunter fünf Jahre als Kurdirektor im Staatsbad Bad Kissingen.

Meer oder Alpen?

Als er beruflich vor der Wahl stand: Meer oder Alpen, zeigte der Kompass eindeutig in Richtung Süden, in den Chiemgau. Ruhpolding reizte ihn, wie er sagt, schon wegen der touristischen Historie und der vorhandenen Infrastruktur, die sich die Gemeinde in den zurückliegenden Boom-Jahren zugelegt hatte. Die Schallmauer lag bei einer Million Übernachtungen, pro Jahr.

Investitionsstau

Heute dagegen produzieren die genannten Objekte in schöner Regelmäßigkeit Verluste. Damit fehlt Geld, um weitreichende Investitionen tätigen zu können. Ihn mithilfe von schlüssigen Konzepten abzubauen, wird die Herkulesaufgabe der nächsten Jahre sein. Mit Konzepten, die man sich leisten kann und dem Credo „Qualität vor Quantität“. Dies umzusetzen, dafür sei er angetreten.

Im Ort scheint die Botschaft „o’kema“ zu sein, sagt Oette. Hotellerie, Gastronomen, Vermieter – an allen Ecken werden Betriebe modernisiert, Kapazitäten aufgestockt, Service und Angebot einer Auffrischung unterzogen.

Neue Urlaubstrends

Angepasst an das Reiseverhalten, das sich grundlegend geändert hat. Individualtourismus ist angesagt. Das „aja-Hotel“ mit seinen professionellen Strukturen bezeichnet Frank Oette als Glücksfall. Frank Oette ist überzeugt: „Heimat als Markenkern lässt sich gut vermarkten, ohne altbacken zu wirken. Der Gast weiß es zu schätzen.“

Corona-Sommer nur ein Trostpflaster

Das habe der Sommer gezeigt. Zumal Corona mitgeholfen habe, die Wahrnehmung auf inländische Feriendestinationen zu lenken. Hatte der Lock-down also einen positiven Nebeneffekt? „Höchstens ein Trostpflaster für die entstandenen Einbußen, als die touristischen Uhren stillstanden“, sagt Oette.

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Deshalb ist der RTG-Geschäftsführer froh, dass sein Ruf nach Saisonverlängerung jetzt im Spätherbst auf fruchtbaren Boden fällt. Einem Trend, den er in Kooperation mit den Nachbargemeinden in der Region und dem Chiemgau Tourismus e. V. in Zukunft stärker vernetzen möchte. Corona habe die Notwendigkeit schonungslos aufgezeigt, sagt Oette.

Saison ruiniert wegen Biathlon-Absage?

Nun erreichte die Ruhpoldinger die Hiobsbotschaft, dass im Januar kein Biathlon-Weltcup in der Chiemgau-Arena stattfinden wird. Oette zeigt sich dennoch optimistisch: „Wir haben in den letzten Tagen so viel Zuspruch von Gästen bekommen, die trotzdem – oder gerade deswegen – zu uns kommen möchten.“

Wie fühlt man sich als Fan eines Drittligisten, ausgerechnet im Land des großen FC Bayern? „Großartig“, strahlt Frank Oette. Denn Ruhpolding spiele ja auch in der Ersten Liga. Touristisch gesehen jedenfalls. Das solle auch so bleiben.

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