Ruhpoldings langjähriger Bürgermeister Claus Pichler wird gebührend verabschiedet

Praktisches für künftige Radltouren überreichte Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU, links) an seinen Vorgänger Claus Pichler (SPD). Verbunden damit war der Dank der ganzen Gemeinde für dessen Einsatz in den vergangenen zwölf Jahren.
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Praktisches für künftige Radltouren überreichte Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU, links) an seinen Vorgänger Claus Pichler (SPD). Verbunden damit war der Dank der ganzen Gemeinde für dessen Einsatz in den vergangenen zwölf Jahren.

Ein zünftig arrangierter bayerischer Abend für den ehemaligen Bürgermeister: Die Gemeinde Ruhpolding dankt Claus Pichler für seinen Einsatz in den vergangenen zwölf Jahren seiner Amtszeit.

Ruhpolding – Während eines zünftig arrangierten bayerischen Abends im Holzknechtmuseum in der Laubau wurden der vorherige Bürgermeister Claus Pichler sowie insgesamt fünf Gemeinderäte offiziell verabschiedet.

Neben Pichler (SPD) waren dies Birgit Schmid (SPD/VRB), Dr. Ulrike Pfeifer (VRB), Josef Konhäuser und Johannes Stief (SPD), sowie Hermann Feil von der CSU. Pichlers Nachfolger Justus Pfeifer (CSU), der die Moderation der Feierstunde übernommen hatte, zeigte sich eingangs erleichtert darüber, dass es nach der zeitlichen Verzögerung nun doch möglich war, den ausgeschiedenen Entscheidungsträgern in gebührender Weise für ihren Einsatz zu danken.

Als Nachrückerin in den Gemeinderat

Den Reigen der ausgeschiedenen Ratsmitglieder eröffnete Birgit Schmid. Sie kam 2016 als Nachrückerin für Elisabeth Holzner ins Ratsgremium, verpasste jedoch bei der Wahl im März den weiteren Einzug. Als bereichernden Faktor bezeichnete Pfeifer den abwesenden Johannes Stief, der sich in der vergangenen Legislaturperiode mit fachlich guten Entscheidungen positiv eingebracht hatte. Auch er musste sich dem demokratischen Wählervotum beugen. Dass sich Hermann Feil (entschuldigt, im Urlaub) nach 18 Jahren aus der Lokalpolitik zurückzog, kommentierte der Rathauschef als herben Verlust, da durch dessen anerkannten Sachverstand viele Projekte verwirklicht werden konnten. Gerade im Bauausschuss erwies er sich als starker Pfeiler. Zudem hatte er als dritter Bürgermeister zusätzliche Verantwortung übernommen.

Engagement als Senioren-Sachbeauftragte

Nach zwei Wahlperioden, davon sechs Jahre als stellvertretende Bürgermeisterin, ging auch Dr. Ulrike Pfeifer den Schritt ins Privatleben. Ihre Stärke war es, Dinge sehr rational anzupacken und ohne große Umschweife auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Damit es ihr zukünftig nicht allzu langweilig wird, engagiert sie sich als Senioren-Sachbeauftragte.

Nach drei Jahrzehnten war auch für Ruhpoldings unbestrittenes SPD-Urgestein Josef Konhäuser Schluss. Der „Vollblut“-Politiker gab in dem Zusammenhang einen interessanten Rückblick auf die fünf Amtszeiten, die er unter vier Bürgermeistern absolvierte. Er erinnerte unter anderem an die beiden Biathlon-Weltmeisterschaften 1996 und 2012, den langen Kampf um die Ortskernumfahrung, die Sicherung des Wasserschutzgebietes und die Sanierung des Vita Alpina. Als Kreisrat wird der langjährige Landrats-Stellvertreter auch weiterhin die Interessen seines Heimatortes vertreten.

Blick auf die Dinge verändert

Claus Pichler hielt eine Abschiedsrede und bedauerte die strengen Infektionsschutzmaßnahmen nach der Wahl, die keine persönlichen Kontakte, geschweige denn einen geordneten Abschied zuließen. Mit genügendem Zeitabstand und einer zweiwöchigen Radltour habe sich mittlerweile sein Blick auf die Dinge verändert; vor allem sei der Spruch seines Vaters Wirklichkeit geworden, dass Jeder zu ersetzen ist. Mit Stolz erfülle ihn im Nachhinein die Tatsache, zwölf Jahre lang die Verantwortung für eine der schönsten Gemeinden getragen zu haben, auch wenn die Finanzlage nicht auf Rosen gebettet ist. „Aber Ruhpolding hat noch nie Geld gehabt“, warf Pichler in die Runde, das sei eben der umfangreichen Infrastruktur geschuldet, die es zu unterhalten gilt. Trotzdem konnten in seiner Amtszeit viele Projekte und Investitionen in Höhe von 49 Millionen Euro getätigt werden.

Im Namen der Gemeinde überreichte der Bürgermeister Pfeifer neben Ehren-Urkunden und Präsenten auch den Ruhpoldinger Bären. Im Anschluss gab es noch Zeit für angeregte Gespräche und eine schmackhafte Brotzeit. slu

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