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„Etliche Informationsdefizite“

Schneekanonen am Unternberg: Ruhpoldings Bürgermeister wehrt sich gegen Vorwürfe von Grünen-Abgeordneter Sengl

Im oberen Teil der Unternbergs, wo der Sessellift in Betrieb ist, wollen die „meine Volksbank Raiffeisenbank“ und Bürgermeister Justus Pfeifer gerne im Winter die Piste beschneien. Bislang wird diese nicht präpariert und in erster Linie von Skitourengehern genutzt.
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Im oberen Teil der Unternbergs, wo der Sessellift in Betrieb ist, wollen die „meine Volksbank Raiffeisenbank“ und Bürgermeister Justus Pfeifer gerne im Winter die Piste beschneien. Bislang wird diese nicht präpariert und in erster Linie von Skitourengehern genutzt.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Der Streit um mögliche Schneekanonen am Ruhpoldinger Unternberg geht in die nächste Runde. Nachdem MdL Gisela Sengl von den Grünen das Projekt kritisiert hatte, wehrt sich Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU). Ihm zufolge könne das Projekt sogar nachhaltiger sein, als der bisherige Betrieb.

Ruhpolding/Traunstein/Altötting – Der Streit um den Unternberg geht in eine nächste Runde. Die „meine Volksbank Raiffeisenbank eG“ hat 14 Hektar Grund sowie die Liftanlagen am Ruhpoldinger Unternberg von der Gemeinde gekauft. Nachdem die Bank und Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) sowie Landrat Siegfried Walch (CSU) dort Schneekanonen einsetzen wollen, um den oberen Teil der Piste wieder zu präparieren, schlugen der Bund Naturschutz Traunstein und Gisela Sengl, Landtagsabgenordete der Grünen, Alarm.

Sengl habe „Informationsdefizite“

Pfeifer zeigt sich überrascht von Sengls Kritik und wirft ihr auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung „etliche Informationsdefizite vor“. So sei Sengl persönlich zur Pressekonferenz eingeladen gewesen, habe sich aber abgemeldet und auch bislang keine Informationen über das Projekt angefordert.

Im Vorfeld zur Pressekonferenz war deren Thema nicht bekannt gegeben worden. Der Kauf des Unternbergs wurde dort erstmals öffentlich verkündet. Ob Sengl über die Pläne von der Gemeinde Ruhpolding vorab informiert war, konnte bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden.

Wenn sich eine heimische Landtagsabgeordnete öffentlich gegen ein nachhaltiges Projekt dieser Art stellt, würden wir uns einen vorherigen Informationsaustausch wünschen“, so Pfeifer. Er betont ähnlich wie der Landrat, es sei nachhaltiger, auf regionalen, bereits bestehenden Pisten Skisport zu betreiben, anstatt hunderte Kilometer nach Österreich zu fahren.

Entlastung für Winklmoos

Zumal eine Entlastung des Skigebiets Winklmoos wünschenswert sei: „Wir alle erinnern uns an die Bilder und kilometerlangen Staus, die jedes Jahr zwischen Reit im Winkl, Seegatterl und Ruhpolding im Naturschutzgebiet Dreiseengebiet zu beobachten sind“, so Pfeifer.

Kurzsichtigkeit un d Populismus warf Sengl der CSU in Hinblick auf den Klimaschutz vor. Auch Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz Traunstein äußerte sich in dieser Richtung, da da Skigebiet zwar erschlossen sei, aber die Frage nach der Energie für die Schneekanonen nicht außen vor gelassen werden könne.

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Pfeifer verweist auf die Bank, die den Unterberg kauft: „Nach Kenntnis der Gemeinde betreibt die meine Volksbank Raiffeisenbank eG mehrere Windkraftanlagen. Der Strom für eine etwaige Schneeerzeugung am Unternberg könnte somit zu 100% aus regenerativen Energien zur Verfügung gestellt werden.“ Pfeifer spricht sogar von einer Verbesserung im Hinblick auf Klimaschutz im Vergleich zur jetzigen Situation.

Bank spricht nicht von Windkraft

Verwunderlich nur, dass die Bank selbst mit keinem Wort auf etwaige Windkraftanlagen verweist – weder in der Pressekonferenz noch auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Stattdessen weist auch Iven Matheis, Spreche der „meine Volksbank Raiffeisenbank“ auf die geringere Anfahrt für viele Menschen in ein nahes Skigebiet, die ebenfalls die Umweltbelastung reduziere. Sengl hatte auch kritisiert, dass es nicht im Interesse der Mitglieder der Genossenschaft sein könne, dass die Bank in Schneekanonen investiere.

„Der Unternberg ist ohne Zweifel ein Naturparadies, das es zu erhalten gilt. Unsere Genossenschaft ist eine Wertegemeinschaft, die sich den unterschiedlichsten Interessenlagen unserer Mitglieder widmet“, so die Stellungnahme von Matheis dazu. Der Erlebnisberg solle sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche richten, Konzepte dazu werden aber erst noch erarbeitet. Der Sprecher betont aber, dass diese im Einklang mit Natur und Umwelt sein sollen.

Grundsätzlich seien aber die Möglichkeiten für eine Beschneiung vorhanden. „Eine seit über 20 Jahren bestehende wasserrechtliche Genehmigung für die Beschneiungsanlage am Unternberg beinhaltet sowohl die Nutzung des Grundwassers wie auch des Oberflächenwasser“, so Matheis.

Wasserleitung nötig für Almen

Laut Pfeifer sei der Eingriff in die Natur, um die erforderlichen Wasserleitungen für eine Beschneiung zu legen, gering. „Die Beschneiungsanlage am Unternberg wurde bereits vor Jahrzehnten am oberen Teil des Bergs bis zur Gschwendtbodenhütte verlegt“, sagte Pfeifer.

Somit fehle lediglich ein kleines Teilstück, das zu ergänzen wäre, um eine Beschneiung im oberen Bereich zu verwirklichen. Zumal eine Wasserleitung zur Versorgung der Almen ohnehin nötig sei und bereits verlegt werde.

Alpenverein informiert sich

Der Deutsche Alpenverein hatte bislang noch keine Kenntnis zu den Plänen am Unternberg. „Daher können wir leider keine Stellung beziehen“, so Sprecherin Cornelia Kreß. Das Ressort Naturschutz sei informiert und werde sich mit der Thematik auseinandersetzen.

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