Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„Weltcup keine kommunale Aufgabe“

Ruhpolding will Biathlon-Weltcup-Risiko nicht mehr alleine tragen

Künftig soll die Chiemgau Arena mit den Liegenschaften als Kommunalunternehmen geführt werden. Zusätzlich wird eine Betriebs- und Veranstaltungs-GmbH gegründet.
+
Künftig soll die Chiemgau Arena mit den Liegenschaften als Kommunalunternehmen geführt werden. Zusätzlich wird eine Betriebs- und Veranstaltungs-GmbH gegründet.
  • VonManfred Peter
    schließen

Der Biathlon-Weltcup zog bis vor Corona jährlich zehntausende Besucher nach Ruhpolding. Für die Gemeinde ist das wirtschaftlich von großer Bedeutung. Allerdings ist so eine große Veranstaltung auch mit großen Risiken verbunden.

Ruhpolding – Jedes Jahr verfolgt ein Millionenpublikum den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding am Fernseher, vor Corona kamen zehntausende Besucher ins Stadion. Ruhpolding stellt nun die gemeindeeigene Chiemgau Arena rechtlich auf neue Füße, um das Geschäftsrisiko solch großer Veranstaltungen auf mehrere Schultern zu verteilen.

Der Gemeinderat beschloss deshalb in seiner jüngsten Sitzung bei der Gegenstimme von Andreas Hallweger (SPD) sie in das Kommunale Unternehmen (KU) Gemeindewerke umzuwandeln. Die Grünen-Gemeinderäte Josef Hohlweger und Sebastian Steinbacher waren als einzige gegen den zweiten Beschluss, eine Betriebs- und Veranstaltung GmbH für die Arena zu gründen.

„Zukunftsweisende“ Entscheidungen

Gesellschafter werden nach aktuellem Stand der Skiclub und die Gemeinde. Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) nannte die Beschlüsse „zukunftweisend“.

Der Bürgermeister erklärte, dass das KU zu 100 Prozent ein Unternehmen der Gemeinde sei. Zu einer ausführlicheren Beratung kam es im Gemeinderat erst bei der Gründung der Veranstaltungs-Gesellschaft.

Einig war man sich, dass der ganzjährige Betrieb der Arena als auch der Biathlon-Weltcup ohne Partner nicht mehr ohne Risiko abgewickelt werden sollte. Diskussionsbedarf gab es über die Ausgestaltung des Gesellschaftervertrages.

+++ Das könnte Sie auch interessieren: OVB-Themenseite Ruhpolding +++

Der Bürgermeister erklärte, dass der Deutsche Skiverband (DSV) als Gesellschafter in die GmbH aufgenommen werden solle. Es habe bereits Gespräche gegeben. Jedoch herrsche über die Mehrheit der Gesellschaftsanteile noch keine Einigung, sagte Pfeifer.

Das und die Höhe der Einlagen, Aufgaben der Geschäftsführung und Personaleinsatz seien mit dem SC noch zu besprechen. Entscheidend ist nach den Worten von Rathaus-Geschäftsleiter Martin Heinemann, dass man bei den anstehenden Investitionen bei der Vergabe flexibler agieren könne. Die KU sei Verpächter und kümmere sich um die Liegenschaften. Pfeifer ergänzte, Veranstaltungen wie der Biathlon-Weltcup seien keine kommunale Aufgabe. Die Kommune sei für die Bereitstellung der Infrastruktur verantwortlich.

Gemeinderäte wollen die Satzung sehen

Josef Hohlweger (Grüne) kritisierte, dass er die Satzung der GmbH noch nicht gesehen habe. Ebenso sei nicht bekannt, wie die Anteile der Gesellschafter seien und welche Funktion der DSV habe. Pfeifer erwiderte, dass die Satzung momentan mit den Partnern ausgearbeitet und beraten werde. Sobald ein Entwurf vorliege, gehe er an die Gemeinderäte. Details würden in einer April-Sitzung beschlossen, so Pfeifer.

Den Grundsatzbeschluss werde die VRB mittragen, sagte Fraktionssprecher Hermann Hipf. Er vertrat die Ansicht, dass die strategische Diskussion über die GmbH im Gemeinderat geführt werden müsse. Der Werksausschuss sei ihm hier nicht ausreichend, so Hipf. Zum Gesellschaftervertrag fehle ihm noch zu viel Wissen, meinte Hipf. Pfeifer bot an, den Vertrag bei einem Sondertermin zu erläutern. Was letztlich auch gewollt war.

Nicht mehr als 50 Prozent für den DSV

CSU-Fraktionssprecher Xaver Utzinger sprach sich dagegen aus, dem DSV mehr als die Hälfte der Anteile zu überlassen. Er nannte das eine „rote Linie“. Der Aufsichtsrat müsse so gestaltet sein, dass die Gemeinderäte ausreichend vertreten seien. Dazu sagte Pfeifer, dass die Partner das ebenso sähen und dies ein Grund sei, weshalb der DSV zum 1. Mai noch nicht dabei sei.

Zur Aufsichtsratsbesetzung meinte der Bürgermeister, dass es hier um Anteile gehe. Je mehr Anteile man habe, umso mehr Aufsichtsräte könnten gestellt werden.

Anton Krutzenbichler (SPD) meinte, sollte der DSV nicht ins Boot springen, solle man zur Senkung der Risiken für die Gemeinde einen anderen Partner suchen. Hier müsse man schauen, wo man herkomme und wo man hinwolle, sagte Pfeifer. Mit der GmbH könne man die Sachen zusammenführen und gemeinsam wirtschaften.

Mehr zum Thema