Ruhpolding: Waldkindergarten in der Laubau wird „a pfundige Sach“

Organisatorin Gabriele Yumusak (Mitte) und der Zweite Bürgermeister Ludwig Böddecker (links).
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Organisatorin Gabriele Yumusak (Mitte) und der Zweite Bürgermeister Ludwig Böddecker (links).

Betreuungsplätze sind in Ruhpolding ein rares Gut. Nun fand ein Informations-Nachmittag in der Laubau statt. Dort entsteht ein neuer Waldkindergarten, der für großes Interesse sorgt.

Ruhpolding – Großen Zuspruch rief der Informations-Nachmittag am zukünftigen Waldkindergarten „Glühwürmchen“ in der Laubau hervor. Die Gemeinde hatte interessierte Eltern mit ihren Schützlingen eingeladen.

Der Zweite Bürgermeister Ludwig Böddecker zeigte sich erfreut darüber, dass ab Herbst für alle Kinder ein gesetzlich verankerter Betreuungsplatz zur Verfügung stehe, trotz aller Schwierigkeiten im Vorfeld. Auch im Kindergarten „Spatzennest“ im Heilpädagogischen Zentrum in Vordermiesenbach (HPZ) seien weitere Plätze geschaffen worden.

Sensibilisierung für die Natur

Er dankte allen Beteiligten, die sich im engen Zeitrahmen und mit Herzblut für die tragfähige Lösung eingesetzt hatten. So könne die Schutzhütte der ehemaligen Waldspielegruppe unter der Trägerschaft der Gemeinde weiterhin sinnvoll genutzt werden. Das Konzept des Waldkindergartens befürwortet Böddecker ausdrücklich. Er sehe darin eine „pfundige Sach“, weil dadurch Kinder schon von klein auf für die Natur sensibilisiert werden.

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Wie das Konzept genau funktioniert und wie ein typischer Tag im Waldkindergarten für die Kinder aussieht, beschrieb Gabriele Yumusak. Sie ist Pädagogin und Entwicklungspsychologin und hat in Absprache mit Bürgermeister Justus Pfeifer die organisatorische Leitung übernommen. Das Betreuungs-Team besteht aus Viola Henderson für die pädagogische Leitung, Theresa Hallweger (Erzieherin), Kati Schneider (Heilerziehungspflegerin und Fachkraft für integrative Kinder) sowie der angehenden Waldpädagogin Karin Freimoser.

Integrativer Betrieb möglich

Mit diesem Team sei es auch möglich, integrativ drei Kinder zu betreuen. Grundsätzlich werden Kinder ab dem dritten Lebensjahr, die keine Windel mehr benötigen, und deren jüngere Geschwisterkinder aufgenommen. Voraussetzung sei nachgewiesener Masernschutz, außerdem werde empfohlen, die Kinder gegen Tetanus und FSME impfen zu lassen, sagte Yumusak.

Außerdem informierte Gabriele Yumusak über Punkte wie Hygienemaßnahmen, Betreuungszeiten, Eingewöhnung, Elterndienst sowie die auflaufenden Kosten pro Kind. Denn auch wenn die Kinder unter freiem Himmel lernen und spielen, so bleibe dennoch das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz die Basis für den Kindergartenbetrieb.

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Geplant sei auch eine Kooperative mit der Grundschule Ruhpolding, deren Umsetzung allerdings stark von der Entwicklung der Corona-Pandemie und den einhergehenden Bestimmungen abhängig sei.

Im Anschluss hatten die Eltern die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen: Was mit den Kindern bei längern Kältephasen geschehe und wie man mit Allergien umgehen könne, waren Themen, die gleich an Ort und Stelle beantwortet werden konnten. Der Nachmittag bot auch für die Kinder die Gelegenheit, die Schutzhütte und die Umgebung eingehend zu inspizieren.

Start im HPZ erst im Oktober

Trotz des gelungenen Termins blieb ein kleiner Wermutstropfen: Der Umbau der ehemaligen Pfarrerwohnung verzögert den Start der Kinderbetreuung im HPZ auf Anfang Oktober. Ludwig Böddecker bat um Verständnis für die Baumaßnahme. Letztendlich werde sie den Kindern zu Gute kommen.

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