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KAMPF GEGEN DIE MOTORSÄGE

Ruhpolding: Verein rettet seit 20 Jahren jahrhundertealtes Baum-Trio vor der Säge

Lindenhüter Sepp Plenk ist immer wieder fasziniert von der urwüchsigen Kraft, die von den riesigen Bäumen in St. Valentin ausgeht. Seit 20 Jahren kümmert sich der Lindenverein erfolgreich um die Pflege der Bäume
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Lindenhüter Sepp Plenk ist immer wieder fasziniert von der urwüchsigen Kraft, die von den riesigen Bäumen in St. Valentin ausgeht. Seit 20 Jahren kümmert sich der Lindenverein erfolgreich um die Pflege der Bäume
  • vonLudwig Schick
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Die Fällung der ältesten Linde in St. Valentin war schon beschlossene Sache. Doch engagierte Bürger verhinderten dies. Heute hegt und pflegt der gemeinnützige Verein „Rettung der alten Linde St. Valentin-Zell“ drei Bäume.

Ruhpolding – Gehegt und gepflegt von den Mitgliedern des Lindenvereins: Seit 20 Jahren sorgen die Mitglieder dafür, dass es dem alten Linden-Ensemble vor der Filialkirche St. Valentin gut geht und Jahr für Jahr vor der Säge gerettet wird.

Vor zwei Jahrzehnten, im Mai 2001 gab es einigen Aufruhr im Zellerboden: Die größte und markanteste Linde des etwa 650 Jahre alten Baum-Trios vor der Filialkirche St. Valentin sollte gefällt werden. Auslöser der Entscheidung, zu der sich die zuständige Kirchenverwaltung der Pfarrei St. Georg nach eingehenden Beratungen durchrang, war ein dicker Seitenast, der während eines Sturms auf den Kirchenweg krachte. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden.

Große Faulstellen im Stammbereich festgestellt

Das Gremium entschied daraufhin, der Einschätzung des beauftragten Sachverständigenbüros zu folgen und den jahrhundertealten Baum der Motorsäge preiszugeben. Die Kirchenverwaltung mit dem damaligen Ortspfarrer Josef Mühlbacher sah sich nämlich nicht imstande, die Kosten der aufwändigen Sanierung sowie für die jährlichen Pflegearbeiten zu tragen.

In ihrem Gutachten hatten die Experten unter anderem große Faulstellen im unteren Stammbereich festgestellt, sodass die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben sei, was natürlich auch ungelöste Haftungsfragen nach sich zog.

Mit drohendem Kahlschlag nicht abfinden

Die Situation rief auf die Schnelle eine Handvoll überzeugter Gegner auf den Plan, die sich mit dem drohenden Kahlschlag und einer geplanten Neupflanzung nicht abfinden wollten. Zu sehr bestimmten die Bäume als prägende Kulisse den Vorplatz vor den Kirchenmauern. Und das über Generationen hinweg.

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Unter der Führung von Architekt Sepp Plenk formierte sich über Nacht eine Gruppe mit 40 Anwohnern und Unterstützern mit dem Ziel, die anfallenden Kosten in der Folgezeit zu übernehmen. Mit durchschlagendem Erfolg: Durch die engagierte Initiative konnte die Fällung bis heute verhindert werden.

Mehr noch: 2005 wurde sogar der gemeinnützige Verein „Rettung der alten Linde St. Valentin-Zell“ ins Leben gerufen und ins Vereinsregister aufgenommen.

Tausende Euro in den Erhalt investiert

Der Lindenverein, der mittlerweile schon Tausende Euro in den Erhalt des einzigartigen Baumensembles investiert hat, zählt aktuell 80 Mitglieder. Weitere Genugtuung für die Lindenfreunde und ihren Einsatz: Seit drei Jahren sind die Kirchenlinden, auch Kapellenlinden genannt, offiziell als Naturdenkmal ausgewiesen. In der Begründung des Landratsamts Traunstein als Untere Naturschutzbehörde heißt es wörtlich, dass „diese drei eindrucksvollen Linden wegen ihres Alters, besonderen Schönheit und landschaftsprägenden Charakters im öffentlichen Interesse zu erhalten sind.“

Die alten Baumriesen sind zum Teil bis zu 650 Jahre alt

An den rissigen, knorrigen Stämmen weisen seitdem dreieckige Schilder mit grünem Rand auf den gebotenen Naturschutzstatus der bis zu 650 Jahre alten Baumriesen hin. Wie hoch ihre Bedeutung eingeschätzt wird, zeigt sich auch in dem Buch „Alte liebenswerte Bäume in Deutschland“, in dem bundesweit unwiederbringliche Naturschöpfungen wie die archaisch anmutenden Linden in St. Valentin dokumentiert sind.

Wie Sepp Plenk, Vorsitzender des Lindenvereins und oberster „Lindenhüter“ anlässlich des 20. Jubiläums betonte, “sind wir nach wie vor auf Neumitglieder und Sponsoren angewiesen, um dem Erhaltungsauftrag gerecht zu werden“.

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