Ruhpolding: Friedenstag der Stiftung Wings of Hope auch online ein Erfolg

Impression vom interkulturellen Dinner im Sommer 2019 in Ruhpolding.
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Impression vom interkulturellen Dinner im Sommer 2019 in Ruhpolding.

Online statt vor Ort traten junge Menschen bei der Stiftung Wings of Hope miteinander in Kontakt. Die Themen reichten von Rassismus bis zu den Auswirkungen von Corona.

Ruhpolding –Wie geht Solidarität und Friedensarbeit online? Dies testeten etwa 30 junge Menschen bei einem virtuellen Tag von „Wings of Hope“. In den Vorjahren hatte diese Stiftung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bereits 13 Mal zu einer 14-tägigen Sommerakademie in den Labenbachhof bei Ruhpolding eingeladen. Wegen der Kontakt- und Reisebeschränkungen durch Corona suchte und fand man nun neue Wege.

So gab es stattdessen einen „One Day of Summer Academie“. Die Stiftung lud zu dem Tag Teilnehmer der letzten Sommerakademien für interkulturellen Dialog ein.

Bunte Mischung von Teilnehmern

Online trafen sich junge Menschen aus Palästina, Israel, der Kurdischen Autonomieregion des Irak, Bosnien-Herzegowina und Deutschland – mit jüdischem, christlichem oder muslimischen Glauben; aber auch Atheisten nahmen teil.

In der Tradition der Sommerakademie begann der Online-Tag mit einem interreligiösen Impuls zum Thema „Solidarität“. In fünf Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer danach eine Präsentation über aktuelle Entwicklungen in ihren Ländern und stellten sie vor. Wie sie in ihrem Umfeld die Stressfaktoren durch die Corona-Pandemie erleben und welche politischen Entwicklungen für sie wichtig wären, aber aktuell in den Hintergrund geraten sind, waren Inhalte.

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Im „World Café“ diskutierten drei Gruppen über „Black Lives Matter und Erinnerungsarbeit“, „Kultur und Konflikt“ und „Auswirkungen der Pandemie auf den Aktivismus der Jugendlichen und die Zeit danach“.

„Viele von uns erleben gerade Angstgefühle, innere Unruhe, Anspannung und Sorgen um ihre Lieben und sich selbst“, erklärt Atran Youkhana aus München vom Leitungsteam. „Es gilt für uns alle, die Balance zu halten und handlungsfähig zu bleiben. Auch hier können wir voneinander lernen, wie das gelingen kann.“ Deshalb war auch Körperarbeit mit Deeskalations- und Qi Gong-Trainer Dieter Mayer Bestandteil des Tages, bevor dieser mit einer Zoom-Party ausklang.

Begeisterte Teilnehmer

„Wings of Hope“ erhielt bereits begeisterte Rückmeldungen. Ein Teilnehmer aus der Kurdischen Autonomieregion des Irak bezeichnete es laut Imke Mentzendorff, der Zuständigen für Öffentlichkeitsarbeit, als „besten Tag während der Quarantäne“.

Eine Teilnehmerin aus Bosnien und Herzegowina bedankte sich für den Tag: „Ich konnte sofort die Energie der Sommerakademie fühlen.“ Diese Energie, diesen Zauber umschreibt „Wings of Hope“ mit „Vertrauen, Nähe, Inspiration, Akzeptanz und Kreativität“. „Wir sind sicher, dass unser Impuls noch lange nachwirkt, Kraft und Zuversicht spendet“, betont Mentzendorff. Und die brauchen die Jugendlichen für ihre mühevolle Friedensarbeit in den lokalen Netzwerken. Die Stiftung „Wings of Hope“ hat ihren Namen von einem Kinderbild aus Sarajevo: Ein kleines Mädchen, das mit seinen Eltern aus seiner Heimat vertrieben worden war, hatte Schmetterlinge gemalt und betitelte das Bild „Schmetterlinge leben kurz“. Das Bild rührte Menschen so an, dass sie Hilfe organisierten und sich „Wings of Hope“ nannten. vm

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