Die Welt in bewegenden Bildern

Ruhpoldinger Filmemacher Thomas Junker: Seit 30 Jahren rund um den Erdball unterwegs

Seit 30 Jahren ist Filmemacher Thomas Junker mit seiner Kamera rund um den Erdball unterwegs, um über Land und Leute zu berichten. Gerne auch von entlegenen Regionen, wie hier in der Eislagune im Süden Islands.
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Seit 30 Jahren ist Filmemacher Thomas Junker mit seiner Kamera rund um den Erdball unterwegs, um über Land und Leute zu berichten. Gerne auch von entlegenen Regionen, wie hier in der Eislagune im Süden Islands.

Er kennt Russland fast wie seine Westentasche, fühlt sich in den Jurten der Mongolei ebenso zuhause wie im Himalaja auf dem Dach der Welt: der Wahl-Ruhpoldinger und Filmemacher Thomas Junker.

Ruhpolding – Derzeit kann der weitgereiste Globetrotter auf ein besonderes TV-Jubiläum feiern. Seit dreißig Jahren tourt Thomas Junker nun schon rund um den Erdball.

Entlegene Winkel im Kamerafokus

Auf allen Etappen unverzichtbar mit dabei ist die Kamera, mit der er Land und Leute in bewegenden Bildern einfängt. Dabei sind es nicht unbedingt die hektischen Metropolen dieser Welt, die in seinen Reportagen auftauchen. Vielmehr gilt seine Aufmerksamkeit den geografisch entlegensten Winkeln und Gegenden auf den verschiedensten Kontinenten. Und natürlich ihren Bewohnern, die er portraitiert.

Weltenbummler will die kleinen Geschichten erzählen

Das große Ganze in vielen kleinen Geschichten zu erzählen, dafür hat der 56-jährige Weltenbummler ein besonderes Faible. Ob Mittlerer Osten, Nordafrika, der amerikanische Kontinent oder die Antarktis – über hundert Länder hat er in den vergangenen drei Jahrzehnten schon bereist und serienweise eindrucksvolle Bilder in die bundesdeutschen Wohnzimmer geliefert.

Früher mit dem Motorrad, heute auf vier Rädern unterwegs

Doch auch ihn bremste die Corona-Pandemie aus, so dass die geplante Exkursion ins Tibetische Hochland verschoben werden musste. Seit etwa fünf Jahren begleitet den gebürtigen Heidelberger seine zweite Frau Alexandra, die er während einer Recherche kennenlernte. Mit der Österreicherin, die nun für den guten Reportagen-Ton sorgt, ist er mittlerweile auf vier Rädern unterwegs. Bedeutend bequemer als früher, wo er mit seinem besten Freund sämtliche Mammut-Touren per Motorrad und ohne Begleitfahrzeug unternommen hatte.

Im eigenen Cutter-Studio in Ruhpolding: Thomas Junker und Schnittmeister Andreas Halbfeld (vorne) sind ein eingespieltes Team.

Mit Hilfe von Militärkarten die Orientierung in Tibet behalten

Beiden begeisterten Motorradfahrern gelang 1996 eine Weltumrundung in 99 Tagen. Fünf Jahre später durchquerten sie Tibet komplett zwei Mal auf zwei Rädern. Als relativ präzise Orientierungshilfe erwiesen sich die mitgeführten russischen Militärkarten.

Dabei mussten beide verschworenen Weggefährten knallhart erfahren, wie risikobehaftet bis hin zur Lebensgefahr solche Expeditionen sein können, noch dazu bei katastrophalen medizinischen Verhältnissen.

Begleiter gerät auf über 5000 Metern Höhe in Lebensgefahr

In seinem Buch „20 Stunden in Tibet – Traum und Trauma einer Filmexpedition“ beschreibt Thomas Junker, wie seinem Begleiter auf dem 5.350 Meter hohen Pang-La-Pass ein Geschwür im Zwölffingerdarms riss und er erst nach einer langen Odyssee mit schmerzreichen Transporten und über drei Krankenhäuser hinweg gerettet werden konnte. Noch heute denkt Junker mit gemischten Gefühlen an die nervenzerrende Situation zurück. „Wenn Thomas nicht gewesen wäre – ich wäre heute bestimmt nicht mehr am Leben,“ ist sich Steffen Müller angesichts der durchlebten Höllenqualen sicher.

Einblicke hinter die Biathlon-Kulissen

Seit 2012 hat Thomas Junker seine „Jurte“ in Ruhpolding aufgeschlagen, dem Ort, für den er unter anderem die visuellen Hintergrundinformationen über die Biathlon-Veranstaltungen liefert. „Der Fan will doch wissen, wie eine Dopingkontrolle abläuft, die Strecke verläuft oder was am Schießstand wichtig ist,“ beschreibt er seine kurzweiligen Video-Einspielungen.

Von Bergen und der Dorfgemeinschaft fasziniert

Die Berge faszinierten ihn schon als jugendlichen Kletterer. Außerdem schätzt er die Art, wie in der Dorfgemeinschaft überlieferte Traditionen und kulturelle Werte gepflegt werden. Als er mitbekommen hat, dass die Trachtenvereine den Kindern die Kleidung kostenlos zur Verfügung stellen, war er ganz erstaunt: „Das zeugt von gelebtem Gemeinschaftssinn, das findet man nicht überall,“ meint der Weitgereiste. Er muss es ja wissen.

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