Ruhpolding: Ein geplantes Pultdach sorgt für Diskussionsstoff

Das Bergwalderlebniszentrum ist in der Gründbergstube in der Urschlau untergebracht. Geplant ist jetzt im nordöstlichen Bereich ein Schreinereigebäude mit Pultdach.
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Das Bergwalderlebniszentrum ist in der Gründbergstube in der Urschlau untergebracht. Geplant ist jetzt im nordöstlichen Bereich ein Schreinereigebäude mit Pultdach.

Ein Schreinereigebäude mit einem Pultdach soll im Ruhpoldinger Ortsteil Urschlau entstehen. Diese Optik gefällt nicht jedem. Was die Kritiker dazu sagen.

Von Ludwig Schick

Ruhpolding – Der Neubau eines Schreinereigebäudes zu Schulungszwecken ist in unmittelbarer Nähe des Bergwalderlebniszentrums in der Gemarkung Urschlauer Forst geplant.

Für das Bauvorhaben hatte der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), den entsprechenden Antrag gestellt; ebenso auf Zustimmung und Erteilung einer Abweichung von der aktuellen Ortsgestaltungssatzung (OGS).

Satteldach statt Pultdach?

Das Ansinnen war eines der Schwerpunktthemen in der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses. Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) stellte die wichtige Funktion der Einrichtung im Bereich der Waldpädagogik heraus, die im Hinblick auf kommende klimatische Veränderungen immer mehr ins öffentliche Interesse rückt. Schulklassen sowie auch andere Gruppen werden dort in mehrtägigen Kursen an das sensible Zusammenspiel im Bergwald herangeführt. Um das Angebot ausweiten zu können, ist vonseiten des AELF der Neubau eines zweckmäßigen Schreinereigebäudes nordöstlich des Hauptgebäudes, der sogenannten Gründbergstube, geplant, der auch grundsätzlich vom Gremium befürwortet wurde. Allerdings stieß das geplante Pultdach, mit dem das Zweckgebäude versehen ist, auf unterschiedliche Meinungen.

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Zweiter Bürgermeister Ludwig Böddecker (VRB) plädierte ebenso wie Bernhard Braun (CSU) für ein Satteldach, das ihrer Ansicht nach optisch besser in die Umgebung passen würde. Braun fand es außerdem kontraproduktiv, wenn man immer mehr Abweichungen von der Ortsgestaltungssatzung zulässt.

Möglichst viel Licht einfangen

Josef Zeller (VRB) fand in dem Fall das Pultdach bestens geeignet, um möglichst viel Licht einzufangen und zugleich Energie einzusparen. Auf die Kostensituation ging Bürgermeister Pfeifer ein. Man müsse auch bedenken, dass das AELF als Bauwerber nur ein begrenztes Budget zur Verfügung habe und ein Pultdach wesentlich günstiger zu errichten sei als ein Satteldach.

Dies bestätigte auch Zimmermeister Gerhard Hallweger (SPD). Sebastian Steinbacher (Grüne) wollte geklärt wissen, ob die Schreinerei nicht doch eventuell gewerblich genutzt wird. Dazu sei die Zufahrtsstraße für schwerere Lieferfahrzeuge nicht geeignet.

Ludwig Böddecker meinte dazu, dass hier offenbar ein Informationsdefizit herrsche, denn die Schreinerei werde ausschließlich für Schulungszwecke der Bildungseinrichtung genutzt.

Dies bestätigte auch auf Nachfrage Thomas Dankemeyer, der Leiter des Walderlebniszentrums, der die vielfältige Verwendung sowie die Tätigkeiten im Eigenbedarf mit dem Werkstoff Holz noch eingehender konkretisierte.

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