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Masern-Impfpflicht bleibt: Bundesverfassungsgericht weist Eltern-Klagen ab

Urteil am Donnerstag

Masern-Impfpflicht bleibt: Bundesverfassungsgericht weist Eltern-Klagen ab

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Im Interview

„Rückzug und Angst“ - Unterwössner Sozialpädagogin über Folgen von Corona

Katharina Königbauer betreut derzeit die Schüler der Mittelschule in Unterwössen.
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Katharina Königbauer betreut derzeit die Schüler der Mittelschule in Unterwössen.
  • VonLudwig Flug
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Unterwössen – Die Diplom-Sozialpädagogin Katharina Königbauer ist die Ansprechpartnerin für Lehrer, Schüler und Eltern an der Grund- und Mittelschule Unterwössen. Warum sie trotz der Auswirkungen der Pandemie ihre Arbeit liebt.

Frau Königbauer, was sind Ihre Aufgaben?

Katharina Königbauer: Als Jugendsozialarbeiterin an einer Schule richtet sich mein Augenmerk auf Kinder und Jugendliche. Ich helfe Schülern bei Konflikten in der Familie, im Freundeskreis, bei persönlichen Problemen und bei Schwierigkeiten in der Schule.

Ich gebe Eltern Unterstützung in Erziehungsfragen, helfe mit Kontakten in außerschulische Einrichtungen und Beratungsstellen und vermittle zwischen Elternhaus und Schule. Lehrer unterstütze ich in sozialer Gruppenarbeit, in Einzelfällen und bei der Vernetzung und Kooperation mit anderen Institutionen. Die Inhalte der Gespräche werden vertraulich behandelt und die Beratung ist kostenlos.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Königbauer: Ich liebe meine Arbeit und könnte mir derzeit keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen. In der Schulfamilie bestehend aus Schülern, Lehrern und Eltern, bei meinem Arbeitgeber, der Diakonie Rosenheim, und in meinem Team fühle ich mich sehr wohl. Wir unterstützen uns in produktivem Austausch.

Mein Hauptarbeitsbereich umfasst die ungefähr hundert Schüler der Mittelschule. Ungefähr 25 Schülerinnen und Schüler nehmen regelmäßige Beratungen in Anspruch. Um die Grundschulkinder einzubeziehen, stellten wir einen Antrag auf eine Erhöhung meiner Arbeitsstunden. Er wird hoffentlich bald genehmigt. Besonders reizvoll an der Einzelfallarbeit ist, dass jeder Fall ganz individuell ist. Neben sozialen Konflikten sind vorwiegend psychische Belastungen das Hauptthema.

Was sind die Besonderheiten in Unterwössen?

Königbauer: An der Volksschule in Unterwössen ist die Integration und Begleitung der Kinder und Jugendlichen der Inobhutnahmestelle Litzelau in Oberwössen und des Forsthauses in Reit im Winkl anspruchsvoll. Beide Einrichtungen nehmen übergangsweise Kinder und Jugendliche auf, die in ihrem bisherigen Umfeld gefährdet sind. Zur Sicherheit kommen sie wenige Monate in diesen Einrichtungen unter, bis sich eine andere Lösung findet. Wir versuchen, diesen Schülern eine geborgene Schulatmosphäre zu bieten. Wir stärken unseren Schülern in ihren sozialen Kompetenzen und versuchen ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein weiterer fordernder Arbeitsbereich ist die Integration neuer Schüler mit Fluchthintergrund. Diese Schüler kommen in der Regel ohne sprachliche Vorkenntnisse, teils sogar ohne Beschulung und Alphabetisierung. Unser bayrisches Schulsystem bietet für diese Herausforderung leider geringe Unterstützungskapazitäten.

Welchen Einfluss hat die Pandemie auf Ihre Aufgabe?

Königbauer: Corona hat das Schulleben geprägt. Arbeitsabläufe haben sich verändert, Bedürfnisse der Schüler zugenommen. Es zeigt sich eine steigende Tendenz zu Rückzugsverhalten, Schulangst, Schulverweigerung. Aber auch die belastenden Verhältnisse, die in Familien entstehen, und ein erhöhter Druck und Aufgabenzuwachs bei den Lehrern, wirkt sich auf das psychische und physische Wohl der Schüler aus. Da gilt für mich ein besonderer Anspruch, jeden Schüler zu sehen, für jeden ein offenes Ohr zu haben, Hilfen anzubieten, zu stützen und zu begleiten.

Wo liegen abseits von Corona die Herausforderungen ihrer Arbeit?

Königbauer: Der Lauf der Dinge geht seinen Weg. Generationen verändern ihre Lebensweisen, Tugenden und Weltanschauungen. Daraus resultiert die ständige Herausforderung, mit diesem Wandel Schritt zu halten. Es gilt, Neuerungen, wie zum Beispiel die im Bereich der Digitalisierung, nicht zu verteufeln, sondern ihre positiven Aspekte zu verstärken und zu fördern. Ich kläre über Gefahren und schädliche Einflüsse auf und helfe, sie zu hemmen. Es gibt keinen besseren Ort dafür als die Schule. Schüler sind gerade in diesen Bereichen äußerst offen, interessiert und meist verständig.

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