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Ausflugstourismus

Rücksichtslose Wanderer und Biker: Schlechinger Almbauern klagen über Schäden

Der unterste Zaun ist abgerissen, das Schild ebenfalls und es liegt zerknickt am Boden.
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Der unterste Zaun ist abgerissen, das Schild ebenfalls und es liegt zerknickt am Boden.
  • VonSybilla Wunderlich
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Das Bedürfnis, sich in der Natur aufzuhalten, ist offenbar größer denn je. Besonders beliebt sind die Gebiete der Almen. Wo die vielen Besucher Bergidylle suchen, hinterlassen sie zum Teil tiefe Spuren. Zwei Schlechinger Almbauern fordern deshalb zu mehr Rücksichtnahme auf.

Schleching – Die beiden Schlechinger Bauern Ralf Wegener von der Hainzen-Alm unterhalb der Zwillingswand und Hans Genghammer von der Oberauerbrunstalm an der Hochplatte jedenfalls wünschen sich mehr Rücksichtnahme.

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Damit das Almvieh artgerecht und in Ruhe sich auf der Alm bewegen kann und vor steilen Abhängen geschützt ist, muss die Hainzen-Alm von Ralf Wegener eingezäunt sein. Das Gebiet umfasst sechs Hektar, das sind immerhin 60.000 Quadratmeter. Der Almbauer bewirtschaftet die Hainzen Alm in seiner Freizeit, neben seinem Beruf beim Bauhof. Die Zäune müssen ständig überwacht werden, damit das Vieh gesichert ist. Das ist viel Arbeit und Verantwortung.

Wegener erzählt, dass er in der letzten Zeit, wenn er nach Beendigung seiner regulären Arbeit nach seinen Tieren schaut, feststellen muss, dass Zäune an verschiedenen Stellen einfach niedergetreten sind.

Enttäuscht von manchen Besuchern

Seit einiger Zeit geht der Premium-Radweg durch sein Privatgelände, er duldet das, aber er ist enttäuscht von manchen Besuchern. Er zeigt einen niedergetretenen Zaun mit herausgerissenen Krampen vom Pfahl direkt an einem komfortablen Überstieg, daneben liegt das Schild „bitte Hundekotbeutel benutzen“ abgerissen und zerknickt auf der Erde. „Das kann ich nicht verstehen, mein Vieh ist gefährdet und kann entweichen und sich im Gelände in Gefahr bringen“.

Wegener steckt viel Engagement in die Arbeit auf der Alm. Bei seinem Rundgang am Abend gibt es immer viel zu tun, es liegen große Äste auf dem Weg, die weggeräumt werden, hier muss ein schiefer Pfahl gerichtet werden, dort ein Zaun nachgezogen und natürlich müssen seine Tiere versorgt werden. Das macht er gern und mit viel Herzblut und er wünscht sich einfach „bitte mehr Rücksichtnahme der Besucher“.

Wanderer kürzen über Privatgrund ab

Auch Familie Genghammer von der Oberauerbrunstalm berichtet über Probleme. Wanderer, die einfach über Privatgrund abkürzen und Wege schaffen. Hans Genghammer versuchte, Abhilfe zu schaffen und legte Wege mit Sprühfarbe an, damit die Wanderer und Biker sich daran orientieren können und nicht alles niedergetreten wird. „Leider wird das meistens ignoriert“ weiß er zu berichten.

Wege werden immer breiter

Ein weiteres Problem auf der Alm sei die massive Wege-Verbreiterung. Genghammer dazu: „Nach Regen gehen die Wanderer lieber in der Wiese, als auf dem nassen Weg. Dadurch wird immer mehr Humus abgetragen, was sich gerade im Almgebiet schädlich auf die Artenvielfalt auswirkt. Ein massives Problem hierbei verursachen auch die Downhill Biker, die querfeldein von der Hochplatte kommend über die Alm-Wiesen fahren“.

Viehtränken sind kein Hundebad

Die Tiere auf der Alm benötigen dringend sauberes Wasser, hier sind die Viehtränken ihr Anlaufpunkt. Die Tröge sind also nicht geeignet als Spielplatz oder Hundebad. „Die dadurch entstehenden Verschmutzungen können schlimme Krankheiten beim Almvieh verursachen“, berichtet der Almbauer.

Nicht jedem Besucher ist bewusst, dass es sich bei den Almen um eine Kulturlandschaft handelt. Die kann nur weiter bestehen, wenn der Mensch Hand anlegt und mit Hilfe der Tiere auf der Alm die Verbuschung oder den Baumwuchs verhindert.

Rinder und Kühe sind wählerisch und intelligent in der Wahl ihres Futters auf den Almwiesen. Wählerisch, weil sie nicht alle Pflanzen mögen, und intelligent, weil sie erkennen, was für sie giftig ist.

Schwere Arbeit im steilen Gelände

Damit sich die ungeliebten Pflanzen nicht in großem Maße ausbreiten und womöglich den Artenreichtum verhindern, muss auch hier der Almbauer eingreifen und die ungebetenen Pflanzen von Hand entfernen. Das ist im zum größten Teil steilen Gelände eine schweißtreibende Arbeit. Neben dieser Arbeit stehen natürlich die Pflege und Zufütterung für das Vieh im Vordergrund.

Damit das Miteinander von Natur, Almwirtschaft und Besuchern auch weiterhin gut funktioniert, würden sich die beiden Bauern mehr Bewusstsein, Wertschätzung und Rücksichtnahme wünschen.

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