Aus dem Gemeinderat

Vorbild ist das Grassauer Erfolgsmodell: Auch Rottau soll Fernwärme bekommen

Die Wärmeversorgung Grassau ist ein Erfolgsmodell. Nun soll ein solches Fernwärme-Heizwerk auch in Rottau entstehen. Zuständig wird das Kommunalunternehmen sein.
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Die Wärmeversorgung Grassau ist ein Erfolgsmodell. Nun soll ein solches Fernwärme-Heizwerk auch in Rottau entstehen. Zuständig wird das Kommunalunternehmen sein.
  • vonTamara Eder
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Einig war sich der Grassauer Gemeinderat, dass auch Rottau von Fernwärme profitieren soll. Sie wird in Grassau bereits höchst erfolgreich eingesetzt. Bürgermeister Stefan Kattari zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nun kann die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden.

Grassau – „Das ist heute der wichtigste Beschluss“, erklärte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) und freute sich über das einstimmige Ergebnis für eine Wärmeversorgung im Ortsteil Rottau. Damit erteilte der Marktgemeinderat grünes Licht für das Projekt.

„Die Fernwärme in Rottau ist der nächste logische Schritt für die Zukunft nachfolgender Generationen und Verringerung der Treibhausgase“, so Kattari. Vor einigen Jahren sei mit der Errichtung der Fernwärme Grassau und dem Aufbau eines Kommunalunternehmens eine richtungsweisende Entscheidung getroffen worden, lobte der Rathauschef.

90 Hauseigentümer interessieren sich

Auch erklärte er, warum der Marktgemeinderat erst jetzt in das Projekt involviert werde. Zunächst musste ein Standort gesucht werden, da alle weiteren Schritte hiervon abhängig seien. Dies sei gleich am Ortseingang, von Grassau kommend, auf der linken Seite möglich.

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Nach dem derzeitigen Stand, so Kattari, haben 90 Hauseigentümer ihr Interesse an einem Fernwärmeanschluss bekundet. Nun habe man die Grundlagen, um das Vorhaben realisieren zu können. „Wir dürfen beim Versuch eine Fernwärme zu realisieren keine Zeit , verlieren“, betonte Kattari.

Manfred Huber (AE) sieht gute Chancen für die Umsetzung, zumal sich für ihn nur positive Aspekte ergeben. Es werde kein Platz für einen Heizkessel genötigt, Wartungskosten fallen weg, die Bedienung sei einfach und der Brennstoffkauf entfalle. Zudem hätten die Bürger mit dem Markt Grassau den besten Partner, da dieser keine Gewinnabsichten verfolgt.

Wärmepumpen mit Solar empfohlen

Grundsätzlich sei dies, so Dr. Winfried Drost (UGL) sehr zu befürworten. In der Machbarkeitsstudie sollte dennoch geprüft werden, welche Heizmodelle den besten ökologischen Gewinn bringen. Er verwies dabei auf die Möglichkeit des Einbaus einer Wärmepumpe mit Solaranlage. Laut Drost sind bei der Fernwärme für die Hackschnitzelverbrennung Transporte notwendig und bei der Verbrennung entstehen zudem Stickoxide.

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Laut Zweiter Bürgermeisterin Daniela Ludwig (CSU) seien Wärmepumpen bei 50 Prozent der Häuser nicht möglich. Thomas Hofmann (AE) betonte, dass für die Zukunft nicht nur die Energieerzeugung wichtig sei, sondern in erster Linie das Leitungsnetz. Tom Hagl (CSU) meinte, man solle die Leute nicht mit weiteren Alternativen verunsichern und die Chance für ein Heizkraftwerk nützen.

Wie geht es mit Mietenkam weiter?

Wie Kattari hinzufügte, werde in der Machbarkeitsstudie die Wirtschaftlichkeit des Projekts und wie dieses umgesetzt werden kann, untersucht. Josef Grießenböck (CSU) erkundigte sich nach einer Fernwärme für Mietenkam. Auch dies sei bereits überlegt worden, erklärte der Rathauschef, wobei ein eigenes Heizwerk nicht notwendig sei. Vielmehr könnte die bis zum Sporthotel bestehende Versorgungsleitung nach Mietenkam weitergeführt werden. Die Öffentlichkeit soll davon im Frühjahr informiert werden. Personell sei man, so Kattari, nicht in der Lage, zwei große Vorhaben zu betreiben.

Künftig industrielle Abwärme in Grassau?

Katharina Schmuck (SPD) berichtete aus dem Arbeitskreis Erneuerbare Energien, der vorschlug, neben dem Blockheizkraftwerk weitere Möglichkeiten auszuloten, wie die Nutzung industrieller Abwärme.

Schließlich befürwortete der Rat die Errichtung einer ökologischen Fernwärmeversorgung für Rottau und beauftragte das Kommunalunternehmen, eine Machbarkeitsstudie anfertigen zu lassen. Dessen Geschäftsleiter Sebastian Stephan fügte hinzu, dass die Resonanz in Rottau sehr groß sei, obwohl bereits ein großer Teil der Anwohner auf Pellets umgestellt habe. Natürlich werde es auch in Rottau Straßenzüge geben, wo sich eine Wirtschaftlichkeit nicht nachweisen lasse.

Zu den Wärmepumpen ergänzte er, dass diese Möglichkeit in Rottau aufgrund der niedrigen Grundwasserstände sehr schwer umzusetzen sei. Wichtig sei, dass in das Neubaugebiet Fernwärmeleitungen verlegt werden.

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