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Die rote Zone wird am teuersten

50 Cent pro angefangene 20 Minuten kostet das Parkticket künftig am Wendelsteinplatz. Bisher waren dort für jeweils zehn Minuten 20 Cent fällig. Die Stellplätze dort gehören wegen ihrer zentralen Lage zu den teuersten in Prien. Autos dürfen hier in Zukunft bis zu zwei Stunden parken, doppelt so lang wie bisher.  Foto berger
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50 Cent pro angefangene 20 Minuten kostet das Parkticket künftig am Wendelsteinplatz. Bisher waren dort für jeweils zehn Minuten 20 Cent fällig. Die Stellplätze dort gehören wegen ihrer zentralen Lage zu den teuersten in Prien. Autos dürfen hier in Zukunft bis zu zwei Stunden parken, doppelt so lang wie bisher. Foto berger

Wieviel ein Parkschein kostet, wird in Prien bald an der Farbe der Parkscheinautomaten erkennbar sein. Der Marktgemeinderat hat eine Vereinfachung des Gebührensystems beschlossen, die auf den meisten Stellplätzen aber auch einer Preiserhöhung entspricht. Künftig wird es nur noch drei Zonen geben, die farblich nach dem Ampelsystem rot, gelb und grün gekennzeichnet werden. Die Höchstparkdauer wird auch auf den Stellplätzen auf zwei Stunden verdoppelt, wo Autos bisher nur eine Stunde stehen durften.

Prien - Die Maxime der Kommunalpolitik war es in der Vergangenheit, Parkgebühren nach der Entfernung zum Ortskern zu staffeln. So entstand ein System mit sieben Zonen unterschiedlicher Tarife. Mitten im Zentrum, zum Beispiel auf dem Wendelsteinplatz, am Heimatmuseum oder in der Schulstraße, durften Pkw nicht länger als eine Stunde parken, bevor ein Knöllchen der kommunalen Verkehrsüberwachung drohte.

Der Gewerbeverein PrienPartner hatte 2012 beantragt, die Höchstparkdauer auf zwei Stunden heraufzusetzen, damit Kunden genug Zeit für ihre Einkäufe haben. Dieser Vorstoß war der Auslöser dafür, dass Ordnungsamtsleiter Andreas Friedrich ein neues System ausklügelte, das laut Bürgermeister Jürgen Seifert bei Vorberatungen im Hauptausschuss und mit den PrienPartnern jeweils auf einhellige Zustimmung stieß.

Der Marktgemeinderat gab ebenfalls mit großer Mehrheit grünes Licht. Jetzt müssen noch die Parkscheinautomaten von einer Spezialfirma umprogrammiert werden, bevor Parken in Prien durchschaubarer wird. Wie Friedrich gestern nach Absprache mit der Fachfirma, die die Automaten umrüsten muss, mitteilte, sollen die Tarife voraussichtlich bis Ende Mai auf allen betroffenen Parkplätzen eingeführt sein.

Damit einhergehen soll auch eine farbliche Kennzeichnung der Automaten sowie der Beschilderung, inklusive der großen Parkleit-Tafeln an den Ortseingängen.

Künftig gibt es nur noch drei Zonen. In Zone 1 (rot) und 2 (gelb) wird es weiter die sogenannte Semmeltaste geben, benannt nach der Möglichkeit, für den schnellen Einkauf beim Bäcker am Automaten einen kostenlosen Parkschein für 15 Minuten zu ziehen.

Wer allerdings weiß, dass ihm 15 Minuten nicht reichen, der muss von der ersten Minute an zahlen. Die freie Viertelstunde kann aus technischen Gründen von den relativ alten Priener Automaten nicht angerechnet werden. Sie können auch nicht wechseln. Wer für seine gewünschte Parkzeit also nicht das passende Kleingeld zur Hand hat, zahlt unter Umständen mehr, als er müsste.

In Zone 1 (Wendelsteinplatz und -straße, Hochries- zwischen Wendelstein- und Bahnhofstraße inklusive Bahnhofsvorplatz) werden künftig pro angefangene 20 Minuten 50 Cent fällig. Eine Stunde kostet in diesen Bereichen also dann 1,50 Euro, die höchstens erlaubten zwei Stunden drei Euro.

Suchverkehr soll reduziert werden

Besonders vor dem Bahnhof ist der neue Tarif eine deutliche Preiserhöhung. Ziel ist es, die Frequenz auf diesen Parkplätzen zu erhöhen. Autofahrer, die vorhaben, zu bummeln und länger im Zentrum zu bleiben, sollen dazu gebracht werden, nicht erst mehrmals um den Block zu fahren, um einen teuren Stellplatz zu finden, sondern gleich einen günstigeren (gelbe oder grüne Zone) anzusteuern. Die Kommunalpolitik erhofft sich, so den Parksuchverkehr zu reduzieren.

In Zone 2 (gelbe Automaten) kostet das Parkticket in Zukunft für die ersten angefangenen 30 Minuten 50 Cent, danach werden zehnminütig jeweils weitere 10 Cent fällig. Dies betrifft vor allem die Geigelstein- und Schulstraße sowie die Stellplätze am Heimatmuseum.

Künftig Gebühren bis 19 Uhr

In Zone 3 (grün) müssen Autofahrer für jede angefangene Stunde den Automaten mit 50 Cent füttern. Auf diesen Parkplätzen (Beilhackstraße, zwischen Sparkasse und Bahngleisen) dürfen Pkw den ganzen Tag stehen bleiben, wenn die entsprechenden Gebühren entrichtet sind.

Die Neuorganisation der Parkgebühren bringt noch eine Änderung mit sich. Bisher musste auf gebührenpflichtigen Stellplätzen montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr gezahlt werden. Jetzt wird die Gebührenpflicht auf den Zeitraum von 7 bis 19 Uhr ausgeweitet, was bei CSU-Fraktionssprecher Michael Anner wie auch Dr. Claudia Trübsbach (BfP) auf Unverständnis stieß, da die Geschäfte in der Regel um 18 Uhr schließen. Anner war auch der Tarif von 1,50 Euro pro Stunde in Zone 1 zu hoch. Er verwies auf Rosenheim, wo die erste Stunde einen Euro koste. Die Gebührenpflicht "von sieben bis sieben" (Seifert) ist an die Zeiten der Halteverbotsschilder angeglichen, begründete der Bürgermeister. Anner war am Ende einer von zwei Marktgemeinderäten, die gegen die neue Gebührenordnung stimmten.

Kein Geld mehr, sondern lediglich eine Parkscheibe brauchen Autofahrer, die ihren Wagen auf dem bisher wenig genutzten Parkplatz nördlich des Friedhofs abstellen. Dafür werden die Stellplätze am Haupteingang des Friedhofs an der Neugartenstraße, wo bisher eine Parkscheibe ausreichte, jetzt gebührenpflichtig (Zone 2).

Unverändert werden für Mitarbeiter von örtlichen Geschäften, die außerhalb Priens wohnen, in Zone 3 (grün, Beilhackstraße) auf Antrag Monatskarten für 15 (bisher 13) und Jahresabos für 160 (bisher 113) Euro angeboten. 2012 nutzten gut 60 Personen die Möglichkeit der Jahreskarte.

Nicht umsetzbar ist aus Kostengründen laut Ordnungsamtschef Friedrich ein Vorschlag von Klaus Löhmann (CSU). Er hatte angeregt, die Höchstparkdauer mit sofortiger Wirkung auf mindestens zwei Stunden zu ändern, die neuen Gebühren aber quasi als Entschädigung für Einheimische erst einzuführen, wenn die Baustelle in der Bernauer Straße samt Umleitungen und damit einhergehenden Einschränkungen nicht mehr besteht.

Umrüstung ist teuer

Friedrich zufolge kostet aber die Umrüstung jedes der 18 kommunalen Parkscheinautomaten (sie müssen mit neu programmierten Platinen ausgestattet werden) etwa 2000 Euro. Eine zweimalige Umstellung (erst Höchstparkdauer, später Tarife) wäre also immens teuer. db

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