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Kurs für Gästeführer

Eine Zeitreise in die Römerregion Chiemsee

In elf Gemeinden rund um den Chiemsee wird in diesem Sommer die „Römerregion Chiemsee“ mit zahlreichen Attraktionen zu neuem Leben erweckt. Ab Oktober bietet das Katholische Kreisbildungswerk Traunstein dazu ergänzend einen neuen Ausbildungskurs für Gästeführer an. Über die Details informierten beim neuen Infopunkt in Stöttham (von links) Ortsheimatpfleger Hubert Steiner, Christian Fitzner, Leiter des Tourismusmarketing in Chieming, KBW-Vorsitzende Ursula Lay, Archäologin Andrea Krammer und KBW-Geschäftsführer Tobias Trübenbach.
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In elf Gemeinden rund um den Chiemsee wird in diesem Sommer die „Römerregion Chiemsee“ mit zahlreichen Attraktionen zu neuem Leben erweckt. Ab Oktober bietet das Katholische Kreisbildungswerk Traunstein dazu ergänzend einen neuen Ausbildungskurs für Gästeführer an. Über die Details informierten beim neuen Infopunkt in Stöttham (von links) Ortsheimatpfleger Hubert Steiner, Christian Fitzner, Leiter des Tourismusmarketing in Chieming, KBW-Vorsitzende Ursula Lay, Archäologin Andrea Krammer und KBW-Geschäftsführer Tobias Trübenbach.
  • Axel Effner
    vonAxel Effner
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Mit dem Projekt „Römerregion Chiemsee“ ist in den vergangenen drei Jahren eine einzigartige Kulturlandschaft aus der Zeit vor 2000 Jahren rund um den Chiemsee wieder zum Leben erweckt worden. Das Katholische Kreisbildungswerk bietet dazu im Herbst einen Kurs für Gästeführerausbildung an.

Chiemgau – Um die Epoche der Römerzeit einem breiten Publikum fundiert vermitteln zu können, bietet das Katholische Kreisbildungswerk Traunstein (KBW) in Kooperation mit dem Bildungswerk Rosenheim ab Herbst einen neuen Zertifikats-Kurs „Römerregion Chiemsee“ für Gästeführer an.

Vor dem Start im Oktober wird eine Info-Veranstaltung am 7. Juli um 19 Uhr im Kardinal-Döpfner-Saal des Campus St. Michael über die genauen Inhalte des Kurses informieren. Die Leitung hat Andrea Krammer. Als provinzialrömische Archäologin, Museumspädagogin und wissenschaftliche Leiterin des LEADER-Projekts „Römerregion Chiemsee“ ist sie die Expertin schlechthin für das Thema.

Eintauchen in eine faszinierende Welt

Mithilfe des europäischen LEADER-Programms sind in elf Gemeinden rund um den Chiemsee vielfältige Zeugnisse, Fundstücke, Bodendenkmäler und Sammlungsstücke in Form von Schwerpunktthemen zu einem einheitlichen und facettenreichen Bild der Römerzeit zusammengefügt worden. Auf Rundwegen und 18 neuen Schautafeln, an 27 Erlebnis- und Mitmachstationen sowie in zwei Römermuseen und in Form von Kunstwerken und visuellen Rekonstruktionen können Einheimische sowie Gäste, Schüler und Bildungshungrige ab diesem Sommer in eine faszinierende Welt eintauchen.

Einer der idyllischsten der neu eingerichteten Erlebnisorte der Römerregion Chiemsee findet sich zwischen Stöttham und Schützing in der Gemeinde Chieming. Unweit der Kirche St. Johannes sind kunstvolle Nachbildungen eines 1831 gefundenen Meilenstein-Fragments und eines Weihesteins des Flussgottes Bedaius samt Infotafeln zu sehen. Das Original des Weihesteins wurde 1816 in der Johanneskapelle entdeckt und 1944 in München durch Bomben zerstört.

Bedeutung des Projekts Römerregion Chiemsee

Bei einem Ortstermin stellten die Verantwortlichen die Bedeutung des Projekts Römerregion Chiemsee und die geplante Gästeführerausbildung vor. „Mit den Funden in Bedaium-Seebruck verfügen wir über einen der am besten erforschten Römerorte in ganz Bayern“, erläuterte die Archäologin Andrea Krammer. Anders als die militärisch geprägten Orte am Limes-Grenzwall zeichne sich die Chiemsee-Region durch die friedliche Koexistenz der einheimischen Keltenbevölkerung mit den römischen Siedlern aus, die sich hier niederließen.

Landhäuser mit Mosaikböden, bemalten Wänden und beheizbaren Badegebäuden sowie Landwirtschaftsgüter entlang der wichtigen Wirtschaftsroute von Salzburg (Iuvavum) nach Augsburg (Augusta Vindelicorum) zeugen von einem „blühenden zivilen Leben in der Provinz Noricum“.

Dokumentierte Zeugnisse echte Rarität

Die Vielzahl der dokumentierten Zeugnisse aus der Römerzeit in den elf Gemeinden, die für das Projekt eng kooperiert haben, sei in dieser Dichte überregional „eine echte Rarität“.

Dass der neue Römerinformationsort bei Stöttham bereits auf reges Interesse von Radlern und Spaziergänger stoße, berichtete Chiemings Ortsheimatpfleger Hubert Steiner. „Sowohl für Einheimische wie auch für Gäste gibt es bei uns auf Radlwegen, Führungen oder einer Online-Rätsel-Rallye zum Thema Römer viel zu entdecken“, ergänzte Christian Fitzner, Tourismusmarketing-Leiter der Gemeinde Chieming.

Gästeführer bleiben in Kontakt

„Gerade während der Coronazeit haben viele Einheimische den Reiz der Natur und der Angebote direkt vor der Haustür neu entdeckt“, sagte Ursula Lay, Vorsitzende des KBW. „Dazu passen die kompetenten Gästeführungen zur Römerzeit perfekt, auch mit Blick auf die Schulen.“ KBW-Geschäftsführer Tobias Trübenbach beleuchtete die Inhalte, Lehrmodule und Vermittlungsformate des von 16. Oktober bis 29. Januar laufenden Gästeführerkurses an insgesamt fünf Samstagen.

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„Das Interesse am Thema ist vorhanden, das neue Römerregion-Projekt ein echtes Highlight und der Bedarf an sachkundiger Vermittlung wird groß sein“, sagte er mit Überzeugung. Die ausgebildeten Gästeführer bleiben auch nach der Ausbildung im Rahmen einer Interessensgemeinschaft miteinander in Kontakt und erhalten jährlich eine Auffrischungs-Schulung beim KBW.

Römisches Leben in vielen Facetten

Einen detail- und facettenreichen Einblick in den Chiemgau zur Römerzeit vor 2000 Jahren eröffnet das neue LEADER-Projekt „Römerregion Chiemsee“. Durch die Kooperation von elf Gemeinden und die Unterstützung von Archäologen, des Landesamtes für Denkmalpflege und der Archäologischen Staatssammlung konnten Erkenntnisse und lokale Fundstücke nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu einem neuen Gesamtbild zusammengefügt werden.

Kultorte, Mosaike, ein begehbares Labyrinth, Gutshöfe, archäologische Rundwege, ein spektakulärer Silberschatz oder zahlreiche Ausstellungsstücke in zwei Römermuseen (Grabenstätt und Seebruck) sowie Visualisierungen und Nachbauten vermitteln ein Bild von Brauchtum, Wirtschaft, Religion und Alltagsleben der damaligen Zeit. Neue Info-Tafeln und Mitmachaktionen vermitteln Wissen und Entdecker-Spaß für die Familie. Nähere Infos gibt es unter www.roemerregion-chiemsee.de

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