Wunsch einiger Bürger

Rodelbahn am Geigelstein? Schlechinger Gemeinderat diskutiert

Im Corona-Winter soll die Schlechinger Rodelbahn wiederhergestellt werden. Die Frage wo sie starten soll, sahen die Mitglieder des Gemeinderats unterschiedlich.
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Im Corona-Winter soll die Schlechinger Rodelbahn wiederhergestellt werden. Die Frage wo sie starten soll, sahen die Mitglieder des Gemeinderats unterschiedlich.
  • vonSybilla Wunderlich
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Gibt es etwas Schöneres, als an einem sonnigen Wintertag die Rodelbahn runter zu brausen? In Schleching wünschen sich einige Bürger, dass am Geigelstein wieder gerodelt werden kann. Das sagen Bürgermeister und Gemeinderat dazu.

Schleching – Ein Tagesordnungspunkt in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ergab sich aus dem Antrag einiger Bürger „zur Wiederherstellung der Rodelbahn vom Liftparkplatz Geigelstein bis zum ehemaligen Huberkaser/Wuhrsteinalm“. Die Kosten hierfür sollen in den Haushalt 2021 aufgenommen werden. Zur Begründung wurde angeführt, dass diese Rodelbahn die Attraktivität der Angebote an Wintersportmöglichkeiten im Bergsteigerdorf Schleching steigert. Und zwar nicht nur für die zu erwartenden Besucher, sondern auch für Schlechinger Bürger, besonders für die Jugend und Familien.

Keine Einkehr auf der Wuhrsteinalm

Weiter wurde in dem Antrag aufgeführt, dass mit zunehmender Frequentierung des Geigelsteingebietes gerechnet wird. Daher sollte ein Rettungsweg zumindest bis zur Wuhrsteinalm für die Rettungsorganisationen offen gehalten werden. Der Einsatz von Rettungshubschraubern ist nicht bei jeder Witterung möglich, wie sich bereits bei mehreren Rettungseinsätzen gezeigt hat. Dafür wurde das Einsetzen einer neuen Lawinenkommission empfohlen.

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Dem stimmte Bürgermeister Josef Loferer (CSU) insoweit zu, dass er versprach, einen gut funktionierenden und sicheren Rodelbetrieb zu gewährleisten, sobald und solange es die Witterung erlaubt. Allerdings mit mit der Einschränkung, dass die Rodelbahn „nur bis zur Höhe des Berghotels Breitenstein“ gehen solle.

Besteht Lawinengefahr?

Zur Begründung verwies er auf das Lawinenereignis 2009, wonach der Gefährdungsbereich auf das gesamte Wuhrsteinalm-Gebiet ausgeweitet wurde. Einen weiteren Minuspunkt sah er in der mangelnden Einkehrmöglichkeit auf der Wuhrsteinalm. Loferer berichtete von Gesprächen der letzten Wochen mit dem Besitzer des Berghotels Breitenstein, der versicherte, dass Gäste dort bewirtet werden.

Hoher Mehraufwand

Fest steht, dass eine gesonderte Aufstiegsmöglichkeit bereitgestellt werden muss, damit es auf der Abfahrt der Rodelbahn nicht zu Kollisionen kommen kann. Dafür ist die ehemalige Skiabfahrt geeignet, war die Meinung des Bürgermeisters.

Weiter führte er aus, dass ausschließlich für den Streckenabschnitt vom Berghotel bis zur Wuhrsteinalm eine Lawinenkommission mit von der Gemeinde aufrechterhalten werden müsste. Sein Fazit war „die Sicherheit für den Streckenabschnitt im Lawinenkegel kann nicht gewährleistet werden, aus haftungsrechtlicher Sicht kommt in diesem Bereich keine öffentliche Rodelbahn mehr in Betracht“. Loferer erläuterte noch einmal den großen Mehraufwand, den die 600 Meter längere Rodelstrecke zu der möglichen Strecke von 3,2 Kilometern bedeuten würde.

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Eine Mehrheit von acht Stimmen sprach sich gegen den Vorschlag des Bürgermeisters aus, die Verlängerung der Rodelstrecke bis zur Wuhrsteinalm abzulehnen.

Die fünf Gemeinderatsmitglieder, die für den Vorschlag Loferers gestimmt hatten, führten als Gründe an, dass die Kosten und der Aufwand für die 600 Meter längere Rodelstrecke in keinem Verhältnis zum Mehrwert stehen. Ebenso wurde die fehlende Infrastruktur am Zielpunkt Wuhrsteinalm als Mangel angesehen.

Zweite Aufstiegsstrecke

Die Befürworter der längeren Strecke führten Argumente, wie größere Attraktivität für den Fremdenverkehr, eventuelle sportliche Möglichkeiten bei mangelndem Schnee im Tal, Anreiz besonders für Jugendliche und der Zauber der besonderen Aussicht an.

Es muss nun über die neu entstehenden Kosten der Pistenpräparierung eventuell mit neuen Geräten und die Schaffung einer zweiten Aufstiegsstrecke (zwischen Breitenstein und Wuhrstein) für die Rodler, Schneeschuhwanderer, Skifahrer, Winterwanderer und die Absicherung der Strecke durch Fangnetze oder Ähnliches eruiert werden. Mit diesen Daten und Fakten kommt der Punkt wieder auf die Tagesordnung.

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