Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Aus dem Gemeinderat

Weichen stellen für Frasdorfs Zukunft

Ein überarbeiteter Flächennutzungsplan soll für die Gemeinde Frasdorf mehr Planungssicherheit geben.
+
Ein überarbeiteter Flächennutzungsplan soll für die Gemeinde Frasdorf mehr Planungssicherheit geben.
  • VonHeinrich Rehberg
    schließen

Gemeinderat diskutiert kontrovers über die Neufassung des Flächennutzungsplanes für Frasdorf, vertagt aber eine Entscheidung.

Frasdorf – „Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Frasdorf muss dringend überarbeitet und neu gefasst werden“, eröffnete Bürgermeister Daniel Mair (CSU) dem Frasdorfer Gemeinderat in der jüngsten Sitzung. „Der vorliegende Plan stammt aus dem Jahr 1985 und wurde mittlerweile 25 Mal geändert“.

Da derzeit auch der Landesentwicklungsplan und der Regionalplan neu gestaltet werden, sei jetzt für die Gemeinde der richtige Zeitpunkt, den mittlerweile völlig veralteten Plan zu aktualisieren und damit die Weichen für Frasdorfs Zukunft zu stellen, sagt Mair. Mehrere Nachbarsgemeinden hätten in den letzten Jahren ihre Pläne aktualisiert und damit eine Planungsgrundlage für die weitere Entwicklung erstellt.

Schnellere Verfahren bei Bauplanungen

Die Überlegungen zu „Frasdorf 2030“ haben laut Bürgermeister „bereits viele Voraussetzungen für diesen neuen Plan geschaffen und können für die Erstellung verwendet werden“. Die Erstellung eines neuen Flächennutzungsplans erfordere mehrere Jahre; neben der Aufnahme des vorliegenden Bestandes seien auch mehrere Anhörungen und Beteiligungen der betroffenen Bürger vorgesehen. Zusätzlich werden die Vorstellungen der Gemeinde über die weitere Entwicklung eingearbeitet. Nach der Fertigstellung soll der Plan für einen längeren Zeitraum Sicherheit geben. Ständige Änderungen des Flächennutzungsplans seien dann zumindest für einen begrenzten Zeitraum nicht notwendig und beschleunigten die Verfahren der Bauplanung.

Lesen Sie auch: Bauern werden durch Abbruch abgeschnitten

Lorenz Wollschlager (Parteifreie Wählergruppe Frasdorf PFWGF), einer der Initiatoren von Frasdorf 2030, begrüßte das Vorhaben: Der neue Plan hemme die Gemeinde Frasdorf nicht in ihrer weiteren Entwicklung, sondern stelle Weichen. Wie für alle anderen Vorhaben brauche auch die Gemeinde einen Plan, um die Zukunft des Ortes sicherzustellen.

Lorenz Hamberger (PFWGF) widersprach dem Vorhaben: Mit einem solchen Plan lege sich die Gemeinde nur unnötig fest. Derzeit sei in vielen bäuerlichen Betrieben ein Generationswechsel zu beobachten; Während die ältere Generation noch an der traditionellen Landwirtschaft festhalte, wolle die junge Generation vielfach den Betrieb aufgeben und eine andere Tätigkeit ausüben. Dabei komme es häufig zu einer Umnutzung der vorhandenen Betriebsflächen. Mit der einseitigen Festlegung von bestimmten Bereichen als „landwirtschaftlichen Nutzgrund“ enge man die Besitzer der entsprechenden Flächen einseitig ein.

Georg Bohrer (Freie Wähler Wildenwart FWW) und Franz Voggenauer (CSU) schlossen sich der Argumentation an, sie lehnten die Aktualisierung des Plans ab. Die Gemeinde sei in der Vergangenheit mit dem vorhandenen Plan gut ausgekommen, ein direkter Bedarf für einen neuen sei nicht zu sehen.

Gemeinderat fasste keinen Beschluss

Josef Enzinger (PFWGF) merkte an, dass die Diskussion „über den richtigen Zeitpunkt“ schon seit seiner langen Zugehörigkeit zum Gemeinderat bei jedem Versuch geführt wurde, einen neuen Flächennutzungsplan zu erstellen. „Der richtige Zeitpunkt ist nie, die Gemeinde entwickelt sich jeden Tag weiter. Mit den Festlegungen eines Flächennutzungsplanes verbaut man sich keine zukünftigen Entwicklungen. Die Bürger werden bei der Erstellung des Planes mehrfach eingebunden, können Vorschläge und Widersprüche einbringen und sind vom Anfang bis zum Abschluss beteiligt“, so Enzinger.

Benno Voggenauer (CSU) erinnerte an die Pläne für den Ausbau der A 8, die den Vorstellungen der Gemeinde entgegensprechen könnten.

Lesen Sie auch: Der Frasdorfer Rupert Wördl wird mit einer seltenen Auszeichnung gewürdigt

Bürgermeister Mair erwiderte, dass vorliegende Planungen und Bauvorhaben aller Art bei der Aufstellung eines neuen Planes berücksichtigt würden.

Dritte Bürgermeisterin Gabriele Stein (Freie Wählergemeinschaft Umrathshausen FWU) stellte fest, dass nach knapp 40 Jahren eine Neuaufstellung dringend notwendig sei, Georg Wörndl (BP) schloss sich dem an.

Der Gemeinderat fasste keinen Beschluss und vertagte die Entscheidung erneut. Bis dahin soll Max Wüstinger vom Architekturbüro Wüstinger & Rickert das Gremium über die Vor- und Nachteile eines neuen Flächennutzungsplanes, über die Durchführung des Verfahrens und die anfallenden Kosten informieren.

Mehr zum Thema