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Von der „Brennsuppn“ bis zum „Mongdratzerl“

Erster Teil des „Mund-ART Wegs“ in Aschau im Chiemgau eröffnet

„I bin doch ned auf da Brennsuppn dahergschwumma“: Tourismuschef Herbert Reiter, Schulleiter der Priener Mittelschule Markus Hübl, Aschaus Bürgermeister Simon Frank und der Projektbeauftragte des Aschauer Gemeinderates Sebastian Pertl weihten gemeinsam den neuen „Mund-ART Weg“ ein.
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„I bin doch ned auf da Brennsuppn dahergschwumma“: Tourismuschef Herbert Reiter, Schulleiter der Priener Mittelschule Markus Hübl, Aschaus Bürgermeister Simon Frank und der Projektbeauftragte des Aschauer Gemeinderates Sebastian Pertl weihten gemeinsam den neuen „Mund-ART Weg“ ein.
  • VonHeinrich Rehberg
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Was ist ein „Mongdratzerl“ oder ein „Bärndreg“? In sieben Chiemsee-Gemeinden wurde ein sogenannter „Mund-ART Weg“ umgesetzt. Er erklärt spielerisch bairische Begriffe. In Aschau im Chiemgau wurde der erste Teil des Themenweges nun offizielle eröffnet. Das ist der Themenschwerpunkt.

Aschau im Chiemgau – „Man nehme…“ beginnen die Küchenrezepte und um die Küchengeheimnisse geht es auf dem „Mund-ART Weg“ an der Aschauer Ostseite. Von der „Brennsuppn“ Wir müssen wissen, wohin wir gehören, wir müssen wissen, was wir wollen und wohin es gehen soll. über den „Zwetschgendatschi“, den „Bärndreg“ bis hin zum „Scherzl“ und zum „Mongdratzerl“ ist alles vertreten.

Sieben Gemeinden nehmen teil

Der Aschauer Weg ist Teil eines Themenweges, der vom Aschauer Tourismuschef Herbert Reiter und dem Lehrer Franz Wagner, von der Franziska Hager Mittelschule, erdacht wurde. Sieben Gemeinden des Schulverbandes – Bernau, Breitbrunn, Gstadt, Eggstätt, Prien und Rimsting – nahmen an dem Projekt teil.

Die Priener Mittelschule übernahm dabei die Hauptarbeit, sammelte die mundartlichen Begriffe aus dem heimischen Chiemgau, wählte sie aus und legte sie den teilnehmenden Gemeinden geordnet nach Themenbereichen zur endgültigen Auswahl vor.

Jede Gemeinde hat einen anderen Schwerpunkt

Jede Gemeinde sucht sich einen eigenen Schwerpunkt – Bräuche, Landwirtschaft, Musik, Flora und Fauna sind die Themen. Aschau als Genussort wählte „mit Genuss“ alles rund ums Essen.

Über 1000 bairische Begriffe sammelten die Schüler an der Mittelschule Prien, wählten daraus 70 Redewendungen und Wörter aus, die schon fast in Vergessenheit geraten sind.

Diese wurden von Sebastian Huber aus Breitbrunn illustriert, sodass jeder Wanderer an jeder Station auf den Wegen etwas zu sehen bekommt.

An jedem Schild kann mit einem QR-Code die dazugehörige Erklärung nachgehört werden: Was bedeutet der Ausdruck, „wenn einer auf der Brennsuppn daherschwimmt“ und warum werden „Auszogne“ übers Knie gezogen? Das Abhören hat den Vorteil, dass dem Wanderer auch gleich die richtige Aussprache des Wortes deutlich wird.

Bei der Eröffnung des Aschauer Abschnitts an der Kohlstatt im Aschauer Osten wies Bürgermeister Simon Frank darauf hin, dass es sich beim „Mund-ART Weg“ um „kein verkünsteltes Projekt“ handle. „Unsere Sprache ist ein Markenzeichen, man kann daran stets erkennen, wo wir herkommen. Wir haben den Vorteil, dass wir zweisprachig aufwachsen und uns nicht verbiegen müssen. Unsere bairische Sprache ist ein ausdrückliches Bekenntnis zur Heimat.“

Sprache fördert Zusammenhalt

Markus Hübl, der Schulleiter der Priener Mittelschule, bedankte sich bei allen, die zur Umsetzung des Vorhabens beigetragen haben. „Die Pflege des Dialekts ist wieder eine Aufgabe der Schule. Sie fördert das Zusammenwachsen der Klassengemeinschaften und schafft Heimat. Wir müssen wissen, wohin wir gehören, wir müssen wissen, was wir wollen und wohin es gehen soll. “

Der „Mund-ART Weg“ in Aschau war der erste Abschnitt, der der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Am kommenden Wochenende folgt der Themenweg in Prien, dort dreht sich alles ums Thema Landwirtschaft. Die restlichen Gemeinden folgen bis zum Frühjahr 2023. Alle Wege können bereits jetzt begangen werden.

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