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Urteil noch nicht rechtskräftig

Semmeln oder Heroin? – Bad Endorferin soll Drogen von einem Bäcker bezogen haben

Eine 47-jährige Frau aus Bad Endorf soll von ihrem Arbeitgeber Heroin bezogen haben.
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Eine 47-jährige Frau aus Bad Endorf soll von ihrem Arbeitgeber Heroin bezogen haben.
  • VonTheo Auer
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Eine 47-jährige Frau aus Bad Endorf soll angeblich Drogen von ihrem Arbeitgeber gekauft haben. In einem Chatverlauf zwischen der Angeklagten und ihrem ehemaligen Chef, der Bäcker war, ging es um Semmellieferungen. Laut Ermittlern sei das aber nur ein Code für Heroin gewesen.

Eggstätt/Bad Endorf – Eine 47-jährige Frau aus Bad Endorf soll von einem Bäckermeister aus dem westlichen Chiemgau Heroin gekauft haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Frau im Zuge einer Telefonüberwachung des Bäckermeisters, der bereits in einem vorausgegangenen Verfahren wegen Drogenhandels verurteilt wurde – das Urteil ist noch nicht rechtskräftig – ins Visier der Ermittlung genommen und die Endorferin angezeigt.

Chatnachrichten als Beweis

Die Bad Endorferin war damals als Putzfrau in der Bäckerei tätig. Bei der Auswertung von Chat-Nachrichten zwischen ihr und dem Bäckermeister war zu lesen, dass sie jeweils zwischen 20 und 60 „Semmeln“ abholen könne – ohne dass solche Auslieferdienste ihre Aufgabe gewesen wären.

Die Beamten gehen deswegen davon aus, dass es sich um codierte Liefermengen an Drogen handeln müsse.

Vor Gericht bestritt die Angeklagte, dass es sich beim Chatverlauf um verschlüsselte Nachrichten gehandelt hätte. Allerdings konnte auch niemand ihre angeblichen Liefertätigkeiten bestätigen. Außerdem war der in den Chats angegebene Übergabeort kaum geeignet, um dort irgendwelche Semmeln abzulegen.

Es gibt keine Zeugen

Daran sei, nach ihrer eigenen Aussage, die Droge – ihr innerer Dämon – schuld. Die 47-Jährige bestätigte damit ihre Drogenabhängigkeit. Außerdem war die Bad Endorferin, wenn auch schon vor längerer Zeit, selber in Drogengeschäfte verwickelt gewesen.

Die Zeugen, welche selber in die Drogenaffäre rund um dem Bäckermeister verwickelt sind, machten von ihrem Aussage-Verweigerungsrecht nach Paragraf 55 StGB Gebrauch. Sodass es niemanden gab, der die Version der Angeklagten bestätigen konnte.

Deshalb erklärte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, dass es sich bei der Aussage der Angeklagten, keine Drogen bezogen zu haben, ganz fraglos um eine unglaubwürdige Schutzbehauptung handle. Widersprüche in den Aussagen und die Hinweise in den Chatverläufen würden die Angeklagte fraglos überführen. Allerdings habe es sich bei den gehandelten Drogen, um relativ geringe Mengen zum eigenen Gebrauch gehandelt. So sei eine Strafe von acht Monaten Haft angemessen.

Verteidiger plädiert auf Freispruch

Der Verteidiger Florian Würtinger erklärte, dass die sogenannten Hinweise die Aussagen seiner Mandantin keineswegs wirklich widerlegen würden. So beantragte der Verteidiger, seine Mandantin freizusprechen. Hilfsweise wies er darauf hin, dass im Falle eines Schuldspruches in jedem Falle eine Bewährungsstrafe in Frage käme.

Die Vorsitzende Richterin Julia Haager sprach die 47-Jährige schuldig des Erwerbs von verbotenen Betäubungsmitteln. Zu deutlich seien die Indizien gegen, und zu schwach die entlastenden Einwendungen für die Angeklagte. Allerdings sah sie noch nicht die Notwendigkeit einer Haftstrafe. Eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 40 Euro, die sie in Raten bezahlen dürfe, sollte hier noch ausreichend sein. Das Urteil ist bisher noch nicht rechtskräftig. Die Angeklagte geht in Revision.

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