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Zwischen Naturschutz und Erholung

Podiumsdiskusion zum Abschluss der Feierlichkeiten „30 Jahre Naturschutzgebiet Geigelstein“

Auf dem Podium diskutierten Bürgermeister Sepp Loferer aus Schleching, Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter „Alpine Raumordnung“ vom Deutschen Alpenverein, Grünen Landtagsabgeordneter Christian Zwanziger, Oswald Pehel, Leiter des „Tourismus Oberbayern München, Bürgermeister von Aschau, Simon Frank und Christiane Mayr vom Landschaftspflegeverband unter der Leitung von Stefan Kattari (Mitte), Bürgermeister von Grassau.
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Auf dem Podium diskutierten Bürgermeister Sepp Loferer aus Schleching, Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter „Alpine Raumordnung“ vom Deutschen Alpenverein, Grünen Landtagsabgeordneter Christian Zwanziger, Oswald Pehel, Leiter des „Tourismus Oberbayern München, Bürgermeister von Aschau, Simon Frank und Christiane Mayr vom Landschaftspflegeverband unter der Leitung von Stefan Kattari (Mitte), Bürgermeister von Grassau.
  • VonElisabeth Kirchner
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Erhalt der Artenvielfalt, Tourismus und Besucherlenkung, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Bergsteigerdörfer – viele Themen wurden auf der Abschlussveranstaltung im alten Bad von Unterwössen anlässlich 30 Jahre Naturschutzgebiet Geigelstein angerissen.

Sachrang/Schleching/Unterwössen – Einig waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion beim Wunsch, den Spagat zwischen Naturschutz und Erholung hinzubekommen.

Johannes Weber, zweiter Bürgermeister von Unterwössen, legte in seiner Begrüßung die Betonung auf den Schutz: Naturschutz bedeute Schutz vor menschlichem Eingriff, aber der Mensch müsse auch vor der Natur geschützt werden. 30 Jahre Naturschutzgebiet Geigelstein stehen in seinen Augen für den „tragfähigen Spagat von naturnahem Tourismus und dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen“.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Stefan Kattari, ehemaliger Gebietsbetreuer des Öko-Modells Achental und Bürgermeister von Grassau, ging als Moderator der Diskussion auf das Wort Naturschutz ein: „Ideal oder Schimpfwort?“ Für ihn stehe Naturschutz als Begriff für „aufwendig erschaffen, für die Zukunft zu bewahren.“ Während es für die Jugend in 70er Jahren ein elektrisierendes Gefühl war, ein Skigebiet auf dem Geigelstein zu bekommen (so Georg Antretter in einem Beitrag für die MUH, Ausgabe 40/2021), so setzten sich zeitgleich die Begründer der Bürgerinitiative für die Unberührtheit des Geigelsteins ein. Ein schwieriger Weg, der 1991 mit der Aufwertung des Geigelsteins zum Naturschutzgebiet gekrönt wurde. Heute begegne man sich auf Augenhöhe und arbeite fruchtbar zusammen, meinte Christiane Mayr vom Landschaftspflegeverband.

Tagestourismus als Herausforderung

Neben den Bürgermeistern von Aschau-Sachrang, Simon Frank, und Sepp Loferer aus Schleching, Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter „Alpine Raumordnung“ vom Deutschen Alpenverein, Oswald Pehel, Leiter des „Tourismus Oberbayern München“ und Landtagsabgeordneter Christian Zwanziger, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellte Mayr sich dem Thema vom Spagat zwischen Naturschutz und Erholung.

Oswald Pehel befand, dass sich das Naturschutzgebiet gerade durch seine Alleinstellungsmerkmale ohne große Seilbahn und im Verbund mit den Bergsteigerdörfern Sachrang und Schleching auszeichne.

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Zwanziger sah das ähnlich: Schutz der Vielfalt, Zugänglichkeit, „ohne was kaputt zu machen“ – das sei die Herausforderung, gerade im Hinblick auf Tagestouristen. Umweltbildung und neue Mobilitätsangebote seien weitere Herausforderungen. DAV-Experte Mair meinte, dass der DAV mit seinen Möglichkeiten – als Beispiel nannte er die Wander-App – zum Schutzgedanken beitrage. Die Besucher des Naturschutzgebietes müssten sich gleichzeitig selbst verpflichten, zum Schutz beizutragen. Ein Punkt, zu dem die Landschaftspflegerin Mayr anmerkte: „Der Almbauer ist kein Greenkeeper.“

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Kattari hakte bei den Bürgermeistern der Bergsteigerdörfer nach, was das Label für die Gemeinden bringe. Für Simon Frank bedeutete die Auszeichnung „eine moderate Entwicklung, kein Stillstand und eine ortsverträgliche Gestaltung“. Amtskollege Loferer aus Schleching sah das ähnlich. Eine sinnvolle Nachverdichtung sei das eine, aber man müsse auch eine lebenswerte Grundlage für die Einheimischen erhalten. „Es geht um Heimat.“

Weitsicht der Bürgerinitiative

Mair vom DAV forderte: „Der ÖPNV muss endlich in der Politik ankommen.“ Die Abschlussfrage Kattaris lautete: „Was kann man vom Geigelstein lernen?“ Gegenseitiger Respekt, gesundes Miteinander, gute Kommunikation, Erhalt und Wertschätzung war zu hören, aber auch die Forderung nach Erhalt der regionalen Landwirtschaft, der Förderung der regionalen Produkte und nach mehr Information, wie es überhaupt zum Naturschutzgebiet Geigelstein kam. Landschaftspflegerin ayr brachte es auf den Punkt: „Danke an die Bürgerinitiative „Rettet den Geigelstein.“

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