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Ortschef Alois Loferer im Gespräch

Krisenzeiten erschweren Planung: Wie geht es weiter mit dem Neubau des Schulzentrums in Bad Endorf?

Der derzeitige Planungsentwurf des neuen Schulzentrums in Bad Endorf. Krug Grossmann Architekten/ Klinger
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Der derzeitige Planungsentwurf des neuen Schulzentrums in Bad Endorf.
  • VonKatharina Koppetsch
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Es ist das größte Projekt der Marktgemeinde Bad Endorf in den kommenden Jahren: der Neubau der Grund- und Mittelschule. Und als wäre das nicht genug, wird die Planung des Projekts durch neue Fördermittelbestimmungen und gestiegene Rohstoffpreise erschwert.

Bad Endorf – In einem Interview mit den OVB-Heimatzeitungen erklärt Bürgermeister Alois Loferer (CSU) wie seine Verwaltung ein rund 35 Millionen Euro teures Projekt in so unsicheren Zeiten plant.

Mit der Zustimmung des Gemeinderats in der jüngsten Sitzung zur Bauleitplanung. Was ist der derzeitige Planungsstand der Grund- und Mittelschule? 

Alois Loferer: Wir befinden uns beim Schulprojekt mitten in der Entwurfsplanung. Architektur, Freianlagen, Technische Gebäudeausrüstung, Statik und Tragwerk, Brandschutz, Akustik, Energiekonzept, Fassadenplanung, Fachraumausstattung, Verkehrssicherheit – alles wird als integrale Planung zusammengetragen, gemeinsam abgestimmt und zu Papier gebracht. Varianten werden geprüft. Abstimmungsfragen klären wir mit Schulleitung und Lehrkräften in der Nutzerabstimmung. Die Beratungsergebnisse aus dem Marktgemeinderat werden vom Planungsteam geprüft und eingearbeitet. Am Ende werden die Planungsergebnisse mit Preisen hinterlegt und in der Kostenberechnung zusammengefasst. Entwurf und Kostenberechnung werden dann dem Marktgemeinderat und dem Mittelschulverband zur Bewertung und Abstimmung vorgelegt. Mit den Ergebnissen können dann die Zuschussanträge und der Bauantrag gestellt werden. Parallel wird mit der Bearbeitung des Bebauungsplans für das Schulzentrum das Baurecht abgesichert.

Nach wie vor ist kein neuer Fördersatz als Ersatz der alte KfW Förderung bekannt. Vor welche Herausforderung stellt Sie das?

Loferer: Am 5. April wurde vermeldet, dass die BEG Neubau-Förderung ab voraussichtlichem Stichtag 20. April wieder neu aufgelegt wird. Ein erster Überblick zeigt, dass als Planungsziel weiterhin das Niveau 40 erreicht werden muss – das heißt übersetzt, dass das Gebäude die gesetzlichen Grenzwerte aus dem Gebäudeenergiegesetz GEG nur zu 40 Prozent ausreizen darf – wir also erheblich energieeffizienter planen müssen, als der Gesetzgeber es im Grunde nach wie vor erlaubt.

Im Gegensatz zur Ende Januar abrupt abgewürgten Förderung gibt es nun eine Deckelung und ein paar zusätzliche, noch näher zu beleuchtende Parameter. Wir gehen davon aus, dass ein erfolgreicher Antrag rund drei Millionen Euro Förderung bringen kann. Das ist rund eine Million weniger, als bis Januar möglich war. Genaueres Zahlenwerk müssen wir aber noch erarbeiten. Wir sind froh, dass sich hier eine Förderoption abzeichnet. Der Verlust an Fördersumme – egal ob die gesamten vier oder bei erfolgreichem Antrag eine Million fehlen – ist natürlich eine Herausforderung bei der Finanzierung. Das Schulzentrum ist die größte Investition, die der Markt Bad Endorf je stemmen musste. Bei verrücktspielenden Baupreisen ist jede gesicherte Finanzierungsmöglichkeit eine Wohltat.

Stehen Sie im Kontakt mit den zuständigen Behörden, um Ihre Lage vorzutragen, und welche Reaktionen bekommen Sie vonseiten der Ministerien? 

Loferer: Selbstverständlich ist man in Kontakt mit den Behörden, vor allem aber auch mit politischen Akteuren, zum Beispiel Bundestagsabgeordneten. Der Druck, der hier insgesamt über direkte Kontakte und vor allem die Öffentlichkeit entstanden ist, hat schnell dazu geführt, über die Entscheidungen des Klimaschutzministeriums vom Januar zu reflektieren. Das Ergebnis liegt nun in Grundzügen vor. Das ist gut so.

Der Krieg in der Ukraine hat die Rohstoffpreise erneut steigen lassen. Haben Sie Angst, dass das Projekt nun nicht wie ursprünglich geplant umgesetzt werden kann? 

Loferer: Die Entwicklung der Baupreise hat immer einen spekulativen Anteil. Nun sind wir aber in einer Zeit, in der übliche statistische Auswertungen nicht helfen, Prognosen oder Worst-Case-Szenarien sinnvoll und planungssicher zu entwickeln. Ein Beispiel: Wir haben uns 2021 im Marktgemeinderat darauf verständigt, das Gebäude in Holz zu errichten. Zur damaligen Entscheidung war klar, dass Holzbau teurer sein wird, als ein Massivbau. Die damals neuaufgelegte BEG40-Förderung pufferte die Mehrkostenprognose weg. Jetzt stellt sich die Frage, wie sich die Preise für Baumaterial entwickeln werden. Energieintensive Produkte wie Beton, Stahl, Aluminium und Ziegel werden nun vermutlich die steigenden Energiepreise mitgehen. Wird das bei Holz auch so sein? Zu dessen Verarbeitung wird zumindest weitgehend keine Wärmeenergie benötigt. Eines ist klar: die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel können bei einer Gemeinde unserer Größe nicht beliebig erweitert werden. Deshalb haben wir gar keine andere Möglichkeit, als die Planung weiterzuführen, Varianten zu denken, Kostenpakete abzuwägen und damit ein vernünftiges, finanzierbares Projekt aufzustellen.

Bürgermeister Alois Loferer hofft nach wie vor, dass der Baubeginn des Projekts 2023 ist.

Welche Planungsschritte wird die Verwaltung in den kommenden Monaten umsetzen? Glauben Sie, dass ein Baubeginn 2023 nach wie vor realistisch ist?

Loferer: Derzeit wird die schulaufsichtliche Genehmigung als Grundlage für die FAG-Förderung beantragt und eben die Entwurfsplanung weitergeführt. Mit der Kostenberechnung werden wir die nächsten Beratungen über die Finanzierung treffen müssen, einstweilen gehen wir mit der vorliegenden Kostenschätzung und einer Bewertung aus der Verwaltung darüber in die Haushaltsberatungen für 2022. Sollten wir nach Ende der Entwurfsplanung ein finanzierbares Projekt haben, sehe ich den Baubeginn für 2023 realistisch.

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