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Gewaltverbrechen in Aschau im Chiemgau

Gewaltsamer Tod von Hanna: Rätsel um die Holzuhr - Jetzt soll „Aktenzeichen XY“ helfen

Die Ermittlungen im Fall Hanna aus Aschau im Chiemgau laufen weiter auf Hochtouren.
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Die Ermittlungen im Fall Hanna aus Aschau im Chiemgau laufen weiter auf Hochtouren.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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In Woche 4 nach dem Tod von Hanna (†23) aus Aschau im Chiemgau suchen die Ermittler weiter nach einer heißen Spur. Im Fokus: die Holzarmbanduhr. Bei der Fahndung nach dem Besitzer soll nun die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ helfen. Im Ort selbst ist die Verunsicherung weiter groß.

Aschau im Chiemgau - Der tragische Tod der jungen Medizinstudentin Hanna (†23) liegt weiter wie ein Schatten über Aschau im Chiemgau. Die junge Frau war in der Nacht auf 3. Oktober nach dem Besuch des Clubs „Eiskeller“ in Hohenaschau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Der leblose Körper der jungen Frau war am Nachmittag des 3. Oktober in der Prien auf Höhe Kaltenbach entdeckt worden, etwa zehn Kilometer flussabwärts. Todesursache hat die Rechtsmedizin ausgemacht: schwere äußere Gewalteinwirkung. Zu den Details will sich die Polizei mit Verweis auf Täterwissen nicht äußern.

Lauerte der Täter auf Hannas Heimweg?

Was die Ermittler bislang rekonstruieren konnten: Hanna hatte den Abend mit Freunden im weit über die Region hinaus beliebten „Eiskeller“ verbracht und den Club gegen 2:30 Uhr augenscheinlich alleine verlassen. Auf dem Heimweg - Hannas Elternhaus liegt in fußläufiger Entfernung ebenfalls in Hohenaschau - war sie offenbar auf den oder die Täter gestoßen. Womöglich im Bereich des Kampenwandparkplatzes - denn dort hatten die Ermittler bei einer groß angelegten Absuche Hannas Ring, den sie an diesem Abend getragen hatte, gefunden.

Die Verbindung vom Club „Eiskeller“ in Richtung Kampenwandparkplatz mit der Brücke über den Bärbach: Ist Hanna hier auf den Täter getroffen?

Im Fokus: die Holzuhr

In unmittelbarer Nähe fand sich zudem eine hölzerne Herrenuhr, beides im Wasser des angrenzendes Bärbachs, der wiederum in die Prien mündet. Nach dem Besitzer der Uhr fahndet die Polizei seither. Zahlreiche Hinweise in Bezug auf die doch sehr markante Herrenuhr sind bei der Polizei bereits eingegangen, allerdings nur allgemeiner Art. „Leider war bisher kein Hinweis dabei, der uns entscheidend weitergebracht hätte“, sagt Polizeisprecher Stefan Sonntag am Donnerstag (27. Oktober) auf OVB-Anfrage.

Die Holzuhr und der Ring der jungen Frau, die in Aschau im Chiemgau gewaltsam zu Tode kam, zählen zu den Beweisstücken.

Aufruf bei Aktenzeichen XY geplant

Die Soko „Club“ will dennoch nichts unversucht lassen, um den Besitzer der Uhr zu ermitteln: Und will nun auf die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ setzen. Bereits für die nächste Sendung am Mittwoch, 9. November, würde das ZDF-Team den Rosenheimer Ermittlern Sendezeit frei machen. „Wir wollen wissen, wem die Uhr gehört, einen Namen haben“, erklärt Sonntag das Ziel der Ermittler. Ob die Uhr mit dem Täter in Verbindung gebracht wird? Dazu will sich die Polizei nicht äußern. Polizeisprecher Sonntag: „Ob die Uhr eine Rolle spielt, wird sich herausstellen, wenn wir wissen, wem sie gehört.“

Polizei bittet weiter um Hinweise

Nichtsdestotrotz: Die Holzuhr wird aktuell als wichtiges Beweisstück im Fall Hanna geführt. Und womöglich kommt die Kripo auf diesem Weg auf die Spur des Täters. Deshalb bitten die Ermittler weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung, auch jenseits der Uhr: „Jeder noch so scheinbar unbedeutende Hinweis kann uns weiterbringen“, erklärt Sonntag. Die Kripo Rosenheim ist über die Nummer 08031/2000 rund um die Uhr erreichbar.

Zeugen werden vernommen

Weitere Schwerpunkte bei den Ermittlungen sind die Auswertung der Bilddaten aus Kameras und Videomaterial sowie die Zeugenvernehmungen. An die 200 Personen hat die Soko „Club“ bereits eingehend befragt. Weitere sollen folgen. „Es gibt noch eine groß Anzahl an Leuten, die wir noch nicht kennen“, sagt Sonntag. Hinzu kämen Zeugen, die auswärts arbeiteten oder studierten, und die deshalb nur zeitverzögert vernommen werden könnten.

Gerüchteküche brodelt

Gleichzeitig brodelt die Gerüchteküche in Aschau und darüber hinaus rund um den Fall Hanna. Die einen wollen von Kameraaufzeichnungen wissen, die Hanna in Richtung Kampenwandparkplatz gehend zeigten, gefolgt von zwei Männern. Andere berichten von einem unbekannten jungen Mann im Eiskeller, im Streitgespräch mit einer Frau, den die Polizei ausfindig machen wollte. Doch was ist dran an den Gerüchten? Kein Kommentar, heißt es dazu seitens der Polizei. „Es gibt eine Vielzahl an Gerüchten, aber wir kommentieren sie nicht, das führt zu nichts“, sagt Stefan Sonntag gegenüber dem OVB. „Wir arbeiten mit Fakten und konzentrieren uns auf den Fall.“

Große Verunsicherung in Aschau

In Aschau selbst ist die Verunsicherung nach wie vor groß. Das bestätigt Bürgermeister Simon Frank gegenüber dem OVB. „Im Gespräch mit Bürgern merkt man, dass eine besondere Vorsicht, aber auch Ängste und Unsicherheiten da sind.“ Und er ergänzt: „Was da passiert ist, beschäftigt uns alle nach wie vor sehr.“ Der gesamte Ort sei noch weit von „Normalbetrieb“ entfernt. Bei jeder Veranstaltung schwinge der Gedanke mit: Ist es schon passend? Gleichzeitig hält es der Rathaus-Chef für wichtig, insbesondere für die Kinder und Jugendlichen im Ort, den Einstieg in ein normales Leben wieder zu finden. Mitunter auch deshalb begrüßt Simon Frank die Wiedereröffnung des Clubs „Eiskeller“ ausdrücklich.

Die Unsicherheit im Ort, da ist sich der Bürgermeister sicher, werde sich erst auflösen, wenn der Fall geklärt ist. „Bis dahin werden wir wohl noch Geduld brauchen, aber wir hoffen weiterhin darauf.“

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