+++ Eilmeldung +++

Olympia-Dressur in Tokio: Gold für Jessica von Bredow-Werndl im Einzel

Fantastischer Auftritt am 28. Juli

Olympia-Dressur in Tokio: Gold für Jessica von Bredow-Werndl im Einzel

Jessica von Bredow-Werndl hat in Tokio mit der Bestnote Olympia-Gold im Team perfekt gemacht. Einen …
Olympia-Dressur in Tokio: Gold für Jessica von Bredow-Werndl im Einzel
Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wenn Mama mal krank ist

Aschauerin Julia Sander gründet überregionales Hilfsnetzwerk „Mütter für Mütter“

Mamahilfe Juliane Aldehoff-Heimkreitner (rechts) aus Riedering im Einsatz bei Melanie Scharold (links), die erkrankt ist.
+
Mamahilfe Juliane Aldehoff-Heimkreitner (rechts) aus Riedering im Einsatz bei Melanie Scharold (links), die erkrankt ist.
  • Tina Blum
    VonTina Blum
    schließen

Für kranke Mütter heißt die Devise oft: „Augen zu und durch“. Denn Kinder und Haushalt müssen trotzdem versorgt werden. Um Mütter in schwierigen Situation zu unterstützen, hat Julia Sander aus Aschau das Netzwerk „Mamahilfe – Mütter für Mütter“ ins Leben gerufen.

Aschau/Region– „Es kann doch nicht sein, dass wir immer alleine dastehen, wenn wir mal krank sind“ – mit diesem Gedanken hätten sich eine Handvoll engagierte Mamas vor rund drei Jahren zusammengetan und überlegt, wie sich das Problem lösen lässt, berichtet Julia Sander.

Die Aschauerin ist selbst Mutter und hauptberuflich Mütterpflegerin. Dabei begleitet sie Frauen primär im Wochenbett, also nach der Entbindung bis zur Rückbildung der schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen. „Ich habe gemerkt, diese Zeit reicht aber oft nicht“, so Sander.

Hilfe in schwierigen Alltagssituationen

Also musste eine Lösung her: „Wir wollten ein zusätzliches Angebot schaffen, um Mamas in schwierigen Alltagssituation zu entlasten“, erklärt Sander. Aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung habe sie ein Ausbildungsprogramm für Mamahilfen entwickelt. Im Oktober 2020 gründete sich dann die Mamahilfe „Mütter für Mütter“ als gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG) mit Co-Geschäftsführerin Julianna Michaelis aus Feldkirchen-Westerham.

Seitdem habe die Aschauerin 59 Frauen im Landkreis Rosenheim, Traunstein und auch in anderen Regionen in ganz Deutschland ausgebildet – derzeit wegen Corona  alles online. Verstärkung sei jederzeit willkommen.

Helferinnen in der gesamten Region verteilt

Neben Aschau, wo Sander selbst als Mamahilfe tätig ist, helfen Mütter aus der Region anderen Müttern in Riedering, Bad Feilnbach, Bad Endorf, Rohrdorf, Neubeuern, Söchtenau, Prien, Übersee, Traunstein und Feldkirchen-Westerham. Jede Mamahilfe arbeite dabei selbstständig.

Da viele der Helferinnen selbst Mütter sind, unterstützen sie laut Sander die Frauen stundenweise.

Mamahilfe übernimmt Vermittlung

Die Mamahilfe bilde so ein ergänzendes Angebot beispielsweise zu den Dorfhelferinnen, Nachbarschaftshilfen oder Hebammen. Gleichzeitig übernehmen die Mamahilfen die Vermittlung an andere Helfergruppen, sofern eine ganztätige Unterstützung von Nöten sei.

Gründerin Julia Sander aus Aschau.

Bislang sei das Feedback aus den Gemeinden gut, resümiert Sander. Noch nicht ganz geklärt sei jedoch die Frage der Finanzierung. Denn bislang laufe diese größtenteils privat. „Im Einzelfall kann die Krankenkasse die Kosten übernehmen“, erläutert sie .

Unterstützung für Familien in belasteten Situationen

Dass diesbezüglich eine Lösung erarbeitet werden kann, hoffe man auch bei der Koordinierungsstelle Frühe Kindheit (KoKi) des Landkreises. „Wir finden, die Mamahilfe ist eine tolle Initiative, um Familien in belasteten Situation zu unterstützen“, sagt Frank Wiens, der für den Bereich Chiemgau und Wasserburg zuständig ist.

Denn die Aufgabe der KoKi sei die Präventionsarbeit, also die frühzeitige Hilfe, wenn es zu einer Überforderungssituation kommt. Das könne jedem passieren, beispielsweise auch durch Krankheit der Mutter, so Wiens.

Mit Julia Sander sei die Koordinierungsstelle schon lange in Kontakt. „Wir freuen uns, dass es das Angebot gibt, zumal die Mamahilfe durch die Ausbildung dabei ist, sich zu professionalisieren“, erklärt Wiens.

10 000 Euro für das Projekt gewonnen

Positive Resonanz für die Initiative gab es auch zuletzt beim Wettbewerb „Die gute Tat“ der BayWa. „Ich konnte gar nicht glauben, dass wir unter die besten drei gekommen sind. Und schon gar nicht, dass wir gewonnen haben“, freu sich Sander. Die Initiative setzte sich gegen ein Aufforstungsprojekt aus Mittelfranken und ein Münchner Studentenprojekt, das für Randgruppen einsetzt, durch.

Die Gewinnsumme von 10 000 Euro wolle die Mamahilfe in die überregionale Ausweitung und Weiterentwicklung des Projekts investieren. „Wir wollen unsere Plattform für die Suche nach Mamahilfen optimieren und ein Teil des Geldes kommt in den Hilfetopf, um so schnell Hilfe zu finanzieren“, sagt Julia Sander.

Dorfhelferinnen wichtige Stütze

Eine wichtige Stütze im Alltag in der Landwirtschaft sowie im ländlichen Raum sind die Dorfhelferinnen, die beispielsweise während Krankheit, aufgrund von Unfällen, Mutterschutz oder anderen schwierigen Lebenssituationen zum Einsatz kommen. Die Katholische Dorfhelferinnen und Betriebshelfer in Bayern GmbH (KDBH) hat ihren Sitz in Landshut und beschäftigt laut Geschäftsführerin Johanna Hell aus Bruckmühl im Landkreis Rosenheim 17 staatliche geprüfte Dorfhelferinnen, davon sieben Angestellte und zehn Selbstständige.

„Unsere Dorfhelferinnen übernehmen alle Aufgaben, sei es als Mutter, in der Pflege von Angehörigen oder Kindern und in der Landwirtschaft“, sagt Hell. Vorzugsweise arbeiteten sie ganze Tage, wodurch ein Angebot wie die Mamahilfe für weniger Stunden eine sinnvolle Ergänzung sei, so die Geschäftsführerin.

Mehr zum Thema

Kommentare