Lisa und ich: Eine Jugendliche berichtet, wie es ihr mit dem „Lernen dahoam“ geht

Gemeinsam lernen: Lisa und Linda saßen am Anfang noch beieinander, nach einer Woche ging es via Skype weiter. Fazit der beiden: Normaler Unterricht, mit Klassenkameraden und Lehrern live, ist besser. privat

Mebis, Teams, Skype und Co. sind mal ganz cool, aber auf Dauer kein Ersatz für Lehrer und Klassenkameraden finden zwei Schülerinnen der Beruflichen Oberschule.

Chiemgau – Im Februar machte noch jeder Witze über das Virus und wir besuchten weiterhin die FOS/BOS Wasserburg. Abitur. Schulaufgaben. Schaffen wir das alles? Druck!

Und von Tag zu Tag spitzte sich die Lage zu, bis es hieß: „Alle Schulen in Bayern müssen aufgrund des Virus schlossen werden!“ Unterschiedliche Reaktionen von „Juhu, fünf Wochen Ferien!“ bis zu „Wie soll ich mein Abitur schaffen?“, war alles dabei.

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Die Lehrer standen ab diesem Zeitpunkt unter Stress und man hörte Aussagen wie: „Mein Fach ist das wichtigste Fach“, und „So meine Lieben, hier sind 5000 Arbeitsblätter, die ihr in euren Coronaferien zuverlässig bearbeitet“.

Mein Gedanke? Das kommende Wochenende ganz viel Energie tanken und abschalten und dann zusammenreißen und die Arbeitsaufträge bearbeiten.

Da Lisa und ich in die gleiche Klasse gehen und Luftlinie 100 Meter voneinander entfernt wohnen, trafen wir uns in der ersten Woche jeden Tag von 9 bis 14 Uhr. Wir arbeiteten die Themen ab, die wir uns am Vortrag aufgelistet hatten. Dadurch konnten wir selbstständig planen, wann wir was erledigen und wir konnten uns intensiver mit den Fächern auseinandersetzen, die uns ohnehin schon Bauchschmerzen bereiteten. Durch das Selber-Koordinieren und Einteilen wurde uns bewusst, dass das eine sehr gute Vorbereitung auf unseren zukünftigen Lebensweg ist.

Soweit so gut. Lisa und ich waren mit der Situation sehr zufrieden, wir waren übermotiviert und produktiv.

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Doch dann hieß es: „Ausgangssperre!“ Wir machten weiter wie gewohnt, jetzt jedoch über Skype, was selbstverständlich etwas komplizierter ist, als direkt miteinander zu lernen.

Jetzt sind Osterferien und damit drei Wochen selbstständiges Lernen vorbei. Im Großen und Ganzen lief es ganz gut, jedoch fehlt mir die Interaktion mit meinen Klassenkameraden/Klassenkameradinnen und Lehrern. Tatsächlich würde ich gerne wieder in die Schule gehen und normalen Unterricht führen. Denn Mebis, Teams und Co. ist „mal ganz cool“, doch auf längere Zeit gesehen kein vergleichbarer Ersatz. Linda Karl

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