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Landratsamt Rosenheim genehmigt den Ausbau der Kampenwandseilbahn - Bürgerinitative will klagen

Die charakteristischen bunten Gondeln der Kampenwand gehören bald der Geschichte an.
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Die charakteristischen bunten Gondeln der Kampenwand gehören bald der Geschichte an.
  • VonKatharina Koppetsch
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Das Landratsamt Rosenheim hat den Ausbau der Kampenwandseilbahn in Aschau genehmigt. Anstelle der bunten Viererkabinen ist eine kuppelbare 8er-Kabinenbahn geplant. Während der Betreiber der Kampenwandseilbahn Eric Zbil im Zuge des Genehmigungsverfahrens von einer maßvollen Erneuerung der Bahn sprach, kritisierten Naturschützer den Ausbau, da sie unter anderem Angst vor einem Besucheransturm haben.

Aschau – Das Landratsamt Rosenheim kommt, als genehmigende Behörde zu dem Schluss, „dass das geplante Projekt unter den Gesichtspunkten der Umweltverträglichkeit allen gesetzlichen Erfordernissen entspricht.“

Die Entscheidung der Behörde für den Ausbau der Seilbahn hat sich über das gesamte vergangenen Jahr gezogen.

In diesem „umfangreichen Genehmigungsprozess“, wie es in der Pressemitteilung des Amtes heißt, habe die Behörde geprüft, „ob die Änderungen den Voraussetzungen für den Bau und Betrieb der beantragten 8er-Kabinenbahn entsprechen.“ Dazu gehöre eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die mit jedem Änderungsantrag angepasst worden sei. Zudem habe das Landratsamt alle zuständigen Behörden sowie verschiedene Naturschutzorganisationen beteiligt. Die Gemeinde Aschau durfte sich ebenfalls zur geplanten Erweiterung äußern. Dort stimmte der Gemeinderat bereits 2016 für einen Ausbau.

Enttäuschung bei Gegner

Edda Weimann, Grünen Gemeinderätin aus Aschau und Mitbegründerin der Petition „Rettet die Kampenwand“, zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung des Landratsamtes: „Wir befinden uns in einer existenziellen Klimakrise und einem drohenden Klimazusammenbruch, was der letzte Weltklimareport sehr deutlich mit der roten Warnstufe zeigt“. Mit der Bürgerinitiative (BI) hat Weimann und ihr Mann über 6000 Unterschriften gegen den Ausbau gesammelt. Diese will sie nach wie vor dem Landrat Otto Lederer übergeben und ihm „damit visuell das Anliegen der Menschen, die Natur zu schützen“, zeigen. Zusammen mit dem Bund Naturschutz will die BI klagen.

Das Landratsamt stuft den geplanten Ausbau für die Natur als unbedenklich ein. „Beeinträchtigungen einzelner Schutzgüter können im Rahmen der Projektdurchführung durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert werden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Freude bei Betreiber

Erci Zbil, Geschäftsführer der Kampenwandseilbahn ist erfreut, dass das Landratsamt nun grünes Licht für das Projekt gegeben hat. Die Bedenken gegen das Projekt nimmt er wahr. „Den Vorstellungen der Unteren Naturschutzbehörde sind wir gerne nachgekommen. Insbesondere die zahlreichen Maßnahmen zum Schutz des Birkwilds sowohl während der Bauphase als auch des späteren Betriebs waren auch meiner Familie und mir ein wichtiges Anliegen“, sagt Zbil.

Auch bei den umstrittenen abendlichen Veranstaltungen habe man ein Kompromiss gefunden. Die bisherige Anzahl und der gewohnte Umfang bleiben gleich. „Der bisherige familiäre und regionale Charakter der Bahn bleibt vollständig erhalten“, resümiert Zbil.

Markenbotschafter für den Tourismus

Herbert Reiter, Leiter der Tourist Info Aschau, steht dem Projekt ebenfalls positiv gegenüber. Die Kampenwandseilbahn sei ein Markenbotschafter für Aschau und wirke sich positiv auf den Tourismus aus. Gerade der barrierefreie Ausbau sei wichtig, so Reiter.

„Wir ziehen deswegen keinen neuen Tourismus in Aschau auf. Die bestehende Seilbahn präsentiert sich künftig nur zeitgemäß und im Sinne der Inklusion“, sagt er.

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