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Geplanter Neubau in Bad Endorf

Kostenexplosion beim Schulzentrum: Ratsbeschluss lässt Bürgermeister „mit den Tränen“ kämpfen

Die Gemeinde Bad Endorf plant seit 2017 den Neubau eines Schulzentrums.
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Die Gemeinde Bad Endorf plant seit 2017 den Neubau eines Schulzentrums.
  • VonElisabeth Kirchner
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Noch im vergangenen Juli traf der Bad Endorfer Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss in Sachen Neubau Schulzentrum. Es wurde applaudiert, die Stimmung war euphorisch: Fest im Blick hatte man den Baubeginn 2023. Doch seitdem mussten die Planer und die Verwaltung einige Hürden nehmen:

Bad Endorf – Der Wegfall der KfW-Förderung und Mangel an Baumaterial - Der Bad Endorfer Gemeinderat musste in seiner jüngsten Sitzung einmal mehr Kampfgeist beweisen.

Bürgermeister Loferer bedankt sich

Anstelle von rund 35 Millionen soll der geplante Holz-Hybridbau nun rund 46 Millionen Euro kosten. Keine leichte Entscheidung für die Gemeinderäte: Nichtsdestotrotz gab es ein einstimmiges „Ja“ dafür, die Entwurfsplanung zum Neubau des Schulzentrums fortzusetzen. Woraufhin sich Bürgermeister Alois Loferer (CSU) emotional mit den Worten „sensationell, ich kämpfe mit den Tränen“ bedankte.

Seit 2017 setzt sich der Marktgemeinderat Bad Endorf mit dem Thema Schulzentrum auseinander. Aufbauend auf einem Vorentwurf der plg-Planungsgruppe haben Krug Grossmann Architekten weiterentwickelt. Der Neubau soll nunmehr dreigliedrig, mit einer Brücke verbunden und sich verjüngend – von der Mittelschule mit drei Obergeschossen zur Grundschule mit zwei Obergeschossen zum Hort (ein Obergeschoß) – in der Hans-Kögl-Strasse realisiert werden.

Ein zentraler Pausenbereich

Architekt Florian Wachter stellte in der jüngsten Sitzung den Entwurf vor. Das großzügig angelegte Treppenhaus in der Mittelschule bietet nicht nur einen zentralen Pausenbereich, sondern auch Raum für Veranstaltungen. Überhaupt bieten die Gebäude in der nördlichen und südlichen Achse eine klare Orientierung. Kurze Wege ins Obergeschoss sind bei allen drei Gebäuden ein wesentliches Merkmal, ebenso sich nach Süden hin öffnende tiefe Fenster und große Gruppenräume. Eine Brandwand ist zwischen Grundschule und Hort angesiedelt, erläuterte Architekt Wachter weiter.

Der zentrale Bereich hier werde „das Atrium, das begrünt, aber nicht überdimensioniert angelegt“ und mit Platten ausgelegt werden soll.

Das neue Schulzentrum in Bad Endorf: Laut Bürgermeister Alois Loferer ein ambitionierter Holzbau, der das Material Holz sichtbar macht und dennoch alle strengen brandschutztechnischen Auflagen erfüllt.

Wachter erwähnte auch, dass der Holzanteil im Gebäude das Holz erleb- und sichtbar mache. Bei Decken- und Träger-Elementen sollen nur robuste, dennoch materialgünstige und brandschutzkonforme Materialien verwendet werden. Was die Freianlagen betrifft, so dienen Hecken als Abzäunung und als Entwässerung, und ein Lehrbereich für Fahrradunterricht werde eingerichtet.

Schulwegsicherheit soll besprochen werden

An der Stelle fügte Bürgermeister Alois Loferer (CSU) ein, dass das weitere Verkehrssystem wie Schleppkurve separat behandelt werde. Auch solle rechtzeitig eine neue Lösung für den Kinderhort und Schulwegsicherheit im Gemeinderat besprochen werden.

Klaus Günther und Uwe Ilg von der Firma Haydn stellten dann ausführlich die Technik dar, seien es die PV-Anlage und Lüftungsanlagen auf dem Dach, die Fernwärme, die Brandmeldeanlage oder die Medienausstattung. Thomas Häringer vom Büro HSP Projektmanagement und Beratung ging dann auf die Kostenberechnung ein.

Der vorliegende Entwurf gehe auf alle förderbaren Optionen ein, „eine gute Grundlage,“ wie Häringer meinte, gleichwohl habe „die rasante Steigerung in den Baupreisen“ die Kosten um 23,7 Prozent über als Gewerke binnen eineinhalb Jahren bis Mai 2022 erhöht. Bei einem ersten Kostenstand der bloßen Planung habe man 48,107 Millionen Euro ausgemacht, abzüglich der Förderung sei der Gemeinde ein Eigenanteil von 27,7 Millionen Euro verblieben. Deshalb habe man „in einem langen Prozess Einsparpotenziale wie Tragwerk, Küche und Elektrik definiert.“

Eigenanteil bei 23,5 Millionen Euro

Nunmehr betrage der aktuelle Planungskostenstand 46,02 Millionen Euro, abzüglich Förderung von 22,5 Mio Euro – davon 1 Millionen Euro Reserve durch den Mittelschulverband – verbleibe der Gemeinde damit ein Eigenanteil von 23,5 Millionen Euro.

Kämmerin Melanie van Lengen ging im Anschluss auf die Finanzierbarkeit und den Haushalt ein. Derzeit seien im Finanzplan 25 Millionen Euro abgedeckt. Darunter falle auch eine Risikosicherheit von 7 Millionen Euro, die man im Finanzplan als Baupreispuffer mitaufgenommen habe. Interessant werde es im kommenden Jahr, wenn Zahlen zur Baupreisentwicklung, Ausschreibungsergebnisse und Fördersätze vorliegen, so die Kämmerin.

Bürgermeister Loferer sprach von einem „Blick in die Kristallkugel“ und davon, dass „uns das Projekt gelingen“ sollte. „Wir rechnen auf der Einnahmenreihe noch immer konservativ“, meinte der Rathauschef hinsichtlich des gemeindlichen Haushalts. Es seien auch noch keine Wertgegenstände der Kommune eingepreist worden oder andere Projekte aus der Pipeline genommen worden.

Ein einstimmiges Ja

Die Beschlussvorlage lautete wie folgt: Die vorliegende Entwurfsplanung solle mit den Anmerkungen aus dem Marktgemeinderat weitergeführt werden und die dafür erforderlichen Leistungsabrufe erfolgen. Die Ergebnisse des ersten Ausschreibungspaktes sind dem Marktgemeinderat zur Beschlussfassung zur tatsächlichen Durchführung des Bauprojektes vorzulegen. Diesem Vorschlag folgte das Gremium einstimmig.

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