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Erosionsschutz verbessern

Konservierende Bodenbearbeitung soll die Boden- und Nährstoffabtragung verringern

Landwirt Josef Linner, Thomas Kronast Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern und Felix Forster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim auf einem Maisfeld, auf dem die neue Saattechnik verwendet wird.
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Landwirt Josef Linner, Thomas Kronast Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern und Felix Forster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim auf einem Maisfeld, auf dem die neue Saattechnik verwendet wird.
  • VonKatharina Koppetsch
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16 Landwirte um den Pelhamer See versuchen durch eine sogenannte konservative Bodenbearbeitung den Boden- und Nährstoffeintrag in das Gewässer zu verringern. Federführender Landwirt ist Josef Linner, der sich seit 2018 mit Mulchsaatverfahren den Erosionsschutz auf seinen Maisfeldern verringern will. Dazu verwendet der Landwirt, der seit 2017 ein Gewässerdemonstrationsbetrieb hat, die „Hägler-Methode“.

Pelham – Betreut wird Linner seitens Thomas Kronast vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern und Felix Forster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim. Die drei Jahre mit dem Verfahren haben gezeigt, dass sie auf einem guten Weg sind – ein leichter, ist es jedoch nicht.

Gewässer soll im guten Zustand sein

Grund für die Maßnahme sei „die Verpflichtung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie“, erklärt Kronast.

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Alle Gewässer sollen bis bis spätestens 2027 mindestens einen „guten Zustand“ erreichen, „die der Pelhamer See seit der vergangenen Messung auch hat“, so Kronast. „Das ist sehr erfreulich. Es besteht aber die Gefahr, dass sich die Gewässerqualität durch die verschiedensten Einflüsse wieder verschlechtern kann. Um das zu verhindern müssen wir dran bleiben!“

Humus ist Kapital

Und dran bleiben, bedeutet Erosionsschutz zu betreiben. „Jeder Landwirt ist daran interessiert, dass der Humus auf seiner Fläche bleibt. Das ist sein Kapital“, erklärt Linner. Ein hoher Bodenabtrag, und der damit verbundene Nährstoffverlust ist schlecht für den Landwirt. Doch genau damit haben die Bauern um den Pelhamer See beim Maisanbau zu kämpfen.

„Der Mais wird spät, erst im April oder Mai gesät. Bis er einen gewissen Bestand hat, dauert es gut anderthalb Monate“, sagt Forster. Und genau diese Monate seien die sensible Phase.

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Wenn es zu stärkeren Regenfällen kommt, sei die Gefahr von Erosion hoch. „Die Bodenbedeckung bremst den Wasserabfluss. Wenn Wasser ungebremst von der Fläche abfließt, dann bekommt es Geschwindigkeit und damit Kraft“, sagt Kronast. Und genau hier setzt die Hägler-Methode an. „Wir arbeiten mit Zwischenfrüchten und Untersaaten, damit es zu einer ganzjährigen Durchwurzelung des Bodens kommt“, erklärt Linner. Die Zwischensaat werde erst gesät, wenn der Mais bereits eine Höhe von 30 Zentimetern hat. Sie geht erst richtig nach dem Abernten des Maises auf. „Im Frühjahr wird die wachsende Schicht dann abgefräst“, so der Landwirt. Das getrocknete Material wird mit einem Grubber untergearbeitet. „Der Boden wird gelockert und das dadurch geförderte Bodenleben steigert die Wasserinfiltrierung.“ Im Umkehrschluss sinkt die Erosion des Bodens und der Nährstoff bleibt auf dem Acker.

Der rechte Bereich ist mit dem Pflug bearbeitet worden, er ist grüner und die Maispflanzen stehen dichter.

Ertrag noch nicht so hoch wie mit Pflug

Doch so plausibel das Verfahren klingt, für unsere Region ist es noch nicht ganz ausgereift: „Der Ertrag kommt noch nicht an den Pflug heran“, sagt Linner. Forster geht davon aus, dass der Grund hierfür mit mehreren Aspekten zusammenhängt. „Die Mischung mit dem Pflug lockert den Boden, fördert die Nährstofffreisetzung und durch den dunkel aufgeworfenen Boden kommt es zu einer stärkeren Erwärmung.“

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Alles Aspekte, die sich positiv auf das Wachstum des Maises auswirken. „Zusätzlich ist der Unkrautdruck durch die Niederschläge in diesem Jahr relativ hoch.“

„Es ist ein sehr komplexes Thema“, sagt Kronast. Und Linner wirft ein: „Ich habe es ein bisschen unterschätzt. Ich bin davon ausgegangen, dass wir das Hägler-Verfahren für unser Gebiet mit höheren Niederschlägen nach zwei, drei Jahren praxiskonform angepasst hätten.“ Dranbleiben möchte Linner aber trotzdem.

Idealerweise nehmen viele Landwirte teil

Im kommenden Jahr wird der Landwirt nur den unteren Bereich seiner Felder mit dem Mulchsaatverfahren anbauen. „Da es derzeit durch die pfluglose Bearbeitung noch zu Ertragsausfällen kommt und somit weniger Futter für die Tiere zur Verfügung steht, plane ich für das nächste Jahr, die Versuchsfläche etwas zu verringern“, sagt Linner.

Sobald das Verfahren ausgereift ist, will der Landwirt den Umfang steigern. „Grundsätzlich ist ja jeder Quadratmeter bewirtschaftete Ackerfläche, der zur Erosionsverringerung beiträgt, wertvoll.“

Kronast hofft, dass auch im kommenden Jahr wieder viele Landwirte an dem Projekt teilnehmen werden.

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