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"Jeder Tag ist besonders"

Kochen, die Kinder anziehen, sie zur Schule bringen und nachmittags betreuen: Die Aufgaben eines Au Pairs sind vielfältig und mit viel Verantwortung verbunden. Dennoch haben Katharina Burgau und Sophia Priller aus dem Raum Wasserburg den Schritt ins Ausland gewagt.

Nun erzählen sie von der ersten Zeit in Frankreich bzw. Spanien, ihren Problemen und Highlights.

Wasserburg/ Toulouse/ Madrid - "Ich weiß gar nicht wieso, aber im Mai 2013 habe ich mich dann für Frankreich entschieden, keine Ahnung, vielleicht war es Schicksal, denn jetzt habe ich die perfekte Familie", berichtet Katharina Burgau, 18 Jahre alt. Sie befindet sich derzeit als Au Pair in Toulouse, Frankreich. Für sie habe schon immer festgestanden, dass sie nach der Schule ins Ausland wolle. Doch zu Beginn dachte sie da noch an einen Work&Travel-Aufenthalt in Australien. "Aber das ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden und alleine wollte ich auch nicht gehen", erzählt sie weiter. Also entschied sie sich im März 2014 für ein Au- Pair-Programm und ist letztendlich in Toulouse gelandet, wo sie jetzt glücklich ist: "Ich habe mich richtig gut eingelebt und meine Familie ist super nett. Mir gefällt es sehr gut. Hier ist es noch warm, das heißt ich genieße meine freie Zeit draußen am Pool - besser kann's ja kaum sein!"

"Richtig gut eingelebt"

Auch die 18-jährige Sophia Priller hat sich gut bei ihrer Familie in der Nähe von Madrid eingelebt. "Ich bin seit dem 19. August hier und mir gefällt es gut. Meine Gastfamilie ist sehr nett. Sie bemühen sich alle, mich zu integrieren, weshalb ich mich auch nicht wirklich alleine fühle.", berichtet sie. Für Sophia Priller war schon seit der elften Klasse klar, dass sie ins Ausland gehen möchte. Ihr Au-Pair-Aufenthalt in Spanien stand seit Februar 2014 fest.

Im Gegensatz zu Katharina Burgau, die bis Februar bei ihrer Gastfamilie bleibt, ist Sophia Priller noch bis Juni 2015 in Madrid.

Als die Beiden Anfang bzw. Mitte August ankamen, hatten sie keinen Kulturschock, da es keine allzu großen kulturellen Abweichungen zwischen Deutschland und Frankreich bzw. Spanien gebe, wie sie erzählen. Dennoch gebe es vor allem viele Kleinigkeiten, die anders seien als in Deutschland. Am meisten überrascht waren sowohl Sophia Priller, als auch Katharina Burgau, von den Essgewohnheiten ihrer Gastfamilien. "Es hat mich wahnsinnig gemacht, wie die hier essen. Sie frühstücken nicht, essen um 16 Uhr Mittag und um 22 Uhr gibt es erst Abendessen. Daran musste ich mich erst gewöhnen", erzählt Sophia Priller lachend.

Vor allem das späte Abendessen habe Katharina Burgau anfangs zu schaffen gemacht. Sie berichtet: "Das war definitiv ein Schock! Weil es so warm war, haben wir nie vor 21 Uhr gegessen. Da bin ich am Anfang wirklich auf dem Zahnfleisch dahin gekrochen vor Hunger, weil man ja in Deutschland nicht so spät isst." Die gesamte Ernährung sei generell anders. Ihre Familie erfülle definitiv das französische Klischee. Rotwein und Baguette gebe es im Prinzip zu jeder Mahlzeit und vor allem am Morgen esse man Croissants und Brioche.

Probleme bereiteten den Beiden am Anfang nicht nur die Essgewohnheiten, sondern auch die Sprache. Katharina Burgau hatte in der Schule sieben Jahre lang Französischunterricht und machte zuletzt sogar ihr Abitur darin. Dennoch sei es für sie zunächst schwierig gewesen, den Dialekt, der in und um Toulouse gesprochen wird, zu verstehen. "Das war am Anfang durchaus schwierig, da ich den Dialekt noch nie zuvor gehört habe. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und die Leute hier haben auch sehr viel Verständnis und erklären alles gerne", erzählt sie.

Sophia Priller lernte Spanisch ebenfalls in der Schule, allerdings nur ein Jahr lang im Rahmen eines Wahlkurses. "Leider ist davon nicht viel hängen geblieben. Durch Französisch, Englisch und Latein verstehe ich aber eigentlich ganz passabel. Ich kann die wichtigsten Alltagssachen sagen und merke jeden Tag, dass ich wieder ein bisschen mehr verstanden und neue Wörter gelernt habe".

Nachdem die ersten Sprachbarrieren überwunden und die kulturelle Umstellung erfolgt war, konnte für Katharina Burgau und Sophia Priller der Alltag in ihren Gastfamilien beginnen. Angefangen beim Frühstück machen und Anziehen der Kinder, über das zur Schule bringen, bis hin zur Hausaufgabenhilfe und Freizeitgestaltung. Es bleibe aber auch ausreichend Freizeit, wie Katharina Burgau bestätigt. "In meiner freien Zeit mache ich entweder Sport oder fahre nach Toulouse zum Sprachkurs".

Haushalt, Freizeit und Sprachkurs

Auch für Sophia Priller ist der Sprachkurs, den sie seit Oktober jeden Tag zwei Stunden lang besucht, ein fester Bestandteil ihrer freien Zeit.

Generell haben sich die Beiden in ihrem neuen Zuhause auf Zeit gut eingelebt und schon viele schöne Momente erlebt. "Am coolsten - mein Highlight sozusagen - war der Tag, an dem ich mit meiner Gastfamilie nach Madrid gefahren bin. Wir wohnen etwas außerhalb. Die Stadt ist echt schön und sehr beeindruckend. Außerdem war ich die ersten beiden Wochen mit meiner Gastfamilie im Süden Spaniens im Urlaub, was auch sehr schön war. Aber generell erleb ich hier jeden Tag so viel, sammle neue Eindrücke und lerne die neue Sprache kennen. Eigentlich ist jeder Tag besonders", berichtet Sophia Priller.

Zu ihren Highlights zählt für Katharina Burgau lang anhaltende südfranzösische Sommer und das Glück mit ihrer Gastfamilie. Denn sie weiß: "Nicht allen Au Pairs geht es so gut". Einsam fühle die sich nicht. "Dadurch, dass ich meine Familie so gern mag und sie mich auch, ist es nicht schwer hier alleine zu sein. Und die Zeit vergeht so unglaublich schnell, dass gar keine Zeit für Heimweh bleibt. Ich genieße meinen Aufenthalt hier absolut und für mich ist es genau das Richtige. Ich bin so froh, dass ich mich dafür entschieden habe und ich würde mich wieder genauso entscheiden".

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