Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


"Habe viele Blessuren abbekommen"

Das Rathaus in Bad Endorf: Ab 1. Mai 2014 wird dort der Nachfolger von Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben (kleines Bild) einziehen und die Geschicke der Marktgemeinde leiten. Fotos ammelburger
+
Das Rathaus in Bad Endorf: Ab 1. Mai 2014 wird dort der Nachfolger von Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben (kleines Bild) einziehen und die Geschicke der Marktgemeinde leiten. Fotos ammelburger

Die "Diffamierungen und Ränkespiele" hätten vor allem im letzten halben Jahr ein Maß erreicht, das "die politische Arbeit, so wie ich sie mir vorstelle, nicht mehr möglich macht", erklärte gestern Bad Endorfs Erste Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben den OVB-Heimatzeitungen. Das sei der wesentliche Grund für ihren Entschluss gewesen, bei der nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2014 nicht mehr anzutreten.

Bad Endorf - Sie habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und sie mit ihrer Familie besprochen: "Die Sache ist gut überlegt", so Unverdorben. Auch ihr Mann stehe hinter ihrem Schritt, wenngleich er nie ihr politischer Ratgeber gewesen sei, wie sie im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen mehrfach betont. Außerdem sei er nie in Interna eingeweiht gewesen.

Und gleich mit dem nächsten Gerücht, das sie sehr geärgert habe, will sie nun auch öffentlich aufräumen: Zunächst soll ÜWG-Fraktionschef Andreas Krug das Heft im Rathaus in der Hand gehabt haben, dann der ehemals dritte Bürgermeister Hieronymus Stockinger (SPD) oder jetzt zweiter Bürgermeister Martin Lauber (EFL). Nichts davon sei wahr. "Ich bin selbst Frau genug, um das Amt zu führen", so Unverdorben entschieden. Allerdings räumt sie ein, dass sie gerade mit Martin Lauber eng und gut zusammenarbeiten könne, weil "er auch Ideen und Meinungen äußert". Andere hätten immer nur kritisiert, aber selbst nie konstruktive Beiträge zu den verschiedenen Themen vorgetragen. Unverdorben: "Inhaltlich bin ich eng an seinen Ansätzen!"

Mit ihrem Schritt verbinde sie auch die Hoffnung, dass "diese Ränkespiele" aufhören und im Marktgemeinderat wieder "sachlich gearbeitet" werden kann. Jeder der Räte sei aufgefordert, sein eigenes Tun zu überdenken. In den letzten Monaten sei es - so ihr Eindruck - nur noch ums "parteipolitische Kalkül und um heftige Diffamierungen" gegangen.

Verschiedene Gruppierungen im Ort hätten nur die "Abrechnung" mit ihr gewollt. Unverdorben: "Das ist kein politischer Stil. Ich möchte über die parteipolitischen Grenzen hinweg sachlich im Team zusammenarbeiten. Mein Herz schlägt für Bad Endorf." Unterstellungen, Informationen aus geheimen Sitzungen und wohl auch gezielte Falschinformationen seien zu ihrem Schaden öffentlich lanciert worden, so die Bürgermeisterin. "Und irgendwann greift diese aufgeheizte Stimmung - zumindest teilweise - bei Bürgern und Gemeinderäten. So entstehen Empfindlichkeiten, über die man dann diskutiert." Die sachgerechte Diskussion aber bleibe auf der Strecke. Sie habe "viele Blessuren" abbekommen.

Allerdings sei sie nach ihrer Entscheidung nun "nicht erleichtert, denn es gibt noch so viel zu tun", wie die Kommunalpolitikerin sagt. In der verbleibenden Amtsperiode werde Unverdorben noch "viel Zeit und Energie" vor allem in das Thema "Gesundheitswelt Chiemgau" (GWC) stecken. Unverdorben: "Uns stehen noch arbeitsreiche Monate bevor." Besonders in den Bereich "Kündbarkeit der Pachtverträge" werde sie anpacken müssen. Sollte die GWC vor Gericht mit ihrer Klage zur Kündbarkeit Recht bekommen, stünden der Gemeinde harte Zeiten bevor, glaubt die Bürgermeisterin. Aber auch die Themen Neue Mitte, Tourismus und Straßenbau dürften nicht außer Acht gelassen werden.

Den heraufziehenden Kommunalwahlkampf sieht sie "recht bunt". Denn neben den bekannten Parteien und Gruppierungen, die jetzt alle Morgenluft wittern, werden sicher noch einige neue ihren Hut in den Ring werfen. Für sie selbst wird nach der Wahl "die Politik beendet" sein. "Ich bin dann raus aus der Gemeindepolitik. Hier sehe ich keinen Weg mehr für eine künftig gedeihliche Zusammenarbeit", sagt Unverdorben, die zunächst in einer Bank, später als Schulsekretärin gearbeitet hatte, bevor sie 2008 Bürgermeisterin wurde. Allerdings wolle sie sich ehrenamtlich im "Umfeld der ÜWG" engagieren.

Und auch ihre Abende und Wochenenden werden dann nicht mehr mit politischen Terminen geblockt sein. "Bisher haben meine Töchter, wenn sie am Wochenende heimkamen, den Haushalt gemacht. Das Amt hat nie gelitten."

Kommentare