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Fertigstellung bis Ende 2024

Neubauprojekt in Frasdorf: Neuer Kinderhort entsteht für 5,8 Millionen Euro

Geschafft: Die Bürgermeister Daniel Mair (Frasdorf, links) und Andreas Friedrich (Prien, rechts) unterzeichnen den Vertrag für das Kinderhort-Projekt.
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Geschafft: Die Bürgermeister Daniel Mair (Frasdorf, links) und Andreas Friedrich (Prien, rechts) unterzeichnen den Vertrag für das Kinderhort-Projekt.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Die Bürgermeister von Frasdorf und Prien konnten endlich das gemeinsame Kinderhort-Projekt in Wildenwart besiegeln. Im Interview erzählen sie den OVB-Heimatzeitungen, wie schwierig der Weg dorthin war und wann die ersten Bagger anrollen.

Frasdorf/Prien – An einem Biertisch auf grüner Wiese haben die Bürgermeister der Gemeinden Frasdorf und Prien in Wildenwart jetzt ein gemeinsames Kinderhort-Projekt besiegelt. Auf dem Baugrundstück südlich der Christkönigskirche setzten Daniel Mair (CSU) und Andreas Friedrich (ÜWG) ihre Unterschriften unter ein entsprechendes Vertragswerk. Vorausgegangen war ein langwieriger Prozess mit „Slalomfahrten durch behördliche Irrungen und Wirrungen“, wie beide Bürgermeister im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen zurückblickten.

Das wirkt hier fast wie in einem Heimatfilm: Blaue Tinte auf grüner Wiese, an einem Biertisch…

Daniel Mair (lacht erleichtert): ... Ja, endlich haben wir es geschafft und sin deinen bedeutenden Schritt weiter. Das wird ein Super-Projekt für uns, denn beide Gemeinden haben massiven Bedarf an Kinderhort-Plätzen.

Endlich? Was waren die Bremsklötze? Wer hat sich quergestellt?

Trotz Verspätungen - große Einigkeit in den Gemeinden

Andreas Friedrich: Die Verzögerung hat nicht an den Gemeinden gelegen .Vielmehr hat uns die Förderstelle der Regierung von Oberbayern immer wieder Steine in den Weg geworfen, die wir auch mit größten Anstrengungen nicht wegräumen konnten.

Mair: Im April 2020 haben beide Kommunen eine Zweckvereinbarung abgeschlossen: Frasdorf übernimmt die Bauleitplanung, der Markt Prien wickelt aufgrund seines größeren Bauamts die Hochbauplanung ab. Aber die Regierung von Oberbayern war nicht einverstanden. Ihre Begründung: Das Baugrundstück liegt auf Frasdorfer Gemeindegebiet, deshalb müsse die Abwicklung auch diese Kommune betreiben. Da wir im Bauamt aber personell sehr eng gestrickt sind, wollten wir einen Bauherrenvertreter einsetzen. Auch das sei nicht zulässig, hieß es aus der Behörde. Wenn wir unsere Ziele rechtlich erstritten hätten, wäre wieder zu viel Zeit ins Land gegangen zu Lasten der dringend benötigten Kindergartenplätze.

Welche Lösung haben Sie dann heute unterschrieben?

Mair: Wir haben uns darauf geeinigt, dass Frasdorf das Projekt abwickelt und Prien die Kosten für die eigenen Gruppen übernehmen wird.

Baukosten betragen 5,8 Millionen Euro

Friedrich: Von den rund 5,8 Millionen Euro Baukosten verbleibt der Marktgemeinde Prien nach Abzug der Förderkosten und Anrechnung eines Verwaltungskostenzuschusses ein Anteil von rund 2,2 Millionen Euro.

Wie läuft das Procedere jetzt ab? Wann ist Spatenstich?

(Beide Bürgermeister lachen auf) Mair: Auch das wird schwierig. Wir brauchen eine europaweite Ausschreibung, um zunächst ein Planungsbüro engagieren zu können. Was das Projekt zeitlich natürlich erneut entschleunigt. Es kann erst losgehen, wenn der Planer feststeht.

Friedrich: Dann folgt die Entwurfsplanung, die vom Gemeinderat abgesegnet werden muss – was nicht so einfach sein wird, weil das Grundstück in Nähe der Kirche in einem sensiblen Bereich liegt. Wenn die Entwurfsplanung steht, folgt die Detailplanung, erst dann stehen die belastbaren Kosten fest.

Wann könnten hier die Bagger anrollen?

Friedrich: Ich tippe mal aufs Frühjahr 2023.

Fertigstellung frühestens Ende 2024

Mair: Ich hoffe, dass wir die Planungen noch heuer abschließen und die Bauausschreibungen im Winter starten können. Realistisch rechne ich mit einer Fertigstellung frühestens Ende 2024.

Friedrich: Das hieße Start zum Kindergartenjahr 2025…

Mair: ...vorsichtig geschätzt. Ein weiterer Grund, warum sich der Start des Projekts so sehr verzögert hat, ist, dass Frasdorf für dieses Grundstück bereits 2020 einen Erbpachtvertrag geschlossen hatte. Im Grundbuch hatte die Kirche allerdings ein Bauverbot im Bereich des Grundstücks eingetragen. Die Erzdiözese war anfangs überhaupt nicht bereit, davon zurückzutreten. Das hat mich viele graue Haare gekostet. Dann wurde plötzlich eine sechsstellige Summe als Entschädigungszahlung gefordert, die wir abgelehnt haben. Nach meinem Amtsantritt im Mai 2020 hatte ich erstmal ein Dreiviertel Jahr damit zu tun, dies zu verhandeln.

Da wiehern auf weltlicher wie auch kirchlicher Seite aber beide Amtsschimmel im schönsten Duett miteinander…

Mair: Ja, absolut, sie standen uns komplett im Weg – eigentlich könnte der Bau jetzt schon weit fortgeschritten sein.

Interview: Ulrich Nathen-Berger