Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Frasdorfer Anger

Ein „Blinddarm“ für Frasdorf? Anwohner kritisieren Pläne für das geplante Gewerbegebiet

Am südlichen Ortsrand von Frasdorf an der Aschauer Straße soll das Gewerbegebiet „Frasdorfer Anger“ entstehen – und stößt auf Kritik bei einigen Anwohner. Klinger
+
Am südlichen Ortsrand von Frasdorf an der Aschauer Straße soll das Gewerbegebiet „Frasdorfer Anger“ entstehen – und stößt auf Kritik bei einigen Anwohner. Klinger
  • Tina Blum
    VonTina Blum
    schließen

Enormer Flächenfraß, unausgegorene Planung und Ignoranz gegenüber den Einwendungen der Bürger – die Pläne für das Gewerbegebiet „Frasdorfer Anger“ am südlichen Ortsrand an der Aschauer Straße stoßen bei einigen Bürgern auf Kritik.

Frasdorf – Die Bäckerei Miedl sowie der Anderlbauer planen den Bau einer Bäckerei mit Café und eines Regionalmarktes.

Dirk Köberle, der in der Nähe des geplanten Gewerbegebiets wohnt, sowie seine Mitstreiter befürchten, dass mit dem Bau nicht die Frasdorfer angesprochen werden, sondern die Autofahrer auf der Durchreise. „Zustände wie am Irschenberg wollen wir nicht“, sagt er.

Gewerbegebiet passt nicht in die Landschaft

Sinnvoller sei es, die Freiflächen in der Ortsmitte zu nutzen. Stattdessen schaffe die Gemeinde, so Köberle, mit dem Gewerbegebiet einen „Blinddarm“ für Frasdorf, der weder ins Bild passe, noch das Dorf abrunde: „Bei der ersten Ortsbegehung wurde eine Anpassung der Gebäude und Parkflächen versprochen. Jetzt wird das Landschaftsbild diesen und dem Autobahnausbau angepasst und damit zerstört.“

Stellungnahmen der Bürger noch nicht von Gemeinde behandelt

Im Januar startete Köberle eine Online-Petition, um den Flächenfraß und die Zerstörung des Landschaftsbilds zu verhindern. Zudem soll der Dorfkern belebt werden. Ein Wunsch, den auch andere teilen. Rund 450 Unterschriften (davon 213 in Frasdorf) sind laut Köberle in zwei Wochen zusammengekommen.

Das Ergebnis der Online-Petition sowie eine Stellungnahme habe er fristgerecht zum 21. Februar abgegeben, denn bis dato konnten Einwendungen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung eingereicht werden. „Die Gemeinde ist aber noch nicht auf die Stellungnahmen eingegangen“, beklagt Köberle. Zuletzt stand das Thema am 6. Oktober auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Behandelt wurde es aber nicht.

Lesen Sie auch:

Frasdorf: Düstere Aussichten für Miedl-Bau – Wird es ein Ratsverfahren geben?

Phantomgerüst nicht aussagekräftig genug

Auch der Ausbau der Autobahn (A 8)  und der geplante Zubringerkreisel samt Zufahrt verursacht zusätzlich einen enormen Flächenfraß. Außerdem seien statt eines ursprünglich geplanten Regionalmarktes des Anderlbauern nun darüber hinaus eine Produktionshalle, Parkflächen und festverbaute Marktstände geplant.

Auch das Phantomgerüst, das am 8. September aufgebaut worden sei, stand laut Köberle nur rund drei Stunden. „Zu kurz, dass sich alle Bürger informieren konnten, und nicht aussagekräftig genug“, meint der Frasdorfer.

„Ein Schlag ins Gesicht“

Für Köberle stellt sich die Frage: Braucht Frasdorf ein Café mit über 200 Sitzplätzen und 80 Parkplätzen? „Für uns Anwohner bedeutet das Gewerbegebiet neben der Autobahn Lärm, Müll und zusätzlich Belastung durch Verkehr und Licht“, sagt Köberle. Dass die Stellungnahmen der Bürger noch nicht im Gemeinderat behandelt wurden, sei für die Anwohner „ein Schlag ins Gesicht“.

Lesen Sie auch:

Gemeinderat Frasdorf vertagt Beschluss zu Miedl-Neubau: Unterlagen zu spät erhalten

Planung noch nicht abgeschlossen

Die Bauleitplanung für den Bau des Miedl-Cafés und des Anderlbauern-Marktes sei noch nicht abgeschlossen, betont Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair. Dass die Bürger über den Bau selbst entscheiden können, wäre auch ihm ein Anliegen. „Ich habe deswegen versucht, einen Bürgerentscheid über ein Ratsbegehren zu erwirken“, sagt er auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Doch der Gemeinderat entschied sich im Oktober dagegen. Die Bürger müssten nun selbst einen Bürgerentscheid initiieren.

„Frasdorfer Anger“ seit 2017 im Gespräch

Im März 2017 wurde das Projekt der Bäckerei Miedl erstmals vorgestellt. Schon damals habe der Gemeinderat erhebliche Änderungsbedarf gesehen, berichtet Mair. Im November 2017 stand der erste Entwurf für das Bauleitplanungsverfahren. Zwei Jahre später hatte das von der Bäckerei Miedl beauftragte Planungsbüro einen Entwurf des Bauvorhabens vorgestellt, „damit wir frühzeitig in die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und Bürger gehen konnten.“

Ein Phantomgerüst soll Einblick in die Ausmaße eines Baus geben. In Frasdorf bestand dieses für den geplanten Miedl-Bau nur aus einer Firststange und erforderte viel Vorstellungskraft.

Die Vorwürfe, das Phantomgerüst nicht lange genug stehen gelassen zu haben, weist Mair zurück: „Es wurde für den Gemeinderat aufgebaut.“ Zudem hatten alle, die sich dafür interessiert haben, die Möglichkeit, an dem Ortstermin teilzunehmen und sich zu informieren.

Freiflächen sind Privatgrund und stehen nicht zum Verkauf

Bislang nicht behandelt wurden die Stellungnahmen, „weil wir noch nicht dazu gekommen sind“, so Mair. Dies solle aber bald nachgeholt werden. Denn im Rahmen der Bauleitplanung soll es noch eine Auslegung geben. „Ich würde mir nichts mehr wünschen, als die Ortsmitte zu beleben“, sagt der Bürgermeister. Allerdings könne die Gemeinde die Freiflächen nicht nutzen. „Der Grund gehört uns nicht und steht damit nicht zur Verfügung“, bedauert er.

Kommentare