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Nährstoffeintrag soll verringert werden

Schutz des Pelhamer See: Doblbach in Bad Endorf wird verlegt

Thomas Kronast vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern (im rosa Hemd) erklärt Gemeinderäten und Bürgermeistern, welche Maßnahme genau vor Ort geplant ist.
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Thomas Kronast vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern (im rosa Hemd) erklärt Gemeinderäten und Bürgermeistern, welche Maßnahme genau vor Ort geplant ist.
  • VonKatharina Koppetsch
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Der Doblbach in der Marktgemeinde Bad Endorf wird verlegt. Zusätzlich wird ein Becken gebaut, damit sich Feststoffe, die das Wasser mitreißt, absetzen können. Durch beide Maßnahmen wird der Nährstoffeintrag in den Pelhamer See verringert.

Bad Endorf – Denn der Doblbach läuft in den Brandbach, der wiederrum im Pelhamer See mündet. Bei einem Ortstermin haben sich die Gemeinderäte und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden die geplante Maßnahme erklären lassen.

Gülle soll auf der Fläche bleiben

„Was kann gegen die Erosion getan werden?“ Diese Frage stellt sich Thomas Kronast vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern, wenn er sich die Landschaft rund um den Pelhamer See anschaut. Kronast ist Teil der Initiative „bodenständig“. Ihr Ziel ist es, dass bewirtschaftete Flächen Wasser besser speichern und der Bodenabtrag verringert wird. „Wenn ein Landwirt seine Gülle auf den Feldern ausbringt, will er auch, dass sie auf seiner Fläche bleibt“, so Kronast.

Mehrer Maßnahmen wurden bereits umgesetzt.

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Die Verlegung des Doblbachs in der Nähe von Rankham nun steht als Nächstes an.

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Vor Ort sieht es wie folgt aus: Der Doblbach fließt derzeit von einer Anhöhe kommend unter der Gemeindestraße hindurch über eine abfallende landwirtschaftliche Fläche in den Brandbach. Mit der Maßnahme wird in den Ablauf des Doblbachs ein Becken gesetzt und der Verlauf des Baches geändert.

Schlamm setzt sich im Becken ab

„Das Becken hat eine Absatzfunktion“, erklärt Kronast. Der Bach führt Sedimente mit sich. Zusätzlich wird bei Regen Material aus der landwirtschaftlichen Fläche in den Bach getragen. Der Abfluss des Doblbachs wird durch das Becken nicht nur gebremst, sondern „die Feststoffe sinken nach unten“, erklärt Kronast.

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„Wenn das Becken voll ist, muss es ausgebaggert werden.“ Dementsprechend wurde der Standort des geplanten Beckens gewählt. Die Böschung ist kaum landwirtschaftlich nutzbar und durch die Lage des Beckens an der Straße, könne ohne Probleme mit schwerem Gerät gearbeitet werden. Das ausgebaggerte Material kann wiederverwendet werden. „Der Schlamm muss auf Schwermetalle kontrolliert werden. Wenn er sauber ist, kann er als Dünger ausgebracht werden“, sagt Kronast.

Gewässerrandstreifen werden bepflanzt

Der bisherige Bachverlauf zerschneidet landwirtschaftliche Flächen, die nach der Maßnahme besser nutzbar sind. „Wir haben innerhalb des Flurneuordnungsverfahrens Pelhamer See Tauschvereinbarungen mit den fünf Grundstückseigentümer und der Gemeinde getroffen“, erklärt Kronast. Die Gewässer- und die Gewässerrandflächen gehen in öffentliches Eigentum über. Höslwangs Bürgermeister Josef Murner dankt den Landwirten „Ich bin sehr froh, dass sich Landwirte gefunden haben, die die Maßnahme auf ihrem Grund umsetzen.“

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An den Gewässerrandstreifen werden verschiedene Sträucher und Bäume gepflanzt. Dadurch entstehe nicht nur im Gewässer eine Verbesserung – Nährstoffe werden von den Pflanzen verbraucht, bevor sie in den Bach gelangen, „sondern wir schaffen auch eine Struktur in der Landschaft, die Lebensräume zum Beispiel für Frösche schafft“, so Kronast

Die Bepflanzung der Böschung liegt in der Hand der ansässigen Landwirte. „Wenn man fremde Firmen beauftragt, kann es sein, dass sie zum falschen Zeitpunkt auf die Fläche gehen. Die heimischen Landwirte wissen am besten, wann die richtige Zeit für die Mahd und die Pflege ist“, erklärt Kronast das Vorgehen.

Gemeinde finanziert das Vorhaben

Baustart hätte eigentlich im September sein sollen. Die Ausschreibungen waren jedoch nicht erfolgreich. Nun werden erneut Angebote angefordert. „Ob heuer noch mit dem Bau begonnen werden kann oder erst im Winter , steht noch nicht fest und ist auch ein bisschen wetterabhängig.“

Finanziert wird das Ganze zu 80 Prozent aus Mitteln der Initiative „bodenständig“ zu 20 Prozent von der Gemeinde Bad Endorf. „Das ist der absolut richtige Weg. Ich glaube, die Maßnahme ist sehr gelungen.“, sagt Bürgermeister Alois Loferer. „Ich bedanke mich vor allem bei den Landwirten. Die Strategie, die das Amt verwendet ist bemerkenswert gut. Ich hoffe die Maßnahmen helfen, die Wasserqualität des Pelhamer Sees nachhaltig zu verbessern.“

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