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Im Lockdown-Light

Corona trifft Chiemgau-Thermen Bad Endorf hart: „Wollen die Hoffnung nicht aufgeben“

Regungslos bleibt die Wasseroberfläche in den Chiemgau-Thermen in Bad Endorf wegen des derzeit geltenden Lockdowns. Das Personal hofft, bald wieder Badegäste empfangen zu können.
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Regungslos bleibt die Wasseroberfläche in den Chiemgau-Thermen in Bad Endorf wegen des derzeit geltenden Lockdowns. Das Personal hofft, bald wieder Badegäste empfangen zu können.
  • Tina Blum
    VonTina Blum
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Wo sich sonst Schwimmer, Entspannungssuchende und Familien tummeln, ist es still. Die Wasseroberfläche ist glatt wie ein Spiegel, das sanfte Blubbern des Whirlpools verstummt. Der „Lockdown light“ zwang auch die Chiemgau-Thermen in Bad Endorf, erneut ihre Türe für Gäste zu schließen.

Bad Endorf – Geschäftsführer Markus Füller berichtet, was die Schließung am 1. November für das Unternehmen bedeutet – so kurz vor Weihnachten.

Fast alle Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit

„Für uns alle ist es derzeit eine schwierige Situation“, berichtet Füller. Bis auf die Notbesetzung seien alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. Für die technische Wartung, die Reinigung der Becken und Verwaltungsaufgaben sowie den Gutscheinverkauf vor Weihnachten befänden noch einzelne Mitarbeiter im Dienst.

Für den Geschäftsführer der Chiemgau-Thermen ist die Schließung absolut verständlich und notwendig. Sie kam aber dennoch unerwartet, „nachdem man viel Geld in ein gut funktionierendes Gesundheitskonzept investiert“ hatte. Nach derzeitigem Stand wird das mindestens bis zum 20. Dezember noch so bleiben. „Wir hoffen, dass wir wenigstens über Weihnachten öffnen können“, so Füller. Bislang warteten er und sein Team, „wie die letzten Mohikaner“ vor den leeren Becken.

Viele Neuanmeldungen im Fitness-Studio im November und Dezember

Der November, einer der umsatzstärksten Wintermonate, und die Vorweihnachtszeit im Dezember sind verloren. Im Fitness-Bereich gebe es in dieser Zeit die meisten Anmeldungen für den Winter. Das Weihnachtsgeschäft sei ebenfalls sehr besucherstark. Füller bleibt realistisch und sieht nur wenig Chancen, aber: „Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben.“

Positive Bilanz nach Corona-Sommer

Markus Füller, Geschäftsführer der Chiemgau-Thermen.

Schon von März bis Juni herrschte Stille in den Chiemgau Thermen. Zwar sei der Sommer laut Geschäftsführer Füller den Umständen entsprechend gut gewesen. Da viele Touristen in der Region waren, die auch an schönen Tagen entspannen wollten, sei die Therme zum Teil schon um am frühen Vormittag schnell voll gewesen. „Wir konnten dann niemanden mehr hereinlassen“, resümiert Füller.

Umsatzeinbußen im Millionenbereich

Dennoch lägen die Ausfälle beim Umsatz dieses Jahr im siebenstelligen Bereich. Für das gesamte Geschäftsjahr könne man unterm Strich bislang noch kein Urteil abgeben. Das Unternehmen müsse abwarten, ob die Betriebsversicherung die Ausfälle übernimmt und welche Staatshilfen gewährt werden.

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Maximal 55 Prozent der sonstigen Besucheranzahl war erlaubt

Sei es in den Restaurants, dem Fitness- und Spa-Bereich oder den Schwimmbecken, in allen Abteilungen sei im Sinne der Hygiene umgerüstet worden. Deswegen durften von Juni bis Ende Oktober maximal 55 Prozent der sonstigen Besucheranzahl in das Bad. „Wir hatten weniger Gäste und mehr Personal“, so Füller. Durch die geringere Gästeanzahl in der Sauna beispielsweise seien mehr Mitarbeiter akquiriert worden, damit „jeder Gast in den Genuss eines Aufgusses“ kam.

Chiemgau-Thermen haben Hygienekonzept „vorbildlich umgesetzt“

Lobende Worte für das Gesundheitskonzept der Therme findet Christina Pfaffinger, Geschäftsführerin der Chiemsee-Alpenland-Tourismusverbandes (CAT): „Die Chiemgau-Thermen waren eine der ersten Thermen, die das Hygienekonzept vorbildlich umgesetzt haben und damit als erstes eröffnen konnten.“ Die Therme sei ein „extrem wichtiger Leistungspartner in der Region“, mit dem die Zusammenarbeit stets sehr gut funktioniere.

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Große Einbußen beim regionalen Tourismus

Die Planungsunsicherheit stellt laut Pfaffinger auch den Verband vor große Herausforderungen. „Knapp 13 000 Menschen leben in unserer Region vom Tourismus“, erklärt die CAT-Geschäftsführerin. Zwischen Januar und September dieses Jahres hätte es knapp 600 000 Übernachtungen weniger im Vergleich zum Vorjahr gegeben.

Keine Kündigungen: „Wir brauchen unsere Leute“

Umso gespannter erwartet der Verband auch, wie es mit der Weihnachts- und Wintersaison weitergeht. „Man darf nicht vergessen, hinter diesen Zahlen stecken menschliche Schicksale und Existenzen“, so die Geschäftsführerin.

Mitarbeiter entlassen mussten die Chiemgau Thermen glücklicherweise noch nicht. „Wir brauchen unsere Leute ja“, sagt Geschäftsführer Füller. Das Team stehe in den Startlöchern und warte auf die Wiedereröffnung.

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Gewerbesteuereinnahmen in Bad Endorf um 30 Prozent gesunken

Die Gemeinde hat im April, als der Haushalt 2020 beschlossen wurde, bereits Vorsorge getroffen. „Wir haben die zu erwartende Gewerbesteuer um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesenkt“, erläutert Bürgermeister Alois Loferer. Die Zahlen könnten in diesem Jahr gut erreicht werden. Damit habe Bad Endorf gegenüber einem „normalen Jahr“ etwa ein Drittel der Gewerbesteuereinnahmen wegen Corona einbüßen müssen.

Die Therme sei für die Gemeinde ein wichtiger Wertschöpfungsfaktor, da sie viele Arbeitsplätze und sowohl Tagesgäste als auch Urlauber anlockt. Dennoch sei die gewerbliche Struktur in der Gemeinde so breit aufgestellt, dass es in der Summe gut funktioniere. Im Gegensatz zu Gastronomie und Einzelhandel seien die Lebensmittelmittelversorgung, der Maschinenbau und das Baugewerbe trotz der Corona-Krise von hoher Nachfrage geprägt. Beeindruckt zeigt sich der Rathauschef über den Ehrgeiz der Unternehmer: „Ich bin begeistert, mit wie viel Kreativität die Gewerbetreibenden in der Krise von sich reden machen.“

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