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Brückenschlag der Religionen: Drei Kirchen bündeln sich in der ACK Chiemsee

Bereiten den Weg für die Arbeitsgemeinschaft (ACK) Chiemsee, die am 26. Januar gegründet wird (von links): Pfarrer Klaus Hofstetter (katholische Kirche), Priens Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster, Pfarrer Karl Friedrich Wackerbarth (evangelische Kirche), drei Mitglieder der Kirchen sowie Andreas Sargant, bis vor Kurzem Leiter der neuapostolischen Kirchengemeinde Prien. Berger

Natürlich gibt es Unterschiede. Aber mehr noch Gemeinsamkeiten. Der Einsatz für Gott eint sie: die katholische, die evangelische und die neuapostolische Kirchen von Prien mit ihren Verbänden. Die offizielle Gründung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen ist am 26. Januar mit einer Vorreiterrolle.

Prien/Bernau/Bad Endorf– Die ACK Chiemsee, wie sie dann heißen soll, nimmt dabei eine Vorreiterrolle in der Region ein. „Die Ökumene zwischen Katholiken und Evangelen gibt es schon lange und ist bekannt. Dass man aber auch andere christliche Kirchen integriert, ist gerade 2020 ein Wunsch der übergeordneten Kirchen und zukunftsweisend“, so Pfarrer Klaus Hofstetter. Mit seiner Versetzung nach Prien bekam die Einbindung der neuapostolischen Kirche nach Angaben seines evangelischen Amtskollegen Karl Wackerbarth einen Anschub.

Multilaterale Vorreiterrolle

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gibt es bereits seit 1948 auf europäischer, nationaler, regionaler Ebene. Jetzt ziehen die lokalen Ebnen nach. Das künftige Miteinander der ACK Chiemsee erstreckt sich über die katholischen Pfarrverbände Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer, die evangelischen Kirchengemeinden, Aschau-Bernau, Bad Endorf und Prien sowie die Neuapostolische Kirchengemeinde Prien. Hinter der bevorstehenden ACK-Gründung steht nun von allen Beteiligten das Bestreben, dass die Ökumene in den beteiligten Gemeinden unabhängig sein soll von den derzeit leitenden Personen.

Das heißt: Es soll am 26. Januar von Delegierten ein eigener Vorstand gewählt werden, der nicht mit Pfarrer Klaus Hofstetter für die katholische Kirche, Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth für die Evangelische sowie Andreas Sagant, Vorsteher der Neuapostolischen Kirchengemeinde beziehungsweise dessen Nachfolger im Amt, besetzt ist. So soll die Ökumene nicht von den Geistlichen (Beraterfunktion) geleitet, sondern direkt von den Gläubigen gelebt und geführt werden. Die Entwicklung von der Basis, nicht von oben herab, sei das Ziel für ein gelebtes Mit- und Füreinander, sind sich die Köpfe hinter der Gründung einig.

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Ökumene ist dabei kein Novum im Chiemgau. Bei Festgottesdiensten oder am Volkstrauertag gebe es sie schon – bis dato aber nur im Duett (Katholiken und Evangelen). Gerade bei Jubiläen ist dies laut den Pfarrern mittlerweile auch von Vereinsseite her sehr gewünscht.

Vorreiter der Ökumene war einst die Gemeinde Rimsting, wie Wackerbarth weiß. Der damalige dortige Altbischof Stählin aus Norddeutschland – „eine imposante Erscheinung“ – hatte in den 50er-Jahren schon ökumenische Gottesdienste abgehalten. „Aus dessen Bibelarbeit heraus bildeten Frauen den ökumenischen Arbeitskreis, der seit 1995 besteht mit Frauenfrühstück und Co. „Dabei wurde der Samen für das heutige Projekt gesät. Es gab erste Annäherungen mit Gottesdiensten, Erwachsenenbildung und Kursen“, schildert Wackerbarth gegenüber unserer Zeitung. Es folgten zahlreiche weitere – erfolgreiche und in Erinnerung gebliebene – Projekte der Ökumene wie der große gemeinsame Kirchentag auf der Fraueninsel, der Kreuzweg, die Eine-Welt-Initiative in Prien, der ökumenische Sternenweg und vieles mehr.

Gemeinsamkeiten durch Generationen

„Durch alle Generationen hinweg gibt es gemeinschaftliche Aktionen“, untermauert Hofstetter und betont, dass gerade Kinder durch die Bibeltage in der Ökumene oft schon weiter seien als ihre Eltern. Die Zusammenarbeit der kirchlichen Institutionen sei in der Vergangenheit oft personenabhängig gewesen. Priens Pfarrer Bruno Fink habe diese ins Rollen gebracht. Basierend auf der gegenseitigen Wertschätzung bildet sich nun die Dreier-Gemeinschaft in der ACK Chiemsee heute. So soll jede Institution sich bei den Gemeinschaftsaktionen wiederfinden. „Das fängt von liturgischen Gemeinsamkeiten an, bis hin zu Positionen der Geistlichen bei Festgottesdienstes et cetera.

Lesen Sie auch: Ökumene bereits Alltagspraxis: Gründung einer lokalen Gruppe christlicher Kirchen

Die Gemeinsamkeiten sollen hinaus getragen werden und den Gläubigen nahegebracht werden. Ein Schritt dabei ist quasi eine „Kirchenroas“ bei der langen nacht der Kirchen am 10. Juli. Dabei können Interessierte via Shuttlebus bei der langen nacht der Kirchen im Juli sich vorstellen und präsentieren. Zum Abschluss gibt es eine ökumenische Andacht im Innenhof des Pfarrzentrums unter dem Motto „Da bin ich dabei“. Begegnungen sollen dabei entstehen und jede Kirche überlegt sich in ihren Gotteshäusern ein eigens Programm. Vermeintliche Hemmschwellen sollen durch die offenen Türen an diesem Abend – sichtbar – abgebaut werden. Man wolle die Menschen sinnbildlich abholen. „Wir wollen die Gemeinsamkeiten aufzeigen und leben. Gleichzeitig bleiben wir eigenständige Kirchen. Es gibt kein Durchmischen oder Einheitsbrei“, betont Sagant.

Wichtig ist den Verantwortlichen dabei auch das Miteinander mit der politischen Gemeinde. Dies hob auch Priens Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster hervor: „Die Gemeinde ist hier voll dabei und steht auch hinter der Gemeinschaft, Wie bisher werde man die Projekte, gerade im öffentlichen Raum, weiter unterstützen.“

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