Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Von der Betreuerin zur Bauherrin

Katrin Bachleitner mit einigen Waisenkindern.
+
Katrin Bachleitner mit einigen Waisenkindern.

Damit hatte Katrin Bachleitner nicht gerechnet, als sie sich aus Schonstett auf den Weg nach Ghana machte: Statt "nur" in einem Waisenhaus zu arbeiten, kümmert sie sich nun mit zwei Freundinnen um den Bau eines neuen Heimes.

Schonstett - Im Rahmen eines Freiwilligendienstes ging Katrin Bachleitner aus Helperting für sechs Monate nach Ghana. Es war schon länger ein Traum von ihr, ins Ausland zu gehen, andere Bräuche und Mentalitäten kennenzulernen und armen Kindern zu helfen, erzählt sie.

Sie entschied sich für das Land im Westen Afrikas, weil es als eines der sichersten Länder dort gilt. Eine Organisation vermittelte ihr eine Gastfamilie. Dort wohnte sie mit zwei weiteren deutschen Mädchen. Die Familie sei sehr nett gewesen und habe ihnen sehr geholfen, in die afrikanische Lebensweise hineinzukommen. Das Essen und Wäschewaschen mit bloßen Händen, die hygienischen Umstände, der Lärm, Staub, Dreck, die Hitze waren neben vielen Krankheiten, ständigem Anbetteln und teilweise großer Armut eine riesige Herausforderung für die drei. "Sachen wie eine bequeme Matratze, fließendes und sauberes Wasser oder unsere Vielfalt an Lebensmitteln lernt man da wieder zu schätzen", so Katrin Bachleitner.

Es sei "eine wahnsinnige Erfahrung", erleben zu dürfen, wie das Leben in Ghana abläuft, wie freundlich und vor allem zufrieden die Menschen dort sind. Dass Not erfinderisch macht, an was man sich alles gewöhnen kann und wie wenig man eigentlich zum Leben braucht, habe sie in dieser Zeit gelernt. An den Wochenenden erkundeten die jungen Frauen Ghana, während der Woche arbeiteten sie im Waisenhaus "Home for Hope".

35 Kinder zwischen ein und 16 Jahren nennen das Waisenhaus ihr Zuhause. Es gibt eine einzige Frau, genannt "Ma", die sich um alles kümmert. Was am Tag als Aufenthaltsraum dient, wird abends zum Schlafraum. Privatsphäre, vor allem für die älteren Kinder, existiert bei nur vier Räumen nicht. "Hinzu kommt, dass die meisten Kinder in ihrer Vergangenheit Schreckliches erlebt haben", erzählt Katrin Bachleitner. Das Schlimmste aber war für sie die Tatsache, dass die Kinder an manchen Tagen nichts zu essen hatten.

Auch der gesundheitliche Zustand der Kinder war verheerend. Zu Beginn musste Katrin Bachleitner, wie sie zugibt, ziemlich schlucken, und hat erst mal etwas Abstand genommen, um sich nicht anzustecken. Die meisten hatten schweren Husten, Hautausschläge, Pilzbefall, Würmer - die hygienischen Umstände sind schuld. Die Kinder holen ihr Duschwasser aus Tümpeln mit Bakterien und Würmern. Für sauberes Wasser reicht das Geld nicht. Zum Abtrocknen mussten zwei, drei Handtücher reichen, was die Verbreitung der Hautkrankheiten befördert. "Außerdem fehlten auch Medikamente oder Moskitonetze zum Schutz vor Übertragung von Malaria durch Mücken und Krankenversicherungen sowieso."

Da das "Home for Hope" kein staatliches Waisenhaus ist, ist die Besitzerin auf Spenden ghanaischer Kirchen und Organisationen angewiesen. Diese reichen nicht aus. Durch Erzählungen der drei Mädchen, verschiedene Vorträge oder Benefizveranstaltungen sammelten sie Spendengelder. Diese gaben sie vor Ort für die wichtigsten Sachen wie Lebensmittel, eigene Betten, Moskitonetze, Krankenversicherungen, Medikamente, Schulgebühren, -uniformen oder für ganz gewöhnliche Sachen wie Windeln, eigene Unterhosen, eigene Zahnbürsten, mehr Handtücher und ähnliches aus.

Und dann kam die Nachricht, dass der "Mietvertrag" des Waisenhauses abläuft und die Kinder auf der Straße stehen würden. Mit Hilfe eines Architekten, Unterstützung der Organisation vor Ort und durch Spendengelder aus Deutschland gelang es, den Rohbau eines neuen Waisenhauses fertigzustellen. Mittlerweile hat "ihr" Waisenhaus ein Dach, verputzte Wände und sanitäre Anlagen. Da die drei sich vorgenommen haben, das Haus fertig zu bauen, sind sie weiterhin auf Hilfe angewiesen. Böden, das Verlegen von Wasser- und Stromleitungen, Trinkwasser, verschiedene Möbel und vieles mehr fehlt noch. Die Spendengelder bringen die drei jungen Frauen persönlich bei ihrem nächsten Besuch nach Ghana, geben sie zu 100 Prozent vor Ort für den Bau des Waisenhauses aus. Mehr Infos zu den Aufenthalten in Ghana oder zu Spenden gibt es unter katrin.bach@web.de. Außerdem findet man sie unter Facebook: www.facebook.com/ProjektHomeForHopeGhana. mv

Kommentare