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Millionen-Projekt in Gstadt

Schwer verletzten Kinderseelen helfen: Benediktus-Hof wird mit Spendenhilfen zum therapeutischen Internat

Bei der Scheckübergabe zeigten sich Valentin Knott (ganz re) und drei Mitarbeiter seiner Firma (von li Florian Pletzenauer (Betriebsrat), Martin Holzner (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender) und Reinhard Krug (Betriebsratsvorsitzender) von dem Projekt Mattisburg sehr angetan. Johanna Ruoff, Gründerin der Stiftung „Ein Platz für Kinder“ (epfk) und Initiatorin des therapeutischen Internats Sternstunden Mattisburg, erläuterte den Gästen aus Eggstätt bei einem kurzen Rundgang über das Außengelände das Vorhaben näher.
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Bei der Scheckübergabe zeigten sich Valentin Knott (ganz re) und drei Mitarbeiter seiner Firma (von li Florian Pletzenauer (Betriebsrat), Martin Holzner (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender) und Reinhard Krug (Betriebsratsvorsitzender) von dem Projekt Mattisburg sehr angetan. Johanna Ruoff, Gründerin der Stiftung „Ein Platz für Kinder“ (epfk) und Initiatorin des therapeutischen Internats Sternstunden Mattisburg, erläuterte den Gästen aus Eggstätt bei einem kurzen Rundgang über das Außengelände das Vorhaben näher.
  • VonElisabeth Kirchner
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Mit 5000 Euro unterstützen die Belegschaft der Eggstätter Firma Knott und deren Inhaber Valentin Knott den Um- und Ausbau des ehemaligen Benediktus-Hofs in Mitterndorf bei Gstadt zu einer Mattisburg.

Eggstätt/Gstadt – Bei einer Besichtigung der Baustelle übergaben Valentin Knott sowie die Betriebsräte Reinhard Krug, Martin Holzer und Florian Pletzenauer einen Scheck an Johanna Ruoff, Gründerin der Stiftung „Ein Platz für Kinder“ (epfk) und Initiatorin des therapeutischen Internats Sternstunden Mattisburg.

Neues Konzept nach 30 Jahren Leerstand

Seit Januar läuft dort der Um- und Ausbau des ehemaligen Benediktus-Hofes. Die Bauarbeiter residieren in einer Containerburg. „Wenn alles nach Plan läuft, sind die Arbeiten in gut 18 Monaten abgeschlossen,“ berichtete Johanna Ruoff. Vormals von wildem Gebüsch und Sträuchern eingehüllt, hielt der Benediktus-Hof beinahe 30 Jahre lang einen Dornröschen-Schlaf.

Bis Johanna Ruoff kam. Ihr Konzept einer Mattisburg mit angeschlossenem therapeutischem Internat und Schule überzeugte sowohl die Schwestern vom Kloster Frauenwörth, mit denen die Stiftung einen Erbpachtvertrag unterzeichnet hat, als auch den Gemeinderat von Gstadt, der dem Bauvorhaben einstimmig grünes Licht gab.

Das fast 3000 Quadratmeter große Gebäude wird komplett umgekrempelt: So sollen die beidseitigen inneren Treppenhäuser nach außen verlegt werden, wodurch in dem Gebäude vier voneinander getrennte Wohneinheiten im ersten und zweiten Stock entstehen. Barrierefreiheit, Lift und Brandschutzauflagen sind somit gewährleistet.

Das ist geplant

Im Erdgeschoss werden drei Klassenräume, Bibliothek, Lehrer- und Musikzimmer und im Dachgeschoss Verwaltung und Therapeutenzimmer untergebracht, im Keller kommen Heizung, Waschküche und Lager unter. Das Projekt fand wohlwollende Unterstützung in der Region und auch von außen.

Allein der Umbau des Hofes zur Mattisburg wird vier Millionen Euro verschlingen. „Ohne die großzügige Fördersumme von 1,750 Millionen Euro durch Sternstunden, die Benefizaktion des BR, wären wir sicher noch nicht dort, wo wir heute sind,“ sagte Johanna Ruoff beim Rundgang über die Baustelle.

So präsentierte sich der Benediktus-Hof Anfang Januar dieses Jahres.

Die KfW fördert im siebenstelligen Bereich das Projekt. Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, hat die Schirmherrschaft für das Internat übernommen. Sie betonte: „Jedes Kind verdient die Chance auf ein glückliches Leben – das wird hier am Chiemsee möglich gemacht.“ Auch wenn der Bau durchfinanziert ist, braucht es noch weitere Spenden. Da komme der Scheck der Eggstätter Firma gerade recht. Einrichtung und Mobiliar müssen baulich auf die Mädchen abgestimmt werden und sollen „nahezu unkaputtbar“ sein, so Ruoff.

Mehrere Einrichtungen

Streng durchgetaktet laufen die Bauarbeiten, dank einer Sondergenehmigung arbeiten die Handwerker auch am Samstag, berichtete Ruoff weiter. Die epfk engagiert sich seit über 15 Jahren für traumatisierte Kinder, denen man in einer geschützten Umgebung, den sog. Mattisburgen, ein neues Zuhause bieten will.

Die Mattisburgen in Hamburg und Halle nehmen Jungen und Mädchen aus der Kinder- und Jugendhilfe im Alter zwischen vier und elf Jahren auf, bei denen der dringende Tatverdacht auf Missbrauch, Vernachlässigung oder Misshandlung besteht. Die Zuweisung erfolgt über die Jugendämter.

Nun kommt die dritte Mattisburg am Chiemsee hinzu, die das epfk in Eigenregie betreiben will. Für Ruoff der geeignete Ort, denn es gibt „keine heilsamere Umgebung für schwer verletzte Kinderseelen als das Umfeld der Felder, Berge und Wälder des Chiemsees.“

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